Neues SNF-Projekt bewilligt!

Der SNF-Projektantrag «Innovative Home Care Models for People with Comprehensive Care Needs: Caring Community Living Labs» konnte sich in der Ausschreibung des Nationalen Forschungsprogramm 74 «Gesundheitsversorgung» erfolgreich durchsetzen.

v.l.: Forschungsleiter U. Otto; Projektteam: K. van Holten, H. Kaspar, C. Müller; H. Gut (Stiftungsratspräsident). Foto: A. Jähnke

Forschen bedeutet auch: Anträge schreiben, einreichen und Forschungsgelder einwerben. Es gilt, überzeugende Projektideen zu präsentieren und sich gegen viele Mitbewerbende durchzusetzen. Ist man erfolgreich und wird ein neues, spannendes Projekt bewilligt, ist das jeweils eine grosse Freude und Bestätigung für die Projektverantwortlichen. So geschehen auch diese Woche bei Careum Forschung: Der SNF-Projektantrag «Innovative Home Care Models for People with Comprehensive Care Needs: Caring Community Living Labs» von Heidi Kaspar, Karin van Holten und Claudia Müller im Nationalen Forschungsprogramm 74 «Gesundheitsversorgung» (NFP 74) wurde bewilligt. Für das NFP 74 waren Projekte gesucht worden, welche die Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten zu Hause sowie die Organisation und Steuerung des Schweizer Gesundheitssystems der Zukunft zum Inhalt haben.

Das bewilligte Projekt bereitet gerade auch Claudia Müller ein schönes Willkommen. Sie ist vor sechs Wochen als Research Fellow zu Careum Forschung (Forschungsprogramm «Ageing at home») gestossen und leitet gleichzeitig als Juniorprofessorin den Bereich «IT für die alternde Gesellschaft» an der Universität Siegen (D).

Das Projekt CareComLabs

Das Projekt CareComLabs erforscht und setzt innovative und gemeinschaftsbasierte Versorgungsmodelle für die Langzeitpflege zu Hause um. Auch Menschen mit umfassenden Betreuungs- und Pflegebedürfnissen möchten häufig in ihrer eigenen Wohnumgebung bleiben. Aktuelle Ansätze der Langzeitpflege sind nicht nachhaltig, denn sie überfordern Angehörige meist oder verlassen sich teilweise auf die problematische Arbeitssituationen von Care Migrantinnen. Pflegetechnologien werden als weitere Lösungsansätze verfolgt, zielen aber häufig an den alltagsbezogenen Bedürfnissen der Nutzenden vorbei.

Zwei hochinnovative Ansätze vereint

Mit Caring Communities und Living Labs verbindet das neue CareComLabs-Projekt zwei hochinnovative Ansätze. Es fragt erstens, wie die Verantwortung für die häusliche Pflege, Betreuung und Versorgung von Einzelpersonen und Familien auf lokale Gemeinschaften ausgedehnt werden kann. Zweitens will das Projekt entsprechende Möglichkeiten partizipativ erkunden, das heisst zusammen mit allen Betroffenen – mit Gesundheitsfachpersonen, mit Personen aus der Politik und Forschung sowie mit der Zivilbevölkerung.

Living Labs verstehen das natürliche Umfeld und den gelebten Alltag – statt künstlich errichteter Räume – als Versuchslabore. Das heisst, dass neue Formen und Wege der häuslichen Versorgung im natürlichen Umfeld «getestet» werden. Solche «realistischen Experimentierfelder» werden in drei ausgewählten Gemeinden eingerichtet. So kann evidenzbasiertes Wissen zur Entwicklung zukunftsorientierter, nachhaltiger und finanzierbarer Modelle der gemeinschaftsbasierten häuslichen Langzeitpflege erarbeitet werden.

Das neue Projekt ergänzt passgenau die Careum-Forschung-Themenstränge, in denen jeweils bereits mehrere Aktivitäten laufen – ob zu Caring Communities, zu betreuenden und pflegenden Angehörigen, zu quartiersorientierter Aneignung von assistiven Techniken und Digitalisierung, zu Living Labs oder zu partizipativer Forschung. Es stärkt zudem die Zusammenarbeit zwischen den zwei Programmbereichen work & care und Ageing at home.

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