Gleiche Chancen bei der Gesundheit

Die diesjährige nationale Gesundheitsförderungskonferenz setzte den Fokus auf gesundheitliche Chancengerechtigkeit. Ein wichtiges Ziel: Gesundheitliche Ungerechtigkeit muss abgebaut werden. Dazu bei tragen auch die Kurse von Evivo «Gesund und aktiv leben» für Menschen mit Migrationshintergrund, die mit einer chronischen Krankheit leben.

«Gesundheit für alle – neue Erkenntnisse zur Chancengerechtigkeit»: Das war das zentrale Thema der 19. Nationalen Gesundheitsförderungskonferenz, die gleichzeitig die 4. NCD-Stakeholder-
konferenz war (hier mehr erfahren über die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten). Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) am
18. Januar 2018 in Bern durchgeführt.

Das Thema gesundheitliche Chancengerechtigkeit stösst in der Fachwelt aktuell auf grosses Interesse. Das zeigte sich auch an der stattlichen Anzahl der Teilnehmenden: Rund 500 Personen waren vor Ort und wollten mehr darüber erfahren.

Die Konferenz griff die sozialen Determinanten der Gesundheit auf: sozioökonomischer Status, Migrationshintergrund, Wohnregion, familiärer Hintergrund, sexuelle Identität, Alter, Behinderung usw. Damit spannte sie den Bogen zu den drei Hauptachsen der NCD-Strategie:

  • Gesundheitsförderung und Prävention
  • Prävention in der Gesundheitsversorgung
  • Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt.

Careum Forschung war vertreten mit einem Workshop zu zentralen Elementen der Gesundheitsförderung in schwierigen Lebenssituationen. Das Thema des Workshops lautete: «Selbstmanagementförderung bei chronisch erkrankten Migrantinnen und Migranten – Chancengerechtigkeit fördern?»
 

Selbstmanagementkurse für chronisch erkrankte Migrantinnen und Migranten

Die Evivo-Migrationskurse beruhen auf dem Prinzp der  Evivo-Kurse «Gesund und aktiv leben». Sie werden von Personen geleitet, die einerseits selbst chronisch krank sind bzw. persönliche Erfahrungen damit haben und andererseits teilweise über einen Migrationshintergrund verfügen. Mit diesem Peer-geleiteten, evidenzbasierten Selbstmanagementprogramm unter Mitwirkung der Zielgruppe soll die Gesundheitskompetenz von chronisch erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz verbessert werden. Es wird angenommen, dass eine migrationsgruppenübergreifende Version in einfachem Deutsch auch integrative Impulse setzen und zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit beitragen kann.

Das angepasste Kursprogramm wurde im Raum Bern und Zürich in zwei Pilotkursen umgesetzt (9 resp. 14 Teilnehmende). Es wurde  vom Bundesamt für Gesundheit BAG mitfinanziert. Mit einem qualitativen Zugang wurden die Erfahrungen von Kursleitenden und -teilnehmenden erhoben und ausgewertet (mehr erfahren über das Projekt Evivo Migration).

Im Workshop wurden Projektansatz und -ergebnisse gemeinsam mit einer Evivo-Kursleiterin mit Migrationshintergrund präsentiert. Zudem wurden Chancen und Grenzen peer-geleiteter Gruppenprogramme hinsichtlich Chancengerechtigkeit und Folgen für die Versorgungspraxis mit den Teilnehmenden reflektiert und diskutiert.

Gesundheitsförderung in vulnerablen Lebenssituationen stärken – mit Evivo!

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz fördert in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit die Prävention in der Gesundheitsversorgung. Sie finanzieren Projekte u. a. im Bereich nichtübertragbarer Krankheiten mit durchschnittlich rund 5 Millionen Franken pro Jahr. Damit wird die Projektförderung für mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit auf nationaler Ebene deutlich verstärkt.

Gesundheitsförderung Schweiz: «Die Projekte sollen die Patienten darin unterstützen, ihre Gesundheitskompetenz sowie ihre Fähigkeiten zum Selbstmanagement von Krankheiten zu verbessern.» Genau hier kann Evivo «Gesund und aktiv leben» einen massgeblichen Beitrag leisten – insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund, die mit chronischer Krankheit leben!


