Erfolgreiches Peer Review bei Careum Forschung

Foto: Unsplash/Helloquence

Careum Forschung, das Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit, stellte sich 2016 einer freiwilligen Qualitätskontrolle. Nun liegen die Ergebnisse des Peer Reviews vor. Sie sind erfreulich!

Das «Peer Review» ist eine Form wissenschaftlicher Qualitätskontrolle. Bei dem Verfahren legen Forschende ihre Ergebnisse gegenüber anderen Experten und Expertinnen in ihrem Fachgebiet («Peers») offen, damit diese sie einer gründlichen Prüfung unterziehen («Review»). Bemerkenswert ist, dass es sich um eine freiwillige Qualitätsmassnahme handelte. Es war die Kalaidos-Hochschulleitung, die das Peer-Review-Verfahren aus den folgenden drei Gründen angestrebt hatte:

  1. Nach einer Phase des schnellen Auf- und Ausbaus hat sich die Zahl der Mitarbeitenden von Careum Forschung innerhalb von zweieinhalb Jahren mehr als vervierfacht. Hier galt es, eine kritische und seriöse Zwischenbilanz zu ziehen.
  2. Die Qualitätsbewertung erfolgte etwa zur Halbzeit zwischen dem letzten und dem nächsten Akkreditierungsverfahren. Damit kann sich Careum Forschung auf der Grundlage des Expertenurteils planvoll weiter entwickeln.
  3. Die ungewöhnliche, aber offensichtlich auch besonders chancenreiche Struktur sollte kritisch untersucht werden: Careum Forschung ist das Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit, wird aber von der unabhängigen Careum Stiftung geführt und erhält von dieser auch erhebliche Mittel.

Was im Peer Review untersucht wird

Als aussagekräftig für Qualitätsbeurteilungen wissenschaftlicher Einrichtungen gelten meist in erster Linie die eingeworbenen Drittmittel, die Zahl, die Qualität und der Publikationsort von Veröffentlichungen oder die Anziehungskraft ausgeschriebener Stellen. Careum Forschung wollte es aber noch genauer wissen:

  • Wie leistungsfähig ist das Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit – und zwar in einer Gesamtschau und aus unabhängiger Expertensicht?
  • Mit Blick auf das Careum-Stiftungsziel: Wie sieht es mit der Massgeblichkeit aus?
  • Wie werden die Zusammensetzung und die Qualifikationen der Mitarbeitenden beurteilt?
  • Wie vernetzt ist Careum Forschung, wie sieht die Zusammenarbeit mit relevanten Partnern aus? Und zwar sowohl hinsichtlich hervorragender wissenschaftlicher Partner wie auch Entwicklungs-und Anwendungspartner?
  • Wie nachhaltig findet der Transfer zwischen Forschung und Lehre statt?
  • Wie steht es um die Sichtbarkeit der Forschungsaktivitäten sowie deren konkreter Wirkung in Sachen Innovation und Praxisentwicklung?

Das Verfahren wurde so ausgestaltet, dass die Peers mit möglichst differenzierten Rückmeldungen zur Qualitätsentwicklung beitragen. Die Gutachtenden aus drei Ländern wurden mit Bedacht ausgewählt. Sie sollten zum einen für hohe unabhängige gutachterliche Qualität bürgen. Zum anderen war auch die Perspektivenvielfalt wichtig, um dem Anspruch des Forschungsinstituts (u.a. Massgeblichkeit) ebenso gerecht zu werden wie dem spezifischen Charakter eines Instituts, das in der Fachhochschulwelt vorrangig angewandte Forschung und Entwicklung betreibt.

Die Resultate sind erfreulich

Die Einschätzung der Gutachtenden kann sich sehen lassen.

  • Positiv wurde gewertet, dass erfreulich viele Projekte in einem hochkompetitiven Umfeld erfolgreich eingeworben und realisiert werden.
  • Der praxisorientierten Forschung wird ein hohes Niveau bescheinigt.
  • Die Vielfalt, das Spektrum und die Qualität der Publikationen beeindrucken die Peers. Allerdings bringt die grosse Bandbreite der Zielgruppen auch Probleme mit sich. Wie können beispielsweise die in der Wissenschaft betriebenen Theoriedebatten in praxisorientierten Publikationen vermittelt werden? Und wie lässt sich ein hohes oder gar exzellentes Niveau angesichts der vielfältigen „Arenen“ der Aussenkommunikation erzielen?
  • Der Transfer der Forschungsergebnisse in die Lehre ist auf gutem Niveau.
  • Die breite und gut gepflegte Vernetzung mit wissenschaftlichen Kooperationspartnern auf der einen Seite und mit wichtigen Praxis- und Umsetzungspartnern auf der anderen Seite wird lobend erwähnt. Nur so gelingen vielfältige Beiträge zu fachlicher Entwicklung und Umsetzung – vom Agenda Setting über Innovationsentwicklung bis hin zur Implementation.
  • Die Mitarbeitenden werden als engagiert, sehr gut qualifiziert und kompetent wahrgenommen. Ihre aussergewöhnlich multidisziplinäre Zusammensetzung wird als Chancenmerkmal, aber auch als Herausforderung gewertet.
  • Auf gutem Weg ist Careum Forschung auch in Bezug auf Profilbildung und Alleinstellungsmerkmale. Laut Gutachten hebt sich das Institut positiv in der Forschungslandschaft ab und die Programmlinien setzen den Fokus auf fachlich und gesellschaftlich wichtige Themen. Die Programmbereiche sollten sich aber noch stärker thematisch untereinander vernetzen und auf die gemeinsamen Leitorientierungen (u.a. Patientenzentrierung, Koproduktion am Gesundheitsstandort Privathaushalt) ausrichten.

Die Gutachtenden stellten einhellig fest, dass vom Institut ein ambitioniertes, zwar vielseitiges, aber strategisch gut erkennbares Portfolio an Forschungsprojekten vorgelegt wurde. Der hohe Anspruch, Forschung, Lehre und Praxis eng miteinander zu verzahnen, wird gemäss Peer Review überzeugend eingelöst. Die Rückmeldungen der Peers beinhalten zudem wichtige Inputs, die helfen, weiter an der Profilbildung des noch jungen Instituts zu arbeiten. Das insgesamt sehr positive Feedback und die empfohlenen Entwicklungsperspektiven spornen sowohl die Stiftung und die Kalaidos Fachhochschule Gesundheit als auch die Forschenden an.