Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im Gesundheitswesen

Double-Duty Caregiving

Am vierten Symposium der SAMW zur Versorgungsforschung tauschten sich 170 Fachleute unter dem Titel «Less is more» am 9. November in Bern über den Beitrag der Versorgungsforschung zu einem nachhaltigen Gesundheitssystem aus. Careum Forschung hat ein Poster zur Doppelrolle von Gesundheitsfachpersonen präsentiert, die beruflich und privat pflegen und betreuen. Gesundheitsfachpersonen engagieren sich im Vergleich mit anderen Berufsgruppen häufiger für ihre erkrankten, behinderten oder älteren Angehörigen. Das im Juli 2015 gestartete Projekt «Double-Duty Caregiving» untersucht die Verschränkung von beruflichem und privat geleistetem Engagement, über die bislang wenig bekannt ist. Erste Resultate deuten darauf hin, dass sowohl private als auch institutionelle Erwartungen zu besonderen Herausforderungen und Belastungen führen können. Gleichzeitig kann die spezifische Erfahrung in Institutionen zur Sensibilisierung für die Bedürfnisse pflegender Angehöriger beitragen und damit eine wertvolle Ressource sein.

Am 10. November referierte Anke Jähnke über die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im Gesundheitswesen an der Tagung für Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich von Careum Weiterbildung in Aarau. Für Führungspersonen besteht die Herausforderung darin, die Mitarbeitenden in ihrer unterschiedlichen sozialen Umwelt abzuholen und in ihrer individuellen Motivation und Leistungsbereitschaft zu fordern und zu fördern. Die Fachtagung «Individuelle Lebensgestaltung der Mitarbeitenden – Handlungs- und Spielräume in der Führung kreativ nutzen» zeigte verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf. Das Thema work & care war Gegenstand eines Referats und eines Workshops von Anke Jähnke.