Interprofessionelle Lehre aus der DACH-Perspektive

Birgit Wershofen und Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich am Frühjahrssymposium der GMA-Austria (v. l.).

Die österreichische Sektion der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) hat Anfang Mai ihr Frühjahrssysmposium in Innsbruck veranstaltet. Im Zentrum stand die interprofessionelle Ausbildung. Eingeladen war auch Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsentwicklung. Sie betonte in ihrem Kurzreferat, dass interprofessionelle Zusammenarbeit und Ausbildung alle Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen betrifft. Im engeren Sinn ist damit die Zusammenarbeit von Fachpersonen aus Gesundheits-, Sozial- und Medizinalberufen in berufs- und sektorenübergreifenden Teams gemeint. Im weiteren Sinn gehört auch die Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen oder weiteren Beteiligten im Pflege- und Betreuungsalltag dazu. Die Relevanz belegte Dr. Kaap-Fröhlich etwa mit einer zitierten Statistik von Paradis & Reeves (2013): Gab es 1970 erst 356 Publikationen zum Thema Interprofessionalität, waren es 2010 bereits 8519. Sie zeigte zudem die Initiativen der interprofessionellen Lehre in den drei deutschsprachigen Nachbarländern Deutschland, Österreich und Schweiz auf.

Interprofessionelle Ausbildungsstation in Zürich

Dr. Kaap-Fröhlich präsentierte dabei auch eine Landkarte der interprofessionellen Ausbildungssetttings im Raum Zürich. Diese ist im Zusammenhang mit dem Projekt «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation» (ZIPAS) entstanden. Dieses soll einen weiteren Meilenstein in den langjährigen Bemühungen von Careum für den Ausbau von interprofessionellen Lernangeboten in der Ausbildung darstellen. Das Projekt sieht vor, dass am UniversitätsSpital Zürich eine schweizweit einmalige und innovative Lernstation nach skandinavischem Vorbild installiert wird. Auf dieser sollen angehende Ärztinnen und Ärzte sowie angehende Gesundheitsfachpersonen im Team Patientinnen und Patienten unter Supervision versorgen. Dadurch können sie bereits in der Ausbildung miteinander, voneinander und übereinander lernen, um die künftigen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung meistern zu können. Für das Projekt spannen die sechs Institutionen Careum Stiftung, Medizinische Fakultät der Universität Zürich, UniversitätsSpital Zürich, Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Departement Gesundheit) sowie das kantonale Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen zusammen.

Litaraturhinweis

Kaap-Fröhlich, S. (2018). Interprofessionelle Ausbildung für die Gesundheitsversorgung von morgen – eine Schweizer Perspektive. Public Health Forum, 26(1), 42-44.

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Interprofessionalität als wichtiges Thema bei Careum
Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation (ZIPAS)