Neuer Dachverband der betreuenden Angehörigen

Pflegende und betreuende Angehörige erhalten mit der neu gegründeten Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung eine Stimme. Das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit ist von Anfang an als Wissenschaftspartner dabei.

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Ende Mai 2019 ist in Bern der erste nationale Dachverband der betreuenden und pflegenden Angehörigen entstanden. 20 Organisationen und Gesundheitsligen haben an der Gründungsversammlung SP-Nationalrat Adrian Wüthrich zum ersten Präsidenten des Vereins Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung (IGAB) gewählt. Er ist gleichzeitig Präsident von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden. Auch das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit ist von Anfang an als Gründungsmitglied und Wissenschaftspartner mit dabei. Das Forschungsprogramm «work & care» beschäftigt sich bereits seit mehr als 10 Jahren mit der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege.

Vom Bundesrat vorgeschlagene Massnahmen gehen zu wenig weit

Im ersten Vereinsjahr will die IGAB den parlamentarischen Prozess des Gesetzesentwurfs des Bundesrates zur Entlastung der pflegenden und betreuenden Angehörigen begleiten. Sie will insbesondere auf bestehende Gesetzeslücken hinweisen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die vier vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen stellen für die IGAB zwar Verbesserungen dar, gehen jedoch zu wenig weit. Angesichts der enormen Herausforderungen, mit denen sich betreuende und pflegende Angehörige in der Schweiz konfrontiert sehen, reichten sie nicht aus, so die IGAB.

Die Führung der Geschäftsstelle der Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung wurde an Travail.Suisse übertragen. Die neue Gemeinschaft ersetzt die im April 2017 unter dem Namen «Nationale Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige» gegründete einfache Gesellschaft.

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Forschungsprogramm «work & care» von Careum
Aktionsplan vom Bundesrat für betreuende und pflegende Angehörige