Wohnen im Alter: Hightech-Hilfen im Test

Moderne Technologien können es Menschen mit Assistenzbedarf ermöglichen, ihren Alltag zu Hause selbstbestimmter zu gestalten. Im Living Lab «Active & Assisted Living» werden Assistenzsysteme auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft.


Ausgangslage

Technikunterstütztes Wohnen wird seit einigen Jahren gefordert und gefördert. Das Ziel ist es, die Autonomie von Menschen mit Assistenzbedarf zu unterstützten, so dass sie länger in den eigenen vier Wänden leben und ihren Alltag selbstständiger gestalten können. Das Versorgungskonzept «Active & Assisted Living» (AAL) ist dementsprechend in den letzten Jahren zu einem bestimmenden Faktor für die wissenschaftliche und marktorientierte Forschungslandschaft geworden. Die Expertengruppe, die das europäische AAL-Programm von 2008 bis 2013 evaluierte, bescheinigte diesem Konzept zwar gute Fortschritte im Bereich der Forschung, Entwicklung und Innovation, stellte aber auch fest, dass die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen sowie eine breite Marktdurchdringung noch auf sich warten lassen.

Projekt

Dieses Projekt will sich der Herausforderung stellen, die AAL-Technologien und die angeschlossenen humanen Hilfsdienste (Technik-Service Kombinationen) in der Bodenseeregion grenzüberschreitend und im Einklang mit den länderspezifischen Versorgungssystemen und technischen Standards einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. In drei Vertiefungs- und einem Rahmenprojekt werden die Benutzenden-, Technik-, Netzwerk- und Marktbarrieren identifiziert und Massnahmen zu deren Überwindung ausgearbeitet und getestet.

«Active & Assisted Living» (AAL) ist eines von drei Living Labs, das zur Stärkung der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Region von der Internationalen Bodensee Hochschule (IBH) – einer Vereinigung deutscher, österreichischer, liechtensteinischer und schweizerischer Hochschulen im Raum Bodensee – initiiert wurde. Es wird vom Interreg-Programm «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» gefördert.

Projektziele
Ziel des Projektes ist es, den Menschen, die sich aufgrund einer individuellen physischen oder psychischen Einschränkung (bedingt durch Alterung oder Behinderung) aus dem sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen fühlen, «Active & Assisted Living» zu ermöglichen. Individuell angepasste umgebungsunterstütze Technologien sollen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen und die Dienstleistungen von professionellen und informellen Pflegepersonen unterstützen.

Living Labs bieten eine ganzheitliche Infrastruktur für Forschung und Entwicklung, damit Innovation und Evaluation unter realen Bedingungen und mit Berücksichtigung der Anforderungen aller Interessensgruppen stattfinden kann. Berücksichtigt werden neben der technischen Umgebung und der psycho-physiologischen Aspekte auch kulturelle, organisatorische, gesetzliche und marktrelevante Gesichtspunkte.

Projektkonsortium

  • Lab-­Leitung: FH Vorarlberg
  • Beteiligte Hochschulen: HS Furtwangen, HS Kempten, HTWG Konstanz, DHBW Ravensburg, HS Ravensburg-­Weingarten, FHS St.Gallen, Universität St.Gallen, FH Vorarlberg, Kalaidos Fachhochschule Zürich, ZHAW
  • Diverse Sozialdienst- und Technologieanbieter
     

Projektteam

Careum Forschung:  Prof. Dr. Ulrich Otto, Dr. Heidi Kaspar, Anna Hegedüs

Finanzierung

Interreg V-Programm «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein»
www.interreg.org

Laufzeit

2016–2020

Weiterführende Informationen

Erfahren Sie mehr zum IBH Living Lab «Active & Assisted Living»
Broschüre und Plakat zum IBH Living Lab «Active & Assisted Living»
Erfahren Sie mehr zur Förderung der IBH Living Labs
Careum-Blogbeitrag von Heidi Kaspar: Technik unterstützt Leben im Alter