Den Sprung in den Beruf erleichtern

Wie unterstützt man betreuende und pflegende Jugendliche und junge Erwachsene beim Eintritt ins Berufsleben? Dieser wichtigen Frage wird in einem neuen «Young Carers»-Projekt von Careum Forschung nachgegangen.

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Careum Forschung untersucht seit einigen Jahren in verschiedenen Projekten national und international die Situation von «Young Carers» – von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Pflege- und Unterstützungsrolle. Bisherige Forschungsergebnisse machen deutlich, dass gerade der Übertritt ins Berufsleben eine grosse Herausforderung für junge Menschen darstellt.

Forschen für – und vor allem mit Young Carers!

Wie kann man also betreuende und pflegende Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen, damit ihnen trotz Pflegeaufgaben ein erfolgreicher und möglichst reibungsloser Übergang ins Berufsleben gelingt? Diese Frage steht im Zentrum des neuen Careum-Forschungsprojekts «Pflegende Jugendliche und junge Erwachsene zwischen Schule, Ausbildung und Beruf», gefördert von der Ebnet-Stiftung, der Prof. Otto Beisheim-Stiftung und der Gesundheitsförderung Schweiz.

Das Projekt besteht aus drei Teilen und ist bewusst praxisorientiert – Young Carers und ihre Erfahrungen werden direkt in den Forschungsprozess miteinbezogen:

  • Teilprojekt 1: Am Berufsbildungszentrum (BBZ) Olten werden in einem ersten Schritt alle Lernenden in einer quantitativen Online-Umfrage befragt. Auf diese Weise lässt sich erfassen, wie viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich dort derzeit in Ausbildung befinden, regelmässig eine nahestehende Person mit gesundheitlicher Beeinträchtigung unterstützen.
  • Teilprojekt 2: Im Anschluss an die Online-Umfrage werden Interviews mit Young Carers in verschiedenen Teilen der Schweiz geführt. Anhand dieser Gespräche sollen die Herausforderungen identifiziert werden, die sich im Übergang ins Berufsleben ergeben. Auf diesem Hintergrund werden Unterstützungsmassnahmen erarbeitet, um jungen Menschen in dieser Situation zu helfen. Ausserdem wird eine Gesprächswerkstatt für und mit Young Carers am BBZ Olten eingerichtet. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich über Erfahrungen und Themen, die sie beschäftigen, auszutauschen.
  • Teilprojekt 3: Hier steht der Entwurf einer «Nationalen Netzwerkkarte» im Vordergrund: Zusammen mit Young Carers und Fachpersonen wird der Prototyp einer Netzwerkkarte entwickelt. Diese soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen schnellen Zugang zu Informationen ermöglichen. Wer ist Ansprechpartner? Welche Unterstützungsangebote oder andere Austauschmöglichkeiten gibt es? Auf diese Weise sollen auch Fachpersonen darin bestärkt werden, möglichst schnell Kontakt zu Institutionen und Einrichtungen herzustellen, die den Young Carers in verschiedenen Lebenslagen helfen können.

Treffen der Steuerungsgruppe

Ende März traf sich nun die Steuerungsgruppe des Projekts an einem Kick-off-Meeting und besprach bereits geleistete Arbeiten und die weiteren Schritte des Projekts. Die Teilnehmerinnen setzten sich aus den verschiedenen Stiftungen zusammen: Sophie Weber (Gesundheitsförderung Schweiz), Thérèse Flückiger und Patrizia Rezzoli (Prof. Otto Beisheim-Stiftung) sowie Agnes Leu, Hannah Wepf und Corinna Jung (Programm «Young Carers», Careum Forschung). Nach der Genehmigung durch die Ethikkommission wird nun der für Teilprojekt 1 benötigte Fragebogen für die Befragung am Berufsbildungszentrum Olten vorbereitet. Ebenso sind erste Schritte eingeleitet für die Gesprächswerkstatt und die Interviews in Teilprojekt 2.

Das Treffen und der gemeinsame Austausch war für die Stiftungsvertreterinnen sehr bereichernd. Allen beteiligten Stiftungen ist es ein wichtiges Anliegen, junge Menschen mit Pflegerolle im Übertritt von der Schule in den Beruf zu unterstützen.

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