Caring Communities

Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit sorgende Gemeinschaften funktionieren

Fotos: Kathrin Schulthess Fotografie

«Caring Communities», «sorgende Gemeinschaften», «sorgende Gemeinden» – diese Schlagworte mobilisierten  am 20. Juni 2018 rund 150 Teilnehmende zur 1. Netzwerktagung «Caring Communities – Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit sorgende Gemeinschaften funktionieren».

Um es gleich vorwegzunehmen: Viele sind sich gar nicht so sicher, ob diese Begriffe wirklich so glücklich gewählt sind. Aber der dahinterliegende Impuls, das Anliegen, die Suchrichtung – das setzt ganz offenbar ein gehöriges Mass an Aufbruchstimmung und Engagement frei. Caring Communities – dies Leitbild denkt wichtige Ansätze aus mehreren Bereichen zusammen: aus der Gerontologie, der Gesundheitsversorgung, der lokalen Sozialpolitik, dem zivilgesellschaftlichen Engagement.

Es sind die zukunftsträchtigsten Paradigmen, die das Leitbild Caring Communities nicht nur bereichsübergreifend zusammendenkt, sondern sie weitertreibt: die Quartiersorientierung, die Leitbilder des Active Ageing und des Healthy Ageing, zivilgesellschaftliches Engagement, integrierte Versorgung u.a.m.

Voneinander und miteinander lernen

Die Tagung des Migros-Genossenschafts-Bunds bot in einem explizit diskursiven Tagungsformat hervorragende Möglichkeiten, dass die Teilnehmenden voneinander und miteinander lernen konnten. Nach einigen Grundlagenvorträgen (besonders inspirierend: Klaus Wegleitner von der Universität Graz) ging es in zwei Runden in je neun Workshops um die zentrale Perspektive, welche die Tagung prägte: «Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit Sorgende Gemeinschaften funktionieren».

Der Careum Forschungsleiter Prof. Ulrich Otto leitete zusammen mit Matthias Radtke (Heim Zur Rose, Reichenburg) den Workshop zur «Gemeinde als Ausgangspunkt».

Mehr Perspektive denn Versorgungsmodell

Die Diskussion war ungeheuer facettenreich. Aber einige Aspekte wurden sehr deutlich: Caring Communities – das bedeutet einen langfristigen Lern-, Entwicklungs- und Entwicklungsprozess,  deutlich über Patentrezepte und top-down-Prozesse  hinaus. Es ist eine integrierte Perspektive, die weit mehr als ein Versorgungsmodell ist. «Ambulant vor stationär» ist so gesehen bestenfalls ein Teilelement umfassender Caring Communities. Sie erfordern auch auf Seiten der Fachkräfte stark veränderte Rollen. Sie zielen auf Koproduktion mit einem breiten Kreis all jener, die aus den verschiedensten Bereichen und Rollen heraus beitragen können zur sorgenden Gemeinschaft vor Ort. Und eines ist elementar bei all dem: dass die Betroffenen – v.a. Patientinnen und Patienten, ältere unterstützungsbedürftige Menschen und ihre An- und Zugehörigen – dabei im Zentrum stehen.

Caring Communities auch in der Schweiz stärken

Dass die Abteilung Soziales der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bunds es sich zum Ziel gesetzt hat, Caring Communities in der Schweiz zu stärken und zu unterstützen, ist ein hervorragendes Signal. Careum Forschung engagiert sich bereits seit Jahren in vielen Teilbereichen der Leitideen rund um Caring Communities – als Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationspartner.

 

Auch Careum Weiterbildung und Careum Forschung wollen die Fragen rund um Caring Communities weitertreiben und in einem Impulsnachmittag die Innovationsenergie diskursiv stärken:
Integrierte Altersversorgung ist mehr als ambulant mit stationär!
Von integrierter Versorgung bis Caring Community – Was sollen wir wie umsetzen? Orientierungshilfen für die Praxis
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 13.30–17.30 Uhr,
Careum Weiterbildung, Mühlemattstrasse 42, Aarau