Altenpflege in der Schweiz: Thema im deutschen Radio

Das Schweizer Gesundheitswesen kann den Bedarf an Betreuung und Pflege nicht allein decken. Daher sind die rund 140 000 Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, unverzichtbar. Sie leisten viel, wie Prof. Dr. Iren Bischofberger von Careum Forschung, dem Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit, in einem Radiobeitrag erklärt, der unter anderem im SWR gesendet wurde. Sie leitet das Forschungsprogramm «work & care», das sich nun schon seit zehn Jahren mit der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege beschäftigt.

Für pflegende Angehörige, besonders wenn sie auch noch berufstätig sind, gibt es schweizweit eine Reihe von Entlastungsangebote. Das System der Schweiz schneidet in internationalen Vergleichen gut ab. Aber es hat einen Nachteil, sagt Pflegeexpertin Prof. Dr. Iren Bischofberger im Radiobeitrag. «Die Schweizer Bevölkerung hat fast keine Chance etwas zwischen Pflege zu Hause mit starker Einbindung der Angehörigen und Akutversorgung zu wählen.»

Förderprogramm des Bundes

Derzeit läuft ein Förderprogramm des Bundes, das die Situation und die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen besser erforschen will. Das Ziel ist, dass pflegende Angehörige noch besser entlastet werden und keine Einbussen bei der Erwerbstätigkeit erleiden. Geplant sind etwa zusätzliche freie Tage.

Der ganze Radiobeitrag, der im SWR gesendet wurde:

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  • Laufende Projekte des Forschungsprogramms «work & care» von Careum Forschung
  • Infoplattform www.workandcare.ch mit Videobeiträgen, Ratschlägen und Hilfsmitteln für Unternehmen, Behörden und pflegende Angehörige zum Thema Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Angehörigenpflege
  • Nationale Online-Plattform von Travail.Suisse zur Unterstützung von berufstätigen Angehörigen: www.info-workcare.ch

Interprofessioneller Austausch in der Summer School

Die Careum Summer School 2018 hat 65 Lernende und Studierende unterschiedlicher Gesundheits- und Medizinberufe mit Patienten und Peers zusammengebracht. Der Fokus lag auf der Selbstbestimmung in der Abhängigkeit. Unter dem Leitthema «Perspektiven entdecken – Brücken bauen – Autonomie stärken» haben die Teilnehmenden am 10. und 11. Juli 2018 im Careum Auditorium gemeinsam Praxistipps, Checklisten und Handlungsmuster entwickelt.

Sieben Produkte für die Berufspraxis

Die interprofessionell zusammengestellten Lerngruppen haben aus 58 eigenen Ideen 15 Umsetzungsvorschläge für die Praxis ausgearbeitet. Daraus sind 7 Produkte entstanden, die nun in die Berufspraxis einfliessen können:

  1. Patientenkompetenz interprofessionell transparent machen
    Produkt: Kompetenzpass mit Spiderdiagramm, auch abrufbar über App
  2. Patientenverfügung besser bekannt machen
    Produkt: Informationsblatt, Patientenverfügung im Kreditkartenformat erstellen
  3. Autonomie der Minderjährigen – Beratung und Information bereitstellen
    Produkt: Flyer im Krankenzimmer «Brauchst du Rat oder Hilfe?»
  4. Fürsorgliche Unterbringung vs. Selbstbestimmung – Recovery als Stationskultur leben
    Produkt: Information, Checkliste Pflege/Arzt für Behandlungskonferenz
  5. Zeitmanagement verbessern im Kontakt zwischen Patienten/Pflege/Ärzte
    Produkt: Patientenboard mit Terminen interprofessionell, über App einsehbar
  6. Instrumente für interprofessionelle Zusammenarbeit im Team, für Patient, vom Patient
    Produkt: Leporello mit Informationen zu Aufklärung, Feedback, Feedbackformular
  7. Kommunikation – Barrieren überwinden
    Produkt: Gesprächsleitfaden mit do’s und dont’s, jederzeit einsehbar zur Vorbereitung für Berufsgruppen und Patienten

Die Ergebnisse der Careum Summer School 2018 werden am 27. November 2018 in einer separaten Veranstaltung noch detailliert vorgestellt.

