Symposium zu Chancengleichheit und Interprofessionalität

Hans Gut, Präsident der Careum Stiftung, hat am Symposium «Interprofessionalism and Equal opportunities» nachgezeichnet, wie wichtig die Initiative der ersten Schweizer Ärztin und Gründerin der Pflegeschule Zürich gewesen ist.

Zum Gedenken an den 100. Todestag von Marie Heim-Vögtlin hat die Medizinische Fakultät Zürich das Symposium «Interprofessionalism and Equal opportunities» am 7. November 2016 organisiert. Damit wurde einerseits der ersten in der Schweiz ausgebildeten Ärztin gedacht. Darüberhinaus wurde eine unkonventionelle Persönlichkeit gewürdigt, die auch für die Professionalisierung der Gesundheitsberufe und die Entwicklung von Careum wichtig ist. Sie gründete die Pflegerinnenschule Zürich und setzte sich für die Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Chancengleichheit ein.

Am Symposium stellte Prof. Klara Landau die Biographie von Marie Heim-Vögtlin in den Kontext der heutigen Gleichstellungsdiskussion. Ausgehend von Fakten und einem Film zur Frage, wie geschlechterspezifische Stereotype im Kindesalter geprägt werden, zeigte sie eindrücklich auf, wie gerade bei verheirateten Ärztinnen die eigene Arbeit und Karriere hinter jene ihres Partners zurückgestellt wird, wenn dieser auch Arzt ist.     

Mit Prof. Jill Thistlethwaite ist eine weltbekannte akademische Lehrende und Forscherin als Referentin in Zürich eingeladen gewesen. Aus ihrer eigenen Erfahrung als ehemalige Hausärztin in Nordengland hat sie aufgezeigt, wie entscheidend neue Versorgungsmodelle und Haltungsänderungen in der Praxis sind, um interprofessionelle Bildung voranzubringen. Als Erfolgsfaktor betrachtet wird das Prinzip «performing – not pre-forming», also dass das Erleben und Erfahren der Kooperation in praktischen Situationen viel mehr bewirkt als andere Typen von Bildungsarrangements. Mit Blick auf die Entwicklungen in ihrem Arbeitsfeld in Australien ermutigte sie die Ausbildungsinstitutionen, der Frage «what happens in respect to interprofessional practice while being trained» besonderes Augenmerk zu schenken, also sich der Frage zu stellen, ob und in welchem Masse nebst den Skills auch Kooperationskompetenzen gelernt werden.   
 
B. Sottas