Pflegende Angehörige als Mentor/innen für Studierende der Pflegewissenschaft

Deutscher Pflegetag 2016 in Berlin

Wer selbst krank ist oder sich für kranke oder behinderte Angehörige engagiert, erlangt oft viel Fachwissen und Erfahrung im alltäglichen Umgang mit Krankheit und Behinderung. Dieses Know-how macht sich auch der Studiengang MSc in Nursing (MScN) der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit zu Nutze und zieht Patienten/innen und Angehörige als Mentor/innen hinzu. Dieses Konzept orientiert sich am strategischen Ziel der Koproduktion, d.h. der Zusammenarbeit zwischen Nutzer/innen und Profis, um eine Dienstleistung aus beiden Perspektiven zu prägen.

In diesem Sinne stellten Iren Bischofberger, Prorektorin und MScN-Studiengangsleiterin, und Elsbeth Fischer-Doetzkies, Angehörige und begleitende Mentorin, am Deutschen Pflegetag anfangs März in Berlin das Konzept vor und erläuterten dessen Struktur mit den verschiedenen Mentoratsformaten.

Die MScN-Studierenden wählen sich jeweils ihren Mentor oder ihre Mentorin im beruflichen Umfeld selbst aus. Auch der Ablauf des Mentorats wird durch die Studierenden massgeblich gesteuert. Sie üben jedoch im Mentorat – entgegen ihrem Berufsalltag – keine Beratungsfunktion aus. Im Studiengang haben die Mentoratspersonen Dozierendenstatus, beurteilen jedoch keine Leistungsnachweise.

Das Mentorat leistet einen wichtigen Beitrag zu einer patienten- und angehörigenfreundlichen Gesundheitsversorgung. Die Patienten/innen und Angehörige machen den Alltag kranker Menschen für Studierende nachhaltig erfahrbar: Sie ermöglichen einen Blick über Spitalmauern, berichten von ihren Alltagserfahrungen – zum Beispiel über Medikamentenkosten oder Ferienvorbereitungen – und bieten so einen eindrücklichen Einblick in ihre Lebenswelt.

Weitere Informationen zum Mentorat: Bischofberger, I. (2016). Das Patienten- und Angehörigen-Mentorat. In Forum Managed Care (Hg.), Patientenbilder 2024 (p. 35). Neuägeri: Forum Managed Care. Volltext