Lernmodule für Pflege und Medizin

Rollenspiele für den Ernstfall: Pflege- und Medizinstudierende trainieren in gemeinsamen Lernmodulen die interprofessionelle Zusammenarbeit.

In Zusammenarbeit zwischen Careum Bildungsentwicklung, der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und dem Careum Bildungszentrum ist es gelungen, zwei Module in interprofessionellen Fachgruppen zu entwickeln. Die beiden Lerneinheiten ermöglichen es den Pflege- und Medizinstudierenden, sich bereits in der Ausbildung auf den interprofessionellen Berufsalltag vorzubereiten. Die Studierenden erwerben Fachwissen und führen gemeinsam Skillstrainings durch. Dank Feedback von Lehrpersonen und studentischen Beobachtungspersonen können sie ihre Erfahrungen zur interprofessionellen Zusammenarbeit reflektieren und erweitern. Die Evaluationen der Lernsettings zeigen, dass diese Angebote bei den Pflege- und Medizinstudierenden auf grosse Resonanz stossen und für die interprofessionelle Zusammenarbeit sensibilisieren können.

Gemeinsames Handeln und Kommunizieren im Notfall

Das interprofessionelle Modul «Notfallsituationen – Interventionen» wird seit 2007 jährlich durchgeführt. Das Ziel ist es, dass die Studierenden der Pflege und Medizin in simulierten Notfallsituationen gemeinsam das interprofessionelle Handeln und Kommunizieren trainieren. In gemischten Gruppen müssen die Studierenden die Notfallsituationen einschätzen und beurteilen sowie über das weitere Handeln entscheiden. Im Anschluss an die Übungssequenz werden sowohl die Rollen und Aufgaben als auch die Kommunikation reflektiert.

Schlechte Nachrichten am Spitalbett überbringen

Wie teilt man einer kranken Person mit, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat? Im Modul «Interprofessionelle Kommunikation und Ethik – Komplexe Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten» üben Pflege- und Medizinstudierende in einem Rollenspiel am Krankenbett, wie sie solch schwierige Aufgaben bewältigen können. In Teams bereiten sie sich vor und treten ans Krankenbett. Schauspieler mimen die Patientinnen und Patienten. Nach dem Gespräch wird der ganze Ablauf im Team und mit Lehrpersonen beider Berufsgruppen reflektiert. Vom Lernen miteinander, voneinander und übereinander profitieren alle: der Patient, weil er sich auf ein eingeübtes Zusammenspiel verlassen und sich einbringen kann; die Studierenden, da sie bereits in der Ausbildung notwendige interprofessionelle Kompetenzen erarbeiten können.

Dieses Lernsetting stiess auf nationaler und internationaler Ebene in der Fachwelt auf grosses Interesse. An der Konferenz Standardized Patients and Simulation in Health Care (SPSIM) wurde das Lernsetting im internationalen Kontext im Rahmen einer Posterpräsentation diskutiert. Am Swiss Congress for Health Professions (SCHP) 2014 war das Modul im Workshop «Ausbildung in Pflege und Medizin: Skills interprofessionell trainieren» Thema.

Publikation

Bastami, S., Krones, T., Schroeder, G., Schirlo, C., Schäfer, C., Aeberhard, R., & Biller-Adorno, N. (2012). Interprofessionelle Kommunikationsprozesse – schwierige Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten. Ethik in der Medizin, 24, Issue 3, 241-244. doi: 10.1007/s00481-011-0177-1

Weitere Informationen finden Sie rechts im Downloadbereich.