Interprofessionalität muss professionalisiert werden

An der Kick-Off-Veranstaltung zum Kooperationsprojekt «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation Zürich» (ZIPAS) brachte der Projektleiter Dr. Gert Ulrich die Beteiligten erstmals zusammen und stellte die nächsten Projektetappen vor.

Die Gesundheitsversorgung findet in einem komplexen Gesundheitssystem statt, an dem unterschiedliche Berufsgruppen beteiligt sind. Zur Vorbereitung auf die spätere berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit müssen unterschiedliche Professionen im Gesundheitswesen bereits während des Studiums respektive der Ausbildung durch interprofessionelle Lehrveranstaltungen ausgebildet werden. Am UniversitätsSpital Zürich soll daher eine schweizweit einmalige und innovative «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation» (ZIPAS) nach skandinavischem Vorbild installiert werden, auf der Lernende und Studierende aus unterschiedlichen Professionen und Bildungsstufen (Sekundarstufe II, Tertiärstufe A und B) von-, mit- und übereinander lernen sollen. Die Lernenden bzw. Studierenden bereiten sich auf die Gesundheitsversorgung von morgen vor, indem sie zusammen auf einer Station «echte» Patienten während ihrer Ausbildung unter Supervision selbstständig betreuen.

Sechs Institutionen spannen zusammen

Die Institutionen Careum Stiftung, Universität Zürich (Medizinische Fakultät, UZH), UniversitätsSpital Zürich (USZ), Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (CBZ), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Department Gesundheit, ZHAW) sowie das Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen (ZAG) beteiligen sich gemeinsam am Aufbau dieser interinstitutionellen und interprofessionellen klinischen Ausbildungsstation. Mit diesem Kooperationsprojekt schlagen folglich Universität, Universitätsspital, Fachhochschule und Höhere Fachschule eine neue Richtung für die Bildung im Gesundheitswesen ein. Sie überwinden Grenzen und suchen neue Wege für Bildungskonzepte von morgen. In den kommenden Monaten soll in Absprache mit allen beteiligten Institutionen der Weg für die Pilotierung von ZIPAS geebnet werden.

An der Kick-off-Veranstaltung zur Pilotierung von ZIPAS äusserten sich die Mitglieder der Trägerschaft zu den Beweggründen, weshalb sie sich in dieses Projekt einbringen. Sie bekräftigten einmütig, dass diese einzigartige Konstellation der Projektmitglieder zusammen mit der Grundüberzeugung zur interprofessionellen Zusammenarbeit, wichtige Voraussetzungen für das Projekt bilden. Eine sorgfältig aufgegleiste Projektorganisation mit Vertretenden aus Trägerschaft, Lenkungsausschuss und Projektteam mit Beteiligung von Studierenden unterstützt die Umsetzung. In allen drei Gremien sind Mitglieder der Trägerschaft vertreten. Damit ist eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Institutionen geschaffen.

Viele Erfahrungen aus interprofessioneller Zusammenarbeit

Alle Beteiligten bringen zum Teil langjährige Erfahrungen aus interprofessioneller Zusammenarbeit in Ausbildung und Praxis mit. Der Projektleiter, Dr. Gert Ulrich, mit Erfahrungen aus Sportmedizin und einem Studiengang «Interprofessionelle Gesundheitsversorgung» bringt beste Voraussetzungen mit, um das Projekt zu einem erfolgreichen Ziel zu bringen. In seiner Haltung und darin, wie er seine Rolle als Projektleiter wahrnehmen will, zeigte er, wie Interprofessionalität sein Berufshandeln als Sportwissenschaftler prägt.

Am Kick-off konnten alle am Projekt beteiligten einen Wunsch an Projekt, Ziele und Ansprechpartner formulieren. Einprägend waren dabei Aussagen wie: «Interprofessionalität muss professionalisiert werden»,  «interprofessionelle Ausbildung ist kein Selbstzweck, sondern dient den Patientinnen und Patienten», «für Interprofessionalität entscheidend ist das Miteinander-Reden und -Lernen und zwar so früh wie möglich im Dienst des Patienten»,  «wir müssen Verständnis für die Sprache der anderen Professionen entwickeln», «wir schreiben Geschichte und schaffen das auch», «wir brauchen offene Türen und pragmatische Lösungen», «gemeinsam leidenschaftlich dieses Projekt durchsetzen» oder «miteinander, voneinander und übereinander lernen können».

