Neue Professorin an der Careum Hochschule

Der Fachhochschulrat hat Claudia Müller den Professorinnentitel der Kalaidos Fachhochschule verliehen. Herzliche Gratulation!

Der Forschungsbereich der Careum Hochschule Gesundheit freut sich über eine neue Professorin: Auf Antrag der Hochschulkonferenz verlieh der Fachhochschulrat Claudia Müller den Titel «Professorin der Kalaidos Fachhochschule». Prof. Dr. Claudia Müller arbeitet seit Oktober 2018 im Bereich Forschung der Careum Hochschule Gesundheit auf Teilzeitbasis. Sie verstärkt dort das Forschungsteam Ageing at Home.

Der Start ist ihr temporeich gelungen – so war sie erfolgreich als Co-Antragstellerin «in der schweizerischen Königsklasse» der Forschungsförderung, im Nationalen Forschungsprogramm NFP 74 «Gesundheitsversorgung». Mit der Verleihung des Professorinnentitels der Kalaidos Fachhochschule werden nun ihre Aktivitäten gewürdigt – sie trägt massgeblich dazu bei, die Forschungstätigkeiten der Careum Hochschule Gesundheit in den Bereichen Technik im Alter und Digitalisierung international auszuweiten.

Brücke zwischen Universität Siegen und Careum Hochschule Gesundheit Zürich

Was die Universität Zürich mit den «Brückenprofessuren» im Bereich Digitalisierung erst plant, setzt die Careum Hochschule schon um – und zwar gleich international: Bis zu ihrem Arbeitsstart bei der Careum Hochschule Gesundheit war Claudia Müller in Vollzeit Juniorprofessorin im Department Wirtschaftsinformatik, «IT in der alternden Gesellschaft» an der deutschen Universität in Siegen. Mit einer halben Stelle bleibt sie dies weiterhin und leitet dort verschiedene internationale Projekte. Gleichzeitig an zwei Forschungseinrichtungen tätig, macht sie nun den personellen Brückenschlag zwischen Universität und Fachhochschule. Auf diese Weise verbindet sie universitär hochrangige wissenschaftliche Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Pflege- und Versorgungsforschung wie auch Innovationsentwicklung.

Die Careum Hochschule Gesundheit stellt Patienten und Angehörige als «Expertinnen und Experten aus Erfahrung» in allen Forschungsprogrammen seit Jahren systematisch in den Mittelpunkt. Sie sollen als Akteure in der Gesundheitsversorgung gestärkt werden – auch mit digitaler Unterstützung. Mit diesem Fokus will Careum Forschung sich auch in Zukunft stark engagieren. (Lesen Sie auch «Technik im Alter: Senioren entwickeln mit»)

Informatik, Gesundheitswissenschaften und Gerontologie treffen aufeinander

Die Schwerpunkte von Prof. Dr. Claudia Müller liegen in der Förderung gesellschaftlicher und digitaler Teilhabe im Bereich «Gesundheit und Altern» – interdisziplinäre Forschung entlang den Schnittstellen von Informatik, Gesundheitswissenschaften und Gerontologie.

Sie erforscht, wie Informations-, Kommunikations- und Sensortechnologien und Anwendungen des maschinellen Lernens als innovative und alltagstaugliche Hilfsmittel eingesetzt werden können. Ihre Forschungsprojekte umfassen die Themenbereiche «Ambient Assisted Living» (Technikunterstützung im Alltag), Nachbarschaftsinformatik (Smart Cities, Smart Villages), Digitale Kompetenz und Co-Design.

Als Sozio-Informatikerin vertritt sie eine relativ junge Teildisziplin der angewandten Informatik. Die Sozio-Informatik richtet ihr Augenmerk auf die Aneignung von Digitaltechnologie in der Alltagspraxis, in realen Lebens- und Arbeitswelten. Aneignungsprozesse gut zu verstehen und mit Technik optimal zu unterstützen, bedarf eines umfassenden Verständnisses der Anwendungsfelder.

Claudia Müller engagiert sich für die neuen Ansätze einer menschen- und praxisorientierten gemeinschaftlichen Technikgestaltung nicht nur in ihrer wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch mit ihren öffentlichen Mandaten und als Mitorganisatorin von Konferenzen.

Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Sachverständigenkommission des Achten Altenberichts der deutschen Bundesregierung (Thema: Ältere Menschen und Digitalisierung). Zudem ist stellvertretende Vorsitzende des «Fachbeirat Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen» des deutschen Bundesfamilienministeriums. In der Expertenjury des in der DACH-Region aktiven Gründerwettbewerbs SENovation-Award engagiert sie sich in der Technikentwicklung für ältere Menschen gegen stigmatisierende Perspektiven und gängige Altersstereotypen in der Produktentwicklung.

Careum Hochschule Gesundheit, Bereich Forschung
Ein inovatives Projekt erprobt die häusliche Gesundheitsversorgung der Zukunft

Prof. Dr. Claudia Müller arbeitet mit Dr. Heidi Kaspar und Karin van Holten im Projekt CareComLabs:

Möchten in Zukunft mehr Menschen trotz Krankheiten oder Behinderungen zu Hause wohnen bleiben, braucht es neue Konzepte. Die Studie entwickelt, implementiert und evaluiert gemeinsam mit Beteiligten und Betroffenen neue Modelle von «sorgenden Gemeinschaften» in drei Regionen in der Deutschschweiz.
Das Projekt setzt im Bereich der Langzeitversorgung von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf neue Impulse. Es verbindet zwei innovative Ansätze miteinander: Caring Communities und Living Labs. Das Ziel ist, nachhaltige und sozialverträgliche Modelle der häuslichen Langzeitversorgung partizipativ zu entwickeln, praktisch zu testen und kritisch zu prüfen. In drei ausgewählten Gemeinden werden soziale Räume des gemeinsamen Lernens, so genannte Alltagslabore (englisch: Living Labs), eingeführt. In diesen Living Labs werden Bedürfnisse erkundet, neue Angebote entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden für andere interessierte Gemeinden aufbereitet und zugänglich gemacht.