Young Carers: Wer nimmt ihre Anliegen auf?

Der Bundesrat anerkennt, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stark belastet sind, wenn sie Angehörige pflegen

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die pflegebedürftige Angehörige unterstützen, finden zunehmend Beachtung. Der Bundesrat möchte ihnen im Rahmen seines Aktionsplanes zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen Aufmerksamkeit schenken. Doch was heisst das konkret für die Betroffenen?

Im Dezember 2014 hat der Bundesrat in seinem Aktionsplan verschiedene Handlungsfelder beschrieben, die eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für betreuende und pflegende Angehörige bewirken sollen. Obwohl der Bundesrat erwähnt, dass auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Unterstützungs- und Pflegerollen übernehmen, schlägt er keine Massnahmen für sie vor. Er begründet, «dies sprenge den Rahmen seiner politischen Aufträge». Dank einem Medienbericht vom 11. Januar 2015 in der NZZ am Sonntag und dem Postulat von Nationalrätin Barbara Schmid Federer «Pflegende Kinder nicht ausklammern» hat sich die Haltung des Bundesrates geändert. Das Thema Young Carers und Young Adult Carers findet nationale Beachtung in den Medien und in der Politik.

Der Bundesrat wurde von Nationalrätin Schmid-Federer im Mai 2015 aufgefordert, dem Parlament darzulegen,

  • wie viele Kinder und Jugendliche in der Schweiz betroffen sind
  • wie stark ihre Belastung ist
  • welche Auswirkungen dies auf die Kinder, die Familien und die Gesellschaft hat

 

Weiter will die Nationalrätin vom Bundesrat wissen, welche Angebote der Bundesrat – zusammen mit Kantonen, Gemeinden und privaten Institutionen – schaffen will, um Kinder und Familien zu entlasten, die sich in einer solchen Situation befinden. Wie will er eine bessere Erfassung der Problematik und eine höhere Transparenz erreichen?

Der Bundesrat führte in seiner Stellungnahme vom 2. September 2015 aus, er teile die Einschätzung, dass die Übernahme von Betreuungs- und Pflegeaufgaben viele negative Konsequenzen für die Kinder und Jugendlichen und ihr Umfeld nach sich ziehen könne. Im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplanes zur Unterstützung von betreuenden und pflegenden Angehörigen soll deshalb den spezifischen Bedürfnissen der betreuenden und pflegenden Kinder und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Beispielsweise soll im Handlungsfeld 1 «Information und Daten» spezifisch auf die Belastungen von betreuenden und pflegenden Kindern und Jugendlichen eingegangen werden. So kann sensibilisiert und wo nötig zielgerichtet interveniert werden. Im Handlungsfeld 2, «Entlastungsangebote Qualität und Zugang», soll zudem aktiv angestrebt werden, dass sich die Entlastungsangebote auch spezifisch auf die Entlastung von Kindern schwerkranker Eltern ausrichten. Diese Kinder und Jugendliche sollen in dieser belastenden Situation unterstützt werden.