Schwerpunktausgabe von «Pflegerecht» zu pflegenden Angehörigen

Beiträge von Careum Forschung

Zu pflegenden Angehörigen ist eine Schwerpunktausgabe der Zeitschrift «Pflegerecht» erschienen. Die Themennummer erscheint genau ein Jahr, nachdem der Bundesrat seine Situationsanalyse zu pflegenden und betreuenden Angehörigen veröffentlichte. Dieser Bericht markierte einen Meilenstein für die Schweiz. Denn damit stiess der Bundesrat einen Aktionsplan mit vier Handlungsfeldern und insgesamt elf Massnahmen an. Inzwischen ist der spezifische Fokus zu berufstätigen Angehörigen auch in den Massnahmenplan zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative eingeflossen.

Der Themenschwerpunkt enthält verschiedene Beiträge von Mitarbeitenden von Careum Forschung. In der Einführung zum Thema plädiert Prof. Dr. Iren Bischofberger (Programmleitung work & care) dafür, das hartnäckige Bild in der Gesellschaft und bei Gesundheitsfachpersonen aufzulösen, dass Angehörige immer überlastet seien, insbesondere bei paralleler Erwerbstätigkeit. Die provokante Frage «Sind Angehörige nur Mängelwesen?», die eine Angehörige an einer Veranstaltung zum bundesrätlichen Bericht äusserte, illustriere, dass die Alltagsexpertise, Problemlösungsfähigkeit und Kreativität von Angehörigen unberücksichtigt blieben. Eine konzeptionelle Erweiterung des tradierten Begriffspaares «Be- und Entlastung von Angehörigen» sei deshalb angezeigt.

In ihrem Beitrag «Auf Spurensuche im Informationsdschungel» setzen sich Karin van Holten, Jana Frässdorf und Agnes Leu auseinander mit den oft nicht einfach erhältlichen Informationen zu den bestehenden Möglichkeiten finanzieller Unterstützung für Angehörige, die ihre Nächsten betreuen und dafür teilweise finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Möglichkeiten gibt es im Rahmen der Ergänzungsleistungen zu den Alters- und Invalidenrenten, die auch Krankheits- und Behinderungskosten vergüten. Seit der Neuregelung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen sind dafür die Kantone zuständig. Dies führte dazu, dass im Bereich Krankheits- und Behinderungskosten 26 unterschiedliche kantonale Regelungen entstanden sind.

Dass es sich bei den betreuenden und pflegenden Personen nicht nur um Erwachsene handelt, sondern auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene der Herausforderung gegenüberstehen, ihre Schul-, Berufs- und Hochschulbildung mit einer Pflege- oder Unterstützungsrolle zu vereinbaren, rücken Prof. Dr. Agnes Leu (Programmleitung learn & care) und Marianne Frech in den Mittelpunkt ihres Beitrags «Verborgene Kinder sichtbar machen». Zur Sicherstellung der Chancengleichheit im Bildungssystem sei es von grosser Bedeutung, diese jungen Menschen frühzeitig zu erkennen und ihr Umfeld sowie Fachpersonen für ihre Situation zu sensibilisieren.

Weitere Beiträge des Themenschwerpunktes befassen sich unter anderem mit dem Aktionsplan des Bundes zur Unterstützung und Entlastung betreuender und pflegender Angehöriger sowie pflegenden Angehörigen in der Palliative Care.

Die Volltexte sind zugänglich unter www.pflegerecht.recht.ch

Auch das Migros-Magazin widmete den pflegenden Angehörigen einen thematischen Schwerpunkt. In der Ausgabe vom 23. November werden drei Familien porträtiert, in der Angehörige Betreuungs- und Unterstützungsaufgaben für ihre Nächsten übernehmen. In einem Interview äussert sich Prof. Dr. Iren Bischofberger zu den Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige. Das Migros-Magazin lädt Leserinnen und Leser dazu ein, auf seiner Homepage von eigenen Erfahrungen zu berichten.

Der ausführliche Artikel ist zugänglich unter www.migros-magazin.ch

Forschungs- und Entwicklungsprogramm work & care: www.careum.ch/workandcare >>
Videoplattform work & care: www.workandcare.ch >>
Forschungs- und Entwicklungsprogramm learn & care: www.careum.ch/youngcarers >>