Die Careum Stiftung erreicht mit diesem Projekt in ihrem jahrelangen Engagement für interprofessionelles Lernen einen bedeutenden Höhepunkt. Einen wertvollen Beitrag dazu leistete nicht zuletzt der Ort. Auf dem Careum Campus kann man sich begegnen, sich kennenlernen und Vertrauen schaffen. Die beteiligten Projektpartner fanden hier die Zeit, um dieses Projekt aufzubauen.
 

Kontakt und Informationen

Gert Ulrich, Dr. phil., M.A.
Projektleiter «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation»,
Kooperationsprojekt mit UZH, USZ, CBZ, ZHAW, ZAG

Careum Stiftung
Pestalozzistrasse 3
CH-8032 Zürich
+41 43 222 64 26
gert.ulrich@careum.ch
 

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Mehr interprofessionelle Zusammenarbeit gefordert

Präsentationen, Workshops und Netzwerktätigkeiten sorgten an der EIPEN-Konferenz für Inspiration und Motivation für die Interprofessionelle Bildung und Zusammenarbeit.

Die 6. European Interprofessional Practice and Education Network (EIPEN)-Konferenz fand unter dem Titel «Interprofessional Practice and Education in Health and Social Care» statt. Weit über 100 internationale Teilnehmende trafen sich vom 6. bis 8. September 2017 in Lausanne, um sich über Interprofessionelle Bildung (IPE) und Interprofessionelle Zusammenarbeit (IPC) auszutauschen.

In seiner Eröffnungsrede konstatierte der Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), Daniel Scheidegger, dass die Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis in der Schweiz noch vielerorts unzureichend sei. Er appellierte an die Zuhörenden sich mehr in der flächendeckenden Etablierung der Interprofessionellen Bildung und Interprofessionellen Zusammenarbeit und für den notwendigen Kulturwandel zu engagieren. Denn aufgrund von mangelhafter Kommunikation passierten noch zu viele medizinische (teils tödliche) Fehler. Zu dominant seien oft einzelne Personen im klinischen Kontext, wo IPC noch zu wenig gelebt werde.

Die Notwendigkeit einer interprofessionellen medizinischen Grundversorgung in der Schweiz wurde auch in einer Round Table Diskussion festgestellt und durch aktuelle Erhebungen untermauert. Durch die Förderung entsprechender Kompetenzen in der Ausbildung könne den zukünftigen gesellschaftlichen und medizinischen Herausforderungen angemessen begegnet werden. Dazu wurde exemplarisch das Pflegestudium an der Kalaidos Fachhochschule vorgestellt.  

Andre Vyt, der Vorsitzende von EIPEN, erinnerte daran, dass Interprofessionelle Bildungsprogramme noch zu wenig verbreitet und in der Bildungslandschaft noch eher die Ausnahme als die Regel sind. Als Massnahme für die weitere Etablierung von IPE und für eine gemeinsame Stossrichtung in Europa möchte man daher bei EIPEN einen europäischen IP-Kompetenzrahmen erstellen, wie er in manchen Ländern (wie Canada) bereits existiert. Dieser kann als ein Kompass dienen bei der Gestaltung von IPE-Programmen.

In über 35 Vorträgen und Posterbeiträgen wurden an der EIPEN-Konferenz Erfahrungen und Forschungsergebnisse einem interessierten Publikum vorgestellt und mit ihm diskutiert. Innovative Projekte und Herangehensweisen wurden präsentiert. Acht Workshops und Round Table Diskussionen luden ein, um relevante Themen von IPE und IPC in Europa gemeinsam zu bearbeiten und nächste Schritte zu planen.

