Mehr interprofessionelle Zusammenarbeit gefordert

Präsentationen, Workshops und Netzwerktätigkeiten sorgten an der EIPEN-Konferenz für Inspiration und Motivation für die Interprofessionelle Bildung und Zusammenarbeit.

Die 6. European Interprofessional Practice and Education Network (EIPEN)-Konferenz fand unter dem Titel «Interprofessional Practice and Education in Health and Social Care» statt. Weit über 100 internationale Teilnehmende trafen sich vom 6. bis 8. September 2017 in Lausanne, um sich über Interprofessionelle Bildung (IPE) und Interprofessionelle Zusammenarbeit (IPC) auszutauschen.

In seiner Eröffnungsrede konstatierte der Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), Daniel Scheidegger, dass die Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis in der Schweiz noch vielerorts unzureichend sei. Er appellierte an die Zuhörenden sich mehr in der flächendeckenden Etablierung der Interprofessionellen Bildung und Interprofessionellen Zusammenarbeit und für den notwendigen Kulturwandel zu engagieren. Denn aufgrund von mangelhafter Kommunikation passierten noch zu viele medizinische (teils tödliche) Fehler. Zu dominant seien oft einzelne Personen im klinischen Kontext, wo IPC noch zu wenig gelebt werde.

Die Notwendigkeit einer interprofessionellen medizinischen Grundversorgung in der Schweiz wurde auch in einer Round Table Diskussion festgestellt und durch aktuelle Erhebungen untermauert. Durch die Förderung entsprechender Kompetenzen in der Ausbildung könne den zukünftigen gesellschaftlichen und medizinischen Herausforderungen angemessen begegnet werden. Dazu wurde exemplarisch das Pflegestudium an der Kalaidos Fachhochschule vorgestellt.  

Andre Vyt, der Vorsitzende von EIPEN, erinnerte daran, dass Interprofessionelle Bildungsprogramme noch zu wenig verbreitet und in der Bildungslandschaft noch eher die Ausnahme als die Regel sind. Als Massnahme für die weitere Etablierung von IPE und für eine gemeinsame Stossrichtung in Europa möchte man daher bei EIPEN einen europäischen IP-Kompetenzrahmen erstellen, wie er in manchen Ländern (wie Canada) bereits existiert. Dieser kann als ein Kompass dienen bei der Gestaltung von IPE-Programmen.

In über 35 Vorträgen und Posterbeiträgen wurden an der EIPEN-Konferenz Erfahrungen und Forschungsergebnisse einem interessierten Publikum vorgestellt und mit ihm diskutiert. Innovative Projekte und Herangehensweisen wurden präsentiert. Acht Workshops und Round Table Diskussionen luden ein, um relevante Themen von IPE und IPC in Europa gemeinsam zu bearbeiten und nächste Schritte zu planen.

Weitere Informationen

Ausführlicher Bericht von der EIPEN-Konferenz
Interprofessionalität als wichtiges Thema bei Careum
Interprofessionelle klinische Ausbildungsstation Zürich