ZQP-Report «Junge Pflegende»

Foto: Pixabay/faithfinder06
  • Welche Unterstützung benötigen Kinder und Jugendliche, um familiäre Pflegeaufgaben zu bewältigen?
  • Wie lassen sich diese mit Schule oder Ausbildung vereinbaren?
  • Und wie können relevante beteiligte Personen als Ansprechpartner und Helfer gestärkt werden?

Diesen und weiteren Fragen widmete sich am 23. Januar 2017 die ZQP-Fachtagung in Berlin. Im Rahmen der vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege unterstützten Veranstaltung wurde zudem der ZQP-Report «Junge Pflegende» vorgestellt, der unter Mitarbeit von Experten und Expertinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden ist. Der Report bietet eine umfassende Bestandsaufnahme zur Situation pflegender Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Daran mitgearbeitet haben auch Prof. FH Dr. iur. Agnes Leu, Programmleiterin learn & care, Careum Forschung (Forschungsinstitut Kalaidos FH Gesundheit) und Prof. Dr. Saul Becker, Universität Birmingham. Ihr Beitrag thematisiert das länderspezifische Bewusstsein zur Situation von Young Carers.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die öffentliche Wahrnehmung von jungen betreuenden und pflegenden Angehörigen ist ein wichtiges Anliegen, vor allem wegen ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit. Bisher haben nur wenige Länder das notwendige Bewusstsein und politische Massnahmen für ihre Situation entwickelt.
  • Eine länderspezifische Forschungsbasis ist eine wichtige Grundlage, um fortschrittliche Massnahmen und rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
  • In allen Ländern, in denen ein Bewusstsein für die Situation für Young Carers vorhanden ist und die Entwicklung rechtlicher Grundlagen vorangetrieben werden, besetzen Nicht-Regierungsorganisationen, Kinderhilfsorganisationen und Institutionen aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen Schlüsselrollen.
  • Ob es Fortschritte gibt, hängt vom politischen und sozialen Willen ab, Veränderungen zu schaffen. Die einzelnen Länder müssen dabei das Rad nicht neu erfinden, sondern können Erkenntnisse aus anderen Ländern ableiten.
  • Unterstützungsleistungen müssen familienorientiert, flexibel, koordiniert und verlässlich sein, jedoch nicht stigmatisierend. Wichtig ist, dass Interventationen frühmöglichst stattfinden, um problematische Unterstützungs- und Pflegerollen möglichst zu verhindern.

Der Gesamtreport kann in gedruckter Form über info@zqp.de bestellt werden.


Links

Young Carers, Programmseite Careum

Wenn Mama es alleine nicht schafft, NZZ-Artikel vom 8. Dezember 2016

Young Carers Awareness Day