Weitere Informationen

Ausführlicher Bericht von der EIPEN-Konferenz
Interprofessionalität als wichtiges Thema bei Careum
Projektbeschrieb «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation»


Interprofessionelle Ausbildungsstation: Erste Erfahrungen aus Heidelberg

Auf der Heidelberger Interprofessionellen Ausbildungsstation – kurz HIPSTA – geht es zu wie auf anderen chirurgischen Stationen. Mit einem entscheidenden Unterschied: Die Versorgung der Patientinnen und Patienten liegt in der Hand von Teams aus Medizinstudierenden und Lernenden der Pflege. Betreut werden sie von Lehrbeauftragten der Chirurgie und Praxisanleitenden der Pflege. Das Ziel ist, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte sowie die angehenden Pflegefachpersonen gemeinsam die Herausforderungen des Klinikalltags kennenlernen, ein besseres Verständnis für die jeweils andere Berufsgruppe entwickeln und sich auf die spätere berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit vorbereiten können.

Positives Fazit nach 55 «HIPSTA's»

Seit April 2017 ist die deutschlandweit erste Lehrstation – ein Angebot der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, des UniversitätsKlinikums Heidelberg, der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg und der Fachschaft Medizin Heidelberg – an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie in Heidelberg in Betrieb. Bisher haben 55 «HIPSTA’s» jeweils in Teams von vier Studierenden der Medizin und vier Auszubildenden der Pflege über vier Wochen sechs Patienten in zwei Zimmern in einer Früh- und Spätschicht betreut. Dr. med. Pascal Probst und Pflegefachfrau Birgit Trierweiler-Hauke aus Heidelberg berichteten am 14. November 2017 auf Einladung von Dr. phil. Gert Ulrich, Projektleiter «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation», auf dem Careum Campus von den ersten Erfahrungen. Sie zogen ein durchweg positives Fazit. Die Studierenden gehen mit viel Eigeninitiative und Engagement an die Sache heran und arbeiten gut zusammen. Auf die meisten Antworten zu den Fragen des klinischen Alltags kommen sie ganz alleine. Die Komplexität der Patienten-Fälle spielt dabei keine Rolle. Die Patienten fühlen sich zudem sehr gut versorgt.

Als unerwartete Schwierigkeiten nannten Probst und Trierweiler-Hauke etwa die Abstimmung der Curricula, die IT-Zugänge und Berechtigungen für die Studierenden und Auszubildenden oder die für HIPSTA nötigen Räume. Dafür gab es bei der Information der Patienten und bei juristischen Fragen überraschend keine Probleme.

Besonders wichtig: ein motiviertes Team von Lernbegleitern

Klar ist: Es braucht Förderung, Raum und Zeit. Besonders wichtig ist ein motiviertes Team von Lernbegleitern. Diese sind in Heidelberg halb in der Praxis und halb in der Schülerbegleitung tätig. Die Kontinuität ist vor allem durch die Praxisanleitenden der Pflege garantiert. Im Tagesablauf sind extra Freiräume eingeplant, damit die HIPSTA‘s auch bei anderen Disziplinen wie Ernährungsberatung, Psychoonkologie oder Sozialdienst vorbeischauen können. Es kommen abwechselnd interprofessionelle und monoprofessionelle Elemente zum Zug. Von Seiten der Studierenden ist das Interesse an HIPSTA gross. Allenfalls muss künftig gar ein Auswahlverfahren eingeführt werden.

Das Fazit aus Heidelberg: Eine Interprofessionelle Ausbildungsstation ist realisierbar und in jedem Fachbereich umsetzbar. Die Ziele für die Interprofessionelle Ausbildung sollten allerdings genau definiert und dann entsprechend curricular umgesetzt werden. Das Ganze sollte zudem praxisorientiert sein, deshalb ist die Empfehlung aus Heidelberg, das interprofessionelle Modell eher am Ende der Ausbildung einzusetzen.

Wertvolle Inputs für mögliche Ausbildungsstation in Zürich

Die anwesenden Mitglieder des Projekts «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation» nahmen die wertvollen Inputs aus Heidelberg mit grossem Interesse entgegen. Die Idee ist nämlich, dass am UniversitätsSpital Zürich ebenfalls eine interprofessionelle Ausbildungsstation installiert wird, auf der Lernende und Studierende aus unterschiedlichen Professionen und Bildungsstufen von-, mit- und übereinander lernen. Dafür spannen die sechs Institutionen Careum Stiftung, Medizinische Fakultät der Universität Zürich, UniversitätsSpital Zürich, Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Departement Gesundheit) sowie das kantonale Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen zusammen.

