«Krankenpflege» zum bundesrätlichen Aktionsplan zur Unterstützung pflegender Angehöriger

Beitrag von Anke Jähnke und Iren Bischofberger

Für die pflegenden Angehörigen erkrankter, behinderter oder älterer Personen mangelt es nach wie vor an Angeboten für Auszeiten und zur Regeneration. Anke Jähnke und Iren Bischofberger von Careum Forschung stellen in «Krankenpflege» den Aktionsplan des Bundesrates vor und verweisen auf die Impulse, die der Aktionsplan professionell Pflegenden gibt, wie sie die Qualität und den Zugang zu Unterstützungsangeboten verbessern können.

Dass Angehörige einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung in der Schweiz leisten, bestreitet niemand. Allein im Erwerbsalter von 15 bis 64 Jahren und ohne Personen im Rentenalter mitzurechnen, ist von rund 330'000 Personen auszugehen, die regelmässig Betreuungs- und Pflegeaufgaben für erkrankte, behinderte oder ältere Angehörige übernehmen.

Der Aktionsplan des Bundesrates zur Unterstützung von Angehörigen umfasst die folgenden vier Handlungsfelder:

  • Information und Daten
  • Entlastungsangebote – Qualität und Zugang
  • Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung und -pflege
  • Betreuungsurlaub oder alternative Unterstützungsmöglichkeiten

Die Ergebnisse der schweizweiten Bestandsaufnahme, die Careum Forschung und das Büro BASS durchführten, zeigen, dass Angebote in den vier Kategorien unterschiedlich häufig verfügbar sind. Für die Umsetzung sind Bund, Kantone, Gemeinden, private Organisationen sowie Unternehmen zuständig. In allen Handlungsfeldern spielt die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Betreuung und Pflege von Angehörigen eine zentrale Rolle. Wenn die Angehörigen, wie im Bundesratsbericht gefordert, eine starke Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen sollen, ist ein modernisiertes Verständnis dieser Rolle im Versorgungsgeschehen angezeigt. Denn Angehörige sind nicht nur belastete Empfänger/innen von Hilfeleistungen, sondern auch wesentlich mitgestaltende Akteure, die kreativ und lösungsorientiert handeln.

Artikel in Krankenpflege 5/2015: PDF
Materialien und Informationen zum Aktionsplan: www.careum.ch/bundesratsbericht