Koproduktion im Hilfesystem Demenz

Im Feld der Altenarbeit und Familienhilfe werden neue Methoden des Schnittstellenmanagements bei der Versorgung alter Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen untersucht.

Das Projekt «Koproduktion im Welfare Mix der Altenarbeit und Familienhilfe» (KoAlFa) zielt auf die Entwicklung und Erprobung neuer Methoden des Schnittstellenmanagements im Feld der multiprofessionellen und ehrenamtlichen Versorgung alter Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen. Dabei gilt der Koproduktion informeller und formeller Unterstützerinnen und Unterstützer sowie der multiprofessionellen Zusammenarbeit ein besonderes Interesse. Das Projekt lebt von einer Fülle an Kooperationspartnern. Die Forschung findet in der Praxis und mit der Praxis statt. Im Projekt werden Empfehlungen für eine gelingende Koproduktion von Fachkräften, Freiwilligen und Familien erarbeitet.

In binationaler Kooperation (D, CH) wird ein vierstufiges qualitatives Mehrmethodendesign mit der Implementation neuer Handlungspraxen verknüpft. Das Ziel ist eine nachhaltig verankerbare Praxisentwicklung auf der empirischen Basis eines partizipativen, lernorientierten Forschungsansatzes. Die in der ersten Phase aufgrund von Gruppendiskussionen gewonnenen Basishypothesen wurden in der zweiten Phase insbesondere durch Experteninterviews revidiert und erweitert. Durch weitere qualitative Forschungsschritte wird die Betroffenenperspektive (Ältere und Netzwerkpersonen) fokussiert. Daraus wurden ein anwendungsorientierter Theorieentwurf mittlerer Reichweite und ein empirisch abgestütztes Handlungs- und Organisationsmodell zum optimalen Schnittstellenmanagement entwickelt. Dieses dient in einer systematischeren Weise als Ausgangspunkt für die breiter übertragbare praktische Umsetzung. Mit Blick auf die Qualifizierung von Handlungspraxis wurden drei Schwerpunkte unterschieden: Familie, Freiwilligenengagement und Fachkräfte. Es handelt sich um ein partizipativ angelegtes Forschungs- und Entwicklungsdesign in Kooperation mit mehreren Forschungs- beziehungsweise Praxis- und Umsetzungspartnern.

Interdisziplinäres Projektteam

Careum Forschung: Prof. Dr. Ulrich Otto (Leitung KoAIFa-Teilprojekt Schweiz)
Institut für Angewandte Pflegewissenschaft FHS St. Gallen: Prof. Dr. André Fringer
Ernst-Abbe-Hochschule Jena: Prof. Dr. Michael Opielka (Lead Gesamtprojekt), mehrere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Interdisziplinärer Forschungspartner

Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut e.V., Jena (D)

Entwicklungs- und Umsetzungspartner

  • Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V.
  • AWO KV Jena-Weimar e.V.
  • Diakonie Orlatal
  • DRK-KV Jena-Eisenberg-Stadtroda e.V.
  • JeDi Jena e.V.
  • Landesärztekammer Thüringen
  • Mehrgenerationenhaus Gera
  • Pflegestützpunkt Jena
  • Stiftung FamilienSinn
  • Thüringer Ehrenamtsstiftung
  • Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Drittmittel

Deutsches Bundesministerium für Bildung und Forschung, Schwerpunktprogramm SILQUA

Laufzeit

2011–2014

Weiterführende Informationen

Erfahren Sie mehr zum Projekt «KoAlFa»