Interprofessionelle Begegnungen

Die Careum Summer School ermöglicht Begegnungen im Hinblick auf den interprofessionellen Berufsalltag. Die Idee ist, dass Lernende und Studierende unterschiedlicher Gesundheits- und Medizinberufe sowie Patientinnen und Patienten zusammen an einer Fragestellung arbeiten. Sie sammeln dadurch neue Erfahrungen mit anderen Berufsgruppen und Bildungsstufen und schärfen ihr Rollenbewusstsein in der interprofessionellen Zusammenarbeit.

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Alle Informationen zur Careum Summer School


Bewegende Bilder: Film ab für das Careum Auditorium

Normalerweise setzt das Careum Auditorium jede Veranstaltung richtig in Szene. Doch dieses Mal ist die hochwertige Lokalität mit inspirierendem Ambiente mitten im Zürcher Bildungsviertel gleich selber der Star: Im neuen Imagefilm. Vorhang auf für bewegte und bewegende Momente im Eventsaal mit dem gewissen Etwas:

Egal ob Ausstellung, Firmenjubiläum, Generalversammlung, Hochzeit, Kundenevent, Produktepräsentation, Seminar, Tagung, Vorlesung oder Weihnachtsessen: Das Careum Auditorium bietet durch seine moderne Architektur den idealen Rahmen für jeden Anlass. Das flexible Raumkonzept und die variable Bestuhlung ermöglichen es, das Auditorium auf Ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Auf einer Gesamtfläche von 470 m2 finden bis zu 500 Personen Platz. Für kleinere Gruppen kann der Saal in zwei oder vier Räume unterteilt werden. Schalldichte Wände garantieren eine ungestörte Veranstaltung ohne Nebengeräusche. Neueste Licht-, Ton- und Multimediatechnik sorgt für das passende Ambiente.

Careum macht ihren Event zu etwas Besonderem
Das Foyer eignet sich ausgezeichnet für Apéros, Kaffeepausen oder Vernissagen und bietet den passenden Raum für Gespräche und Networking. Der Tageslichteinfall sorgt für eine angenehme Atmosphäre.
Selbstverständlich stellt Careum einen WLAN-Zugang und die technische Infrastruktur während der Veranstaltung kostenlos zur Verfügung. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihren Anlass zu etwas Besonderem zu machen. Wir stehen Ihnen bei der Planung und auch während Ihrer Veranstaltung als Ansprechpartner zur Verfügung.

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Broschüre zum Careum Auditorium
Internetauftritt des Careum Auditoriums


Caring Communities

Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit sorgende Gemeinschaften funktionieren

Fotos: Kathrin Schulthess Fotografie

«Caring Communities», «sorgende Gemeinschaften», «sorgende Gemeinden» – diese Schlagworte mobilisierten  am 20. Juni 2018 rund 150 Teilnehmende zur 1. Netzwerktagung «Caring Communities – Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit sorgende Gemeinschaften funktionieren».

Um es gleich vorwegzunehmen: Viele sind sich gar nicht so sicher, ob diese Begriffe wirklich so glücklich gewählt sind. Aber der dahinterliegende Impuls, das Anliegen, die Suchrichtung – das setzt ganz offenbar ein gehöriges Mass an Aufbruchstimmung und Engagement frei. Caring Communities – dies Leitbild denkt wichtige Ansätze aus mehreren Bereichen zusammen: aus der Gerontologie, der Gesundheitsversorgung, der lokalen Sozialpolitik, dem zivilgesellschaftlichen Engagement.

Es sind die zukunftsträchtigsten Paradigmen, die das Leitbild Caring Communities nicht nur bereichsübergreifend zusammendenkt, sondern sie weitertreibt: die Quartiersorientierung, die Leitbilder des Active Ageing und des Healthy Ageing, zivilgesellschaftliches Engagement, integrierte Versorgung u.a.m.

Voneinander und miteinander lernen

Die Tagung des Migros-Genossenschafts-Bunds bot in einem explizit diskursiven Tagungsformat hervorragende Möglichkeiten, dass die Teilnehmenden voneinander und miteinander lernen konnten. Nach einigen Grundlagenvorträgen (besonders inspirierend: Klaus Wegleitner von der Universität Graz) ging es in zwei Runden in je neun Workshops um die zentrale Perspektive, welche die Tagung prägte: «Gemeinsam herausfinden, worauf es ankommt, damit Sorgende Gemeinschaften funktionieren».

Der Careum Forschungsleiter Prof. Ulrich Otto leitete zusammen mit Matthias Radtke (Heim Zur Rose, Reichenburg) den Workshop zur «Gemeinde als Ausgangspunkt».

