PBL2016 – Kongress Problem-based Learning 16. / 17. Juni 2016 in Zürich

Rückblick – Zu PBL eine gemeinsame Sprache finden

Die Trägerorganisationen Careum Stiftung, Pädagogische Hochschule Zürich PHZH und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW boten einen reichhaltigen und abwechslungsreichen Kongress. Er wurde eröffnet durch die Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, Frau Regierungsrätin Dr. Silvia Steiner.

An den Parallelsessions mit insgesamt 70 Beiträgen nahmen 360 Personen aus 19 Ländern teil. Fünf Keynote-Referate sorgten für interessante Impulse.

Im Zusammenhang mit dem internationalen Kongress hat die Kongressleitung das Sonderheft 11/3 der Zeitschrift für Hochschulentwicklung herausgegeben. Darin sind 14 Beiträge aus den Parallelsessions publiziert. Ein zweites Sonderheft mit englischsprachigen Beiträgen im Interdisciplinary Journal of Problem-based Learning wird im Herbst 2017 veröffentlicht.

Am Kongress standen drei inhaltliche Schwerpunkte im Fokus mit den Fragestellungen: Wie können Lernumgebungen mit PBL die Kompetenzentwicklung fördern? Wie kann PBL nutzbringend in Bildungsgänge eingebunden werden? Welchen Mehrwert für die Zusammenarbeit bringen Lerntechnologien und PBL?

Die Arbeit an Echtproblemen aus der Praxis und Fragestellungen aus dem Lehralltag wurden rege in den Parallelsessions diskutiert.

Daneben lieferten die Keynote-Referate bedeutende Impulse zu Lehre und Forschung. Prof. Dr. Henk G. Schmidt, Rotterdam, ein Urvater des PBL betonte, dass beim PBL echter Wissenserwerb eng an Denkfähigkeit geknüpft ist. Prof. Dr. em. John Sweller, Australien, sein Gegenspieler, plädierte für klare Anleitungen im Unterricht. In einem kontradiktorischen Gespräch, moderiert durch Prof. Dr. Elsbeth Stern, Zürich, traten sie gegeneinander an und zeigten, dass sie sich durchaus auch auf Gemeinsamkeiten einlassen können.

Prof. Dr. Anette Kolmos, Dänemark, erläuterte, wie PBL über den engen Kontext von Unterricht hinaus wirkt. Die Denkweise des PBL beeinflusst Haltung und strategische Entwicklung von Universitäten und Schulen. Sie folgerte: PBL ist eine Philosophie.

Prof. Dr. Gabi Reinmann, Hamburg, stellte ein Modell zur Begriffsbildung zu Problembasiertem Lernen und verwandten Ansätzen vor und fokussierte forschungsbasiertes Lernen in der akademischen Lehre.

Prof. Dr. Franz Eberle, Zürich, analysierte die Bedeutung von PBL für verschiedene Bildungskontexte und konkretisierte seine Überlegungen für die Gymnasialstufe.

Den Abschluss bildete Prof. Dr. em. Theo Wehner, Zürich, mit einem fulminanten Rückblick.

Mit diesem Kongress kam eine reichhaltige Sammlung von Materialien zum Thema PBL aus dem internationalen Umfeld zusammen. Dass PBL auch nach vielen Jahren immer noch ein aktuelles Thema ist, wurde damit deutlich sichtbar. PBL hat mit den vielen Namen von Expertinnen und Experten ein Gesicht bekommen.

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