Evivo-Kurs für vulnerable Gruppen

Einfacher verständlich und besser zugänglich: Das Selbstmanagementprogramm bei chronischer Krankheit soll für Migrantinnen und Migranten angepasst werden.

Ausgangslage

Geringe Gesundheits- und Sprachkompetenz erschweren besonders sozioökonomisch benachteiligten Migrantinnen und Migranten mit niedrigem Bildungsniveau den Zugang zur Gesundheitsversorgung, auch bei chronischer Krankheit. Bei der Einführung von Evivo, einem Peer-geleiteten Kurs zur Selbstmanagementförderung bei chronischer Krankheit, haben Kursanbieter ein grosses Interesse bei Personen mit Migrationshintergrund beobachtet. Eine explorative Studie hat gezeigt, dass der Kurs auch mit moderaten Deutschkenntnissen durchführbar ist und hohen Nutzen aufweist. Zu prüfen ist nun der Anpassungsbedarf für den Migrationskontext, um das Angebot vulnerablen Gruppen zugänglich zu machen.

Projekt

Das Praxisentwicklungsprojekt zielt darauf ab, den Gruppen- und Peer-Ansatz von Evivo für Migrantinnen und Migranten zu erschliessen. Zielgruppe sind Personen, die wegen ihres Migrationshintergrunds konfrontiert sind mit:

  • Sprachbarrieren, da sie kaum eine der Schweizer Landessprachen sprechen
  • Lese- und Schreibproblemen
  • sozioökonomischen und bildungsbezogenen Herausforderungen
  • chronischen (Mehrfach-)Erkrankungen und/oder Behinderungen


Unbeantwortet blieb in ähnlichen internationalen Projekten bislang, inwieweit Evivo in der lokalen Sprache des Gastgeberlandes angeboten werden kann und in welchem Mass es sich positiv auf die Gesundheitskompetenz, das Selbstmanagement bei chronischer Krankheit und vor allem auch auf den Integrationsprozess von Menschen mit Migrationshintergrund auswirken kann. Das Projekt will durch eine Adaption des Kursprogramms mit und für Migrantinnen und Migranten erreichen, dass deren Gesundheitskompetenz, Chancengerechtigkeit und letztlich Integration mit diesem Peer-basierten, standardisierten Stanford-Ansatz gefördert werden kann.

Mit einem explorativ-partizipativen Ansatz wird eine Version dieser Gruppenintervention konzipiert und in zwei Pilotkursen umgesetzt. Dazu werden die Prinzipien, Strukturen und Inhalte von Evivo überprüft, gegebenenfalls kondensiert und so angepasst, dass künftig vor allem sozioökonomisch benachteiligte Migrantinnen und Migranten von der Selbstmanagementförderung mit Peer-Ansatz profitieren können. Die Evaluation von zwei Pilotkursen, die sich auf das angepasste Konzept stützen, wird im Frühjahr 2017 erste Resultate liefern.

Projektteam

Careum Forschung: Bettina Schwind (Leitung ab 2016), Sylvie Zanoni (Leitung 2015–2016), Dr. Jörg Haslbeck

Kooperationspartner

dialog gesundheit CH
SaluToMed AG (Zollikofen)
Spitex Zürich Limmat
Diakoniewerk Neumünster

Fördermittel

Für die Adaption hat das Bundesamt für Gesundheit Fördergelder aus dem Programm «Migration und Gesundheit» zur Verfügung gestellt.


Kontakt

Kompetenzzentrum Patientenbildung

Careum Forschung
Pestalozzistrasse 3
CH-8032 Zürich

T +41 43 222 64 00
F +41 43 222 50 05

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