Erfolgreiche Teams wachsen im Training

Das Simulationszentrum USZ bereitet Szenarien auf und forscht dazu.

Das Careum Colloquium vom 3. Nov. 2016 fand im Simulationszentrum des UniversitätsSpital Zürich gegenüber dem Careum Campus statt. PD Dr. Michaela Kolbe, Dr. med. Bastian Grande und Dr. Julia Seelandt zeigten auf, wie sie Simulationstraining mit interprofessionellen Teams umsetzen und welche Ziele sie im Auftrag des UniversitätsSpitals Zürich USZ damit verfolgen. Parallel zum Schulungsauftrag betreibt das Simulationszentrum auch eigene Forschung. Beispielsweise werden Gestaltung und Wirksamkeit von Simulationstaining untersucht. Hier interessiert z.B. wie ein Training aufgebaut sein muss und was es enthalten soll. Die Trainingsanordnungen werden anhand der wissenschaftlichen Begleitforschung angepasst. So können Innovationen einfliessen. 

Wenn interprofessionell zusammengesetzte Teams zuverlässig miteinander zusammenarbeiten, funktioniert auch ihre Kommunikation. Sie müssen besonders im medizinischen Bereich rasch handeln können. Neben einfachen Regeln, brauchen sie deshalb funktionierende Abläufe und eine gemeinsame Sprache. Sie begegnen sich in einer Grundhaltung, die sich an den Anforderungen von Situationen ausrichtet. Vorurteile gegenüber anderen Personen sollen in den Hintergrund treten. Patientensicherheit steht im Zentrum (vgl. hierzu: Speak up).

Das Simulationszentrum baut die Szenarien auf drei Prinzipien auf, die wiederum in einen Gesamtablauf eingebunden sind: 

  • Die Grundhaltung der eigenen Wahrnehmung sich und anderen gegenüber.
  • Der Umgang mit Informationen und Daten, die den Raum nicht verlassen.
  • Die Möglichkeit, die Simulation jederzeit zu unterbrechen. 

Im Gesamtablauf lebt das Simulationszentrum die Prinzipien konsequent vor. Trainingsgruppen werden sorgfältig abgeholt. Sie machen Bekanntschaft mit Bedeutung und Stellenwert von Simulation. Teilnehmende sollen sich aktiv darauf einlassen mit ihrer persönlichen Zustimmung.  Die 10 CRM-Regeln dienen als Leitfaden. 

Die Teams nehmen an der Simulation in Aktion und als Zuschauende teil. Kameras zeichnen die Trainings von allen Seiten auf und vom Nebenraum mit einem Sichtfenster kann die Durchführung live beobachtet werden.

Im Simulationszentrum des UniSpital Zürich können Teams aus verschiedenen Abteilungen miteinander trainieren. Es stehen praxisgerechte Simulationsszenarien zur Verfügung, die klaren Kriterien folgen und wiederholbar gleiche Bedingungen anbieten.

Nach der Durchführung der Simulation folgt das Debriefing. Ein wichtiger Part, der besonders in der Praxis bedeutsam ist. Hier erwerben die Beteiligten die Kompetenz, darüber zu reflektieren, was geschehen ist und was sie aus dem Training gelernt haben für ihre weitere Praxis. Ein Anliegen ist, auch im Berufsalltag kurze Unterbrechungen mit Reflexionen im Team zur Sachlage zuzulassen und danach Lösungen umzusetzen. Am Ende des Debriefings formuliert jede Person, was sie für sich mit in die Praxis nimmt und neu umsetzen wird.

Der Besuch beim Simulationszentrum hat gezeigt, wie wichtig Kommunikationskultur für Zusammenarbeit im Team und für die Übernahme von Verantwortung ist. Sie hat auch Bedeutung für die Ausbildung, indem Fachpersonen schon früh lernen, sich im Kontext beruflicher Situationen zu beobachten und Interaktionen im Team und mit Patientinnen und Patienen zu reflektieren. Dadurch bauen sie Professionalität von Anfang an auf.