Fernsehbericht über HIPSTA in der Landesschau Baden-Württemberg vom SWR

 

Mehr erfahren

Kurzbeschrieb zur Heidelberger Interprofessionellen Ausbildungsstation

Projektbeschrieb «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation»


Kontaktperson für weitere Informationen

Gert Ulrich, Dr. phil., M.A.
Projektleiter «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation»,
Kooperationsprojekt von Careum, UZH, USZ, CBZ, ZHAW, ZAG

Careum Stiftung
Pestalozzistrasse 3
CH-8032 Zürich
+41 43 222 64 26
gert.ulrich@careum.ch


Zwei interprofessionelle Lernmodule ausgezeichnet

Grosse Ehre für Careum Bildungsentwicklung, das Careum Bildungszentrum und die medizinische Fakultät der Universität Zürich am 2. Symposium für Interprofessionalität: Sie erhielten am 30. November im Kursaal in Bern zwei Awards für ihre gemeinsamen interprofessionellen Bemühungen. Gabriele Schroeder, Projektleiterin Interprofessionelle Ausbildung bei Careum Bildungsentwicklung, Dr. Chrisitan Schirlo, Stabsleiter des Dekanats der medizinischen Fakultät der Universität Zürich, und Ruth Aeberhard, Bereichsleiterin Höhere Fachschulen beim Careum Bildungszentrum, standen stellvertretend für das ganze Entwicklungs- und Umsetzungsteam auf der Bühne. Die Auszeichnungen der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) haben sich die beiden Ausbildungsmodule «Notfallsituationen – Interventionen» und «Interprofessionelle Kommunikation und Ethik– Komplexe Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten» verdient. Sie wurden in Zusammenarbeit zwischen Careum Bildungsentwicklung, der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und dem Careum Bildungszentrum entwickelt.

Zusammenarbeit als Schlüssel für die optimale Gesundheitsversorgung

Wie teilt man einer kranken Person mit, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Modul «Interprofessionelle Kommunikation und Ethik – Komplexe Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten». Angehende Ärztinnen und Ärzte sowie angehende Pflegefachpersonen lernen dabei gemeinsam in einem Rollenspiel am Krankenbett, wie sie einer Simulationspatientin oder einem Simulationspatienten eine lebenseinschneidende Nachricht überbringen können. Im Modul «Notfallsituationen – Interventionen» können Studierende der Medizin und Auszubildende der Pflege in simulierten Notfallsituationen im Team das interprofessionelle Handeln und Kommunizieren trainieren.

Careum ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit von Fachpersonen aus Gesundheit und Medizin der Schlüssel für die optimale Gesundheitsversorgung ist. Ein neues Projekt soll deshalb prüfen, ob am UniversitätsSpital Zürich eine schweizweit einmalige und innovative «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation» (ZIPAS) nach skandinavischem Vorbild installiert werden kann. Die Idee ist, dass angehende Ärztinnen und Ärzte sowie angehende Gesundheitsfachpersonen im Team Patientinnen und Patienten unter Supervision versorgen. Für das Projekt spannen die sechs Institutionen Careum Stiftung, Medizinische Fakultät der Universität Zürich, UniversitätsSpital Zürich, Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Departement Gesundheit) sowie das kantonale Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen zusammen.

31 Gesuche, 18 Auszeichnungen

Die SAMW hat 2014 eine «Charta» veröffentlicht, um die Zusammenarbeit der Fachleute im Gesundheitswesen zu stimulieren. 2016 hat sie erst erstmals einen Award ausgeschrieben, um «Best Practice»-Beispiele von Interprofessionalität auszuzeichnen. Auf die zweite Ausschreibung des SAMW-Award «Interprofessionalität» sind in diesem Jahr total 31 Gesuche eingegangen. 18 konnten mit dem Preis ausgezeichnet werden.

Mehr erfahren

Interprofessionelle Ausbildungsmodule für Medizin und Pflege
Poster «Interprofessionelle Kommunikation und Ethik – Komplexe Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten»
Poster «Notfallsituationen – Interventionen»
Projektbeschrieb «Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation»
SAMW-Award