Mehr Perspektive denn Versorgungsmodell

Die Diskussion war ungeheuer facettenreich. Aber einige Aspekte wurden sehr deutlich: Caring Communities – das bedeutet einen langfristigen Lern-, Entwicklungs- und Entwicklungsprozess,  deutlich über Patentrezepte und top-down-Prozesse  hinaus. Es ist eine integrierte Perspektive, die weit mehr als ein Versorgungsmodell ist. «Ambulant vor stationär» ist so gesehen bestenfalls ein Teilelement umfassender Caring Communities. Sie erfordern auch auf Seiten der Fachkräfte stark veränderte Rollen. Sie zielen auf Koproduktion mit einem breiten Kreis all jener, die aus den verschiedensten Bereichen und Rollen heraus beitragen können zur sorgenden Gemeinschaft vor Ort. Und eines ist elementar bei all dem: dass die Betroffenen – v.a. Patientinnen und Patienten, ältere unterstützungsbedürftige Menschen und ihre An- und Zugehörigen – dabei im Zentrum stehen.

Caring Communities auch in der Schweiz stärken

Dass die Abteilung Soziales der Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bunds es sich zum Ziel gesetzt hat, Caring Communities in der Schweiz zu stärken und zu unterstützen, ist ein hervorragendes Signal. Careum Forschung engagiert sich bereits seit Jahren in vielen Teilbereichen der Leitideen rund um Caring Communities – als Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationspartner.

 

Auch Careum Weiterbildung und Careum Forschung wollen die Fragen rund um Caring Communities weitertreiben und in einem Impulsnachmittag die Innovationsenergie diskursiv stärken:
Integrierte Altersversorgung ist mehr als ambulant mit stationär!
Von integrierter Versorgung bis Caring Community – Was sollen wir wie umsetzen? Orientierungshilfen für die Praxis
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 13.30–17.30 Uhr,
Careum Weiterbildung, Mühlemattstrasse 42, Aarau
(Anmeldung hier).

Gelungener Projektstart und Erklärvideo

Careum Forschung forscht seit Jahren intensiv zum Thema Young Carers – neu auch über die Landesgrenze hinweg. Zum erfolgreichen Projektstart des internationalen Forschungsprojekts «ME-We» gibt ein neues Video Einblick über das europäische Forschungsvorhaben und über die Rolle von Careum Forschung im Projekt.

 

Wie unterscheidet sich die Situation eines 15-17jährigen pflegenden Angehörigen in der Schweiz von derjenigen eines Adult Young Carers im Vereinigten Königreich (UK), in Schweden, Belgien, den Niederlanden, Italien oder Slowenien? Wie sind die rechtlichen Grundlagen in diesen Ländern? Welchen Support gibt es, um betroffene junge Menschen zu unterstützen? Wie lässt sich Chancengleichheit schaffen, damit die jungen Menschen den kritischen Übergang Schule-Beruf ohne Nachteile meistern? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt  des Horizon 2020-Projekts «Psychosocial Support for Promoting Mental Health and Well-being among Adolescent Young Carers in Europe», kurz ME-WE (auf Deutsch: «Psychosoziale Unterstützung zur Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens junger pflegender Angehöriger in Europa»).

Rechtliche Rahmenbedingungen, Support, Interventionen

Ein europäisches Konsortium, bestehend aus renommierten Universitäten, Forschungsinstituten und sozialen Organisationen, startete das ehrgeizige «ME-WE»-Forschungs- und Innovationsprojekt. Es wird von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon 2020-Programms finanziert. Ziel ist es, in den genannten sechs europäischen Ländern mit unterschiedlichem Entwicklungsstand die Situation solcher jungen Menschen zu untersuchen und mittels gezielter Interventionen zu verbessern.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Agnes Leu ist Careum Forschung – als Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit – hauptverantwortlich für das Teilprojekt 2 «Development and implementation of policies, legislation and services». Ziel dieses Teilprojekts ist die Erforschung der bestehenden rechtlichen Bestimmungen und politischen Rahmenbedingungen in den sechs Ländern sowie die Prüfung deren Umsetzung in der Praxis.

Ein Video gibt Einblick in das Forschungsvorhaben

Wollen Sie mehr darüber wissen, worum es im Projekt genau geht, welche Länder im Forschungvorhaben involviert sind und was das Projekt bewirken will? Zum Projektstart gibt das Careum-Video kurz und ansprechend Auskunft über das ME-WE-Projekt:

English version here

 

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