Unterstützung für pflegende Angehörige

Das Projekt möchte ermitteln, inwiefern pflegende Angehörige beim Einstieg und in Notfallsituationen besser unterstützt werden können. Mit verschiedenen Untersuchungsmethoden soll ein allfälliger Handlungsbedarf geklärt und Lösungswege aufgezeigt werden.

Ausgangslage

Wir wissen wenig über die spezifische Situation des Eintritts in die Pflege und Betreuung von Angehörigen. Dies, obwohl die zentrale Rolle von Angehörigen in der häuslichen Versorgung sowie die physischen, psychischen, emotionalen und sozialen Belastungen und Herausforderungen von pflegenden Angehörigen seit vielen Jahren untersucht werden. Während zu den längerfristigen Auswirkungen der Angehörigenpflege inzwischen ein differenzierter Wissensbestand vorliegt, ist zur initialen Phase insbesondere der «schleichenden» Übernahme von Pflege- und Betreuungsaufgaben wenig bekannt. Der Eintritt in die Angehörigenpflege kann plötzlich erfolgen, etwa, wenn er von einem bestimmten krisenhaften Ereignis wie einem Schlaganfall oder einem Unfall hervorgerufen wird. Oft, insbesondere bei altersbedingten Einschränkungen oder demenziellen Erkrankungen, erfolgt die Übernahme von Betreuungs- und Pflegeaufgaben jedoch schleichend, graduell oder schrittweise, und zuweilen auch lange vor der Diagnose einer Krankheit.

Projektziel

Sowohl der Einstieg in die Rolle als pflegender Angehöriger als auch das Erleben von Notfallsituationen gehören in die Kategorie «kritischer Lebensereignisse». Das Projekt analysiert subjektive Erfahrungen, identifiziert die für diese Übergänge spezifischen Herausforderungen und beschreibt benötigte und vorhandene Hilfestellungen.

Folgende Fragestellungen werden verfolgt:

  1. Welche spezifischen Bedürfnisse haben pflegende Angehörige beim Einstieg bzw. in Notfallsituationen?
  2. Welche spezifischen Angebote sind in diesen beiden Kon­stellationen verfügbar und bieten sie die notwendige Unterstützung für die Angehörigen?
  3. Worin besteht allfälliger Handlungsbedarf und wie sehen Lösungswege aus?
     

Methodisches Vorgehen

Aufgrund der bestehenden Wissenslücken, wurde ein exploratives sequentielles Mixed Methods Design gewählt. Bei diesem werden mittels qualitativer Interviews in der ersten Phase einerseits die lebensweltlichen Erfahrungen pflegender Angehöriger zum Einstieg und zu Notfallsituationen und andererseits die Einschätzungen von Leistungsanbietern in der häuslichen Pflege erkundet. Die Erfahrungswerte beider Seiten werden anschliessend zusammengeführt. Auf der Basis dieser Synthese werden in der zweiten Studienphase standardisierte Fragenbögen entwickelt, um das in den Interviews generierte Wissen mittels quantitativer Daten zu validieren. Die aus den Daten abgeleiteten Ergebnisse als auch Empfehlungen werden durch stellvertretende Angehörige als auch durch Leistungsempfänger begleitet und in einem World Café abschliessend evaluiert.

Projektteam

Finanzierung

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Förderprogramm «Entlastungsangebote für pflegende Angehörige»

Laufzeit

Oktober 2017– April 2019