Team versus Megatrends: Gemeinsam besser reüssieren

Anhand der «Vierfeldertafel» aus Working Paper 7 wurde aufgezeigt, wie andere Berufe eingebunden werden müssen, insb. aus dem Management. In einem zweiten Teil hat er aufgrund einer Literaturreview aufgezeigt, welches die Evidenz für 10 gesundheits- und bildungspolitische Aspekte von interprofessioneller Zusammenarbeit ist. Diese geben wichtige Hinweise für die Strategie- und Organisationsentwicklung. 

Präsentation Dr. Beat Sottas: Team versus Megatrends: Gemeinsam besser reüssieren (PDF)

Hintergrundinformationen

Dr. Beat Sottas, Zürich

Eine vom Referenten erstellte Übersichtsstudie zeigt anhand von 10 gesundheitspolitisch relevanter Aspekte, dass es für die Vorteile interprofessioneller Zusammenarbeit gute Evidenz gibt. Eigentlich zeigt dieser Wirkungsnachweis, dass damit Handlungsbedarf für rasche strategische und operative Umstellungen in der Bildung und in der Praxis besteht. 

Gerade im deutschsprachigen Europa gibt es zwar einen «plakativen Konsens» über den Nutzen der Teamarbeit – niemand ist öffentlich dagegen – aber in der Realität herrscht eine «schreckliche Trägheit» (Lancet). Angesichts des Pochens auf Evidenz in der Behandlung macht dieser Widerspruch ratlos und wirft die Frage auf, was denn überhaupt mit dem Ruf nach Evidenz begründet wird.  

Die Versorgungsrealität wird in einer Art «slow motion disaster» (WHO) zusehends konfrontiert mit den Effekten von Megatrends (Hochaltrigkeit, Personalverknappung, Ökonomisierung, Bürger-/Patientenkompetenz, Generation Y mit anderen Lebensentwürfen). Die seit über 20 Jahre laufenden Diskussionen um Reformen sind aber trotz vieler wegweisender Beiträge festgefahren. Die Regulierung mit der masslosen Verregelung und Verriegelung lässt insb. in Deutschland kaum Veränderungen an der «Heilhilfsberufe»-Front und den archetypischen Berufsbildern zu.

Gerade in der Bildungsperspektive ist dies zutiefst irritierend: reicht das, um mit den Megatrends klar zu kommen? Und wie sollen die künftigen Fachpersonen in 10 oder 20 Jahren fit im Job sein, wenn sie passgenau in Rollenbilder von gestern gepresst werden? Notwendig ist mindestens ein «slow motion change management» in der Bildungsstrategie und es stehen Hausaufgaben in der Neugestaltung und Organisationsentwicklung der Arbeitswelten an. Dabei darf man auch von guter Praxis im Ausland lernen.

Interprofessioneller Gesundheitskongress, 8. und 9. April 2016, Dresden

Videobeitrag zum Kongress