Fachtagung für Lehrpersonen 2013

Der Curriculumsverbund im internationalen Vergleich: Die Teilnehmenden haben an der Fachtagung 2013 aktuelle Entwicklungen zum Problem basierten Lernen diskutiert.

Dem Problem basierten Lernen (PBL) mangelt es auch über 40 Jahre nach seiner Entstehung nicht an neuen Perspektiven und Potential. Das hat die Fachtagung 2013 deutlich gezeigt. Dies erstaunt nicht, denn das Problem basierte Lernen fördert und fordert neben den beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten das kritische Denken bei Studierenden und Lernenden. Die Umsetzung des Problem basierten Lernens im Curriculumsverbund wird weiterhin kritisch hinterfragt und weiterentwickelt. Auch die Qualität der Lernprozesssteuerung im Tutorat und im Skills-Training verbessert sich stetig. Dem Curriculumsverbund gehören die Careum Stiftung und das Careum Bildungszentrum in Zürich, das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in St. Gallen, das Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Chur sowie das Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland in Sargans an.

Curriculumsverbund Problem basiertes Lernen im internationalen Vergleich – Referat von Dr. Claude Müller

Die Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts nach der Meinung von economiesuisse decken sich gut mit den Zielen des Problem basierten Lernens. Es geht darum, sich umfassendes Wissen und effektive Problemlösungskompetenzen anzueignen, Kompetenzen im selbstgesteuertem, lebenslangen Lernen zu erlangen sowie effektiv zusammenarbeiten zu können. Warum schneidet dann aber Problem basiertes Lernen in Studien zur Lerneffektivität (Hattie-Studie) schlecht ab? Gründe hierfür sieht Claude Müller in der Methodologie der Studien und in Implementationsproblemen, einer Kluft zwischen intendiertem und umgesetztem Curriculum. Aus der Diskussion dieser Problembereiche sind nach Claude Müller drei Aspekte für die erfolgreiche Umsetzung von PBL von Bedeutung: 1. Die Implementierung des Problem basierten Lernens auf institutioneller Ebene ist für die Erreichung der gewünschten Lernergebnisse zentral. Dafür ist der Curriculumsverbund ein modellhaftes Beispiel. 2. Der Lernprozesssteuerung ist Beachtung zu schenken. 3. Die Entwicklungen zur Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie müssen im Auge behalten werden. Die Präsentation von Dr. Claude Müller finden Sie hier.

Effekte des pädagogischen Konzepts «Problem based Learning» – Referat von Prof. Dr. Henk Schmidt

Henk Schmidt führte die Anwesenden zurück in die Anfänge des Problem basierten Lernens. Vor knapp 50 Jahren wurde das Konzept des Problem basierten Lernen zum ersten Mal an einer Universität in Kanada eingeführt. Henk Schmidt nahm diese Zeitspanne eines fast halben Jahrhunderts zum Anlass, zurückzuschauen und sich Gedanken darüber zu machen, wie sich das Problem basierte Lernen seit diesen Anfängen entwickelt hatte und wie es die Forderungen einlösen konnte, welche zu Beginn an das Problem basierte Lernen gestellt wurden. Seine vorgestellte Studie über das Studierenden-Rating in den Niederlanden zeigte prägnant auf, wie die Universitäten mit einem PBL-Curriculum an der Spitze der Umfrage stehen. Diese Studie macht eindrücklich klar, dass die gestellten Forderungen eingelöst wurden: eine Verbesserung der kommunikativen, interaktiven und anderen berufsrelevanten Skills bis hin zu einer Lernumgebung, die sich vermehrt auf die Studierenden konzentriert. Die Präsentation von Prof. Dr. Henk Schmidt finden Sie hier.

Workshops mit einem grossen Themenspektrum

Im zweiten Teil der Fachtagung 2013 stellten pädagogische Mitarbeitende der Bildungsinstitutionen des Curriculumsverbund ihre Arbeiten vor. In zwei Workshop-Sessions wurde ein grosses Spektrum an verschiedenen Themen rund um das Problem basierte Lernen diskutiert. Die Abstracts und einzelnen Fazits der Workshops finden Sie rechts im Downloadbereich.