Herausforderungen für betreuende Angehörige

Der 30. Oktober ist der Tag der pflegenden und betreuenden Angehörigen. Der Verein zur Förderung der gerontologischen Fortbildung lud deshalb im Zentrum Missione in Naters zu einer Tagung mit dem Titel «Zwischen Liebe – Verpflichtung – Überforderung: Chancen und Herausforderungen für betreuende Angehörige». Neben Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Präsidentin der Seniorenuniversität Bern, trat auch Karin van Holten, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Careum Forschung, als Referentin auf.

Karin van Holten erklärte in ihrem Vortrag, welche Bedürfnisse betreuende Angehörige haben und welche Hilfeleistungen sie in Anspruch nehmen können. In einem Interview mit Radio Rottu bezeichnete sie etwa Auszeiten zur Regeneration als grosses Bedürfnis. Sie wies auch darauf hin, dass den Menschen vielfach das Wissen fehlt, wo man Dienstleistungen oder Angebote findet, die einem helfen.

Zugang zu Beratungs- und Entlastungsangeboten

Wer Angehörige zu Hause betreut und pflegt, leistet sehr wertvolle, aber auch anstrengende Arbeit. Oft können ältere, kranke oder behinderte Menschen nur dank dieser Unterstützung in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Die Betreuung und Pflege eines Angehörigen kann körperlich und psychisch belastend sein, besonders wenn der Betreuungsaufwand schleichend zunimmt.

Damit pflegende Angehörige ihre Nächsten möglichst lange unter optimalen Bedingungen begleiten können, brauchen sie Informationen und niederschwelligen Zugang zu Beratungs- und Entlastungsangeboten. Das erfordert individuelle Lösungen und konstante Öffentlichkeitsarbeit. Die Annahme von Hilfe kann aus verschiedenen Gründen schwerfallen und erfolgt oft zu spät. Aber: Hilfe und Unterstützung anzunehmen ist keineswegs ein Zeichen von Unzulänglichkeit, sondern trägt zur Lebensqualität aller Involvierten bei.

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Bericht und Interviews von Radio Rottu zur Tagung
Programm «work & care» von Careum Forschung
Infoplattform zum Thema Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Angehörigenpflege