Auditorium: Treffpunkt für die Gesundheitswelt

Feierlicher Eröffnungsanlass für das Careum Auditorium vom 27. März 2017

Das Careum Auditorium ist mit seiner zentralen Lage mitten im Zürcher Hochschulquartier prädestiniert, um zum Begegnungsort der Gesundheits- und Bildungswelt zu werden. Die Nähe zur Universität Zürich, zum UniversitätsSpital Zürich und zur ETH Zürich bietet beste Voraussetzungen für einen Austausch. Das hat sich an der offiziellen Eröffnung des Careum Auditoriums am 27. März gezeigt. Prof. Dr. Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich, Prof. Dr. Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich und Prof. Dr. med. Gregor Zünd, Vorsitzender der Spitaldirektion des UniversitätsSpitals Zürich, machten zur festlichen Einweihung ihre Aufwartung. Gemeinsam mit Hans Gut, Präsident der Careum Stiftung, diskutierten sie unter der Leitung von Dr. Esther Girsberger zum Leitthema «Healthier Education in Zürich». Gut 100 Gäste liessen sich den Eröffnungsanlass im Careum Auditorium, das den idealen Rahmen für Vorträge, Vorlesungen, Konferenzen und Kongresse bietet, nicht entgehen.

Patient nicht mehr als «Opfer»

In seiner Eröffnungsrede zeigte sich Hans Gut stolz über den Bau des Auditoriums und bezeichnete ihn als wichtigen Meilenstein auf dem anspruchsvollen Weg zu einer «Healthier Education in Zürich». Der Zürcher Gesundheitsdirektor Dr. Thomas Heiniger nahm den Ball in seiner Grussbotschaft auf. «Healthy» in der Gesundheitsversorgung – das heisst für ihn: Nutzen für den Patienten. Die Patientenorientierung, der Patientennutzen müsse den Ausschlag geben, sei es bei Forschung, Pflege, technischen Mitteln oder Versorgungsmodellen. Der Patient ist nicht mehr ein «Opfer», das passiv auf Heilung wartet. Er ist interessiert, informiert und kritisch.

Heiniger machte sich für Generalisten mit Durch- und Überblick stark. In seinen Augen braucht es die Vernetzung und Zusammenarbeit von Gesundheitsfachpersonen, Gesundheits- und Bildungsinstitutionen. Er griff der anschliessenden Podiumsdiskussion vor und schlug drei wichtige Kompetenzen vor, die dem Fachkräftenachwuchs mit auf den Weg gegeben werden sollten:

  • Kenntnisse der Ausbildung, Kompetenzen und Ressourcen von anderen Berufsgruppen: Je mehr diese Kompetenzen vorhanden sind, desto besser funktioniert die Teamarbeit.
  • Die Bereitschaft, Patientinnen und Patienten als Partner einzubinden.
  • Die Berücksichtigung der Behandlungs- und Betreuungsbedürfnisse der Zukunft.
     

Interprofessionelle Zusammenarbeit ausbauen

Moderatorin Esther Girsberger nahm in der Diskussionsrunde die Punkte von Thomas Heiniger auf und stellte die provokante Frage, ob in der Ausbildung falsche Prioritäten gesetzt würden. Dies liessen die Podiumsteilnehmer nicht gelten. «Wir haben sehr gute Medizin- und Pflegeausbildungen», sagte Gregor Zünd vom UniversitätsSpital Zürich. Allerdings sah er noch Optimierungsbedarf bei der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Ausbildung. Zwar gibt es bereits erste gemeinsame Ausbildungsmodule für Medizin und Pflege, die bei den Studierenden sehr populär sind. Hans Gut wies aber auf die Schwierigkeit hin, die beiden Curricula der Universität und der Pflegefachhochschule miteinander zu verbinden. Um die Attraktivität der Gesundheitsberufe zu steigern, bemüht sich das UniversitätsSpital zusätzlich um Teilzeitpensen – auch auf Chefebene. Michael Hengartner von der Universität Zürich ergänzte, dass die Qualität der Ärzte vielleicht fast zu gut sei. Er musste aber zugeben, dass man sich noch zu sehr an Krankheiten orientiere und die Patientensicht zu wenig beachtet werde. In dieser Hinsicht waren sich alle einig: Der Patient muss in allen Bereichen mehr ins Zentrum gerückt werden.

Mehr Forschungsmittel nötig

In der Diskussion kam unter anderem auch der neue Bachelor-Studiengang in Humanmedizin an der ETH zur Sprache, der medizinische mit technisch-naturwissenschaftlichen Aspekten verbindet. Detlef Günther von der ETH machte keinen Hehl daraus, dass es auch Widerstand gegeben habe. «In jedem System, das sich neu ausrichtet, gibt es Friktionen.» Und Michael Hengartner betonte, dass ein vielfältiges Angebot wichtig sei.

Dass alle Institutionen mit Stiftungen Forschungsgelder beschaffen wollen, deutete für Moderatorin Esther Girsberger nicht unbedingt auf Zusammenarbeit hin. Doch Detlef Günther konterte, dass es im Grunde doch egal sei, wer Geld sammelt, wenn bei der Forschung der Patient im Zentrum stehe. Er rechnete zudem vor, dass es noch viel mehr Forschungsmittel braucht, um künftig eine Kostensenkung im Gesundheitssektor herbeiführen zu können.

Zum Abschluss des Eröffnungsanlasses lud die Careum Stiftung zum Apéro riche, bei dem sich Publikum und Podiumsteilnehmer in lockerem Rahmen weiter austauschen konnten.