Wertvolle Tipps aus Schweden für eine interprofessionelle Ausbildungsstation

Dr. Gert Ulrich, Projektleiter «Interprofessionelle klinische Ausbildungsstation Zürich», konnte am 30. November Sari Ponzer, Professorin für Orthopädische Chirurgie an der medizinischen Universität «Karolinska Institutet» in Stockholm, zu einer Gesprächsrunde auf dem Careum Campus begrüssen. Die Leiterin der Abteilung für Orthopädische Chirurgie sowie Leiterin Forschung, Bildung und Entwicklung am Stockholmer Spital «Södersjukhuset» verfügt über viel Erfahrung mit interprofessioneller Ausbildung: Bereits seit 1998 existiert am «Södersjukhuset» eine interprofessionelle klinische Ausbildungsstation, auf der Studierende der Medizin, Pflege und Therapie gemeinsam im Team Patientinnen und Patienten versorgen.

Ärztinnen und Ärzte müssen besonders überzeugt werden

Sari Ponzer beantwortete in der Diskussionsrunde brennende Fragen im Bezug auf eine interprofessionelle Ausbildungsstation. Ihre Tipps: Die Ärztinnen und Ärzte müssen besonders überzeugt werden, die interprofessionelle Ausbildung muss im Curriculum verankert werden, schnelles (Ver-)Handeln ist gefragt und es braucht motivierte Lernbegleitende. Es sei wichtig, den Nutzen und die Vorteile der interprofessionellen Zusammenarbeit herauszustreichen. So hat sich in Stockholm etwa gezeigt, dass das Training die Teamarbeit und die Kooperation verbessert. Sari Ponzer riet zudem dazu, nicht zu lange an einem Konzept herumzudoktern, sondern möglichst schnell loszulegen. Die Frage nach der Finanzierung beantwortete sie damit, dass eine Ausbildungsstation gar nicht viel teurer sei als eine normale Station. Die Benefits überwiegen jedoch substanziell.

Sari Ponzer berichtete auch von den Erfahrungen in der Vorbereitung der Studierenden. Zuerst gab es auf der Ausbildungsstation in Stockholm nur eine kurze zweistündige Einführung, bevor das interprofessionelle Training losging. Dies führte allerdings dazu, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte sowie die angehenden Gesundheitsfachpersonen jeweils eine Woche brauchten, um sich kennenzulernen. Deshalb findet nun ein ganzer Einführungstag statt. Dabei absolvieren die Teilnehmenden theoretische und praktische Teambildungsübungen und lernen die jeweils anderen Professionen besser kennen.

Wichtige Inputs für mögliche Ausbildungsstation in Zürich

Die Erkenntnisse aus Stockholm sind in Zürich von besonderem Interesse. Die Idee ist nämlich, dass am UniversitätsSpital Zürich ebenfalls eine interprofessionelle Ausbildungsstation installiert wird, auf der Lernende und Studierende aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen und Bildungsstufen von-, mit- und übereinander lernen. Dafür spannen die sechs Institutionen Careum Stiftung, Medizinische Fakultät der Universität Zürich, UniversitätsSpital Zürich, Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Departement Gesundheit) sowie das kantonale Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen zusammen.

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Forschungsbeschrieb Interprofessionelle klinische Ausbildungsstation in Stockholm
Projektbeschrieb «Interprofessionelle klinische Ausbildungsstation Zürich»
Interprofessionalität als wichtiges Thema bei Careum


Kontaktperson für weitere Informationen

Gert Ulrich, Dr. phil., M.A.
Projektleiter «Interprofessionelle klinische Ausbildungsstation Zürich»
Kooperationsprojekt von Careum, Universität Zürich, UniversitätsSpital Zürich, Careum Bildungszentrum, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen

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