work & care in der Zentralschweiz

Wie gelingt der Umgang mit «work & care» im Unternehmensalltag? Eine Untersuchung in ausgewählten Betrieben in der Zentralschweiz liefert Antworten.

Ausgangslage

Careum Forschung hat zusammen mit der Hochschule Luzern die Situation von «work & care» in ausgewählten Betrieben in der Zentralschweiz beleuchtet. Verbunden mit der steigenden Lebenserwartung steigt der Wunsch der Schweizer Bevölkerung, auch bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen möglichst lange zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben zu können.

Aus Untersuchungen ist bekannt, dass die Partnerin oder der Partner die häufigste pflegende Person ist. Bei gut einem Drittel der Fälle pflegen die Töchter und Söhne. Diese befinden sich ihrerseits häufig in einer Situation, in der sie nebst der Angehörigenpflege auch anderen familiären und beruflichen Verpflichtungen nachgehen müssen: Zwei Drittel der Töchter und Söhne sind erwerbstätig. Hier eröffnet sich ein Spannungsfeld von Vereinbarkeitsherausforderungen.

Projekt

Das Projekt «work & care im Kontext der Altersdemographie in der Zentralschweiz» leistet einen Beitrag zur Diskussion des Themas in der Zentralschweiz und gibt Empfehlungen für Betriebe und Mitarbeitende ab. Im Fokus der Studie stehen die drei folgenden Fragen, mit der die Optik der Mitarbeitenden, des Human Resources Managements und des Managements eruiert wird:

  • Wie gross ist das Ausmass an Mitarbeitenden in Unternehmen, die nebst der Berufstätigkeit Pflege- und Betreuungstätigkeiten für Angehörige übernehmen?

  • Inwieweit ist das HR-Management auf die Thematik sensibilisiert oder ist allenfalls bereits im Betrieb dazu aktiv?

  • Wie wird das Thema aus Sicht des Managements behandelt?

Das Forschungsteam hat insgesamt zwölf HR-Verantwortliche und einen Geschäftsführer aus verschiedenen Branchen interviewt. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auf, dass alle befragten Unternehmen über Erfahrungen mit dem Thema «work & care» verfügen, die Betroffenheit aber in der Regel als gering eingeschätzt wird. Die meisten Unternehmen berichten, dass sie mit Einzelfällen konfrontiert sind, die individuell gelöst werden können. Weiter zeigt die Untersuchung auf, dass allgemein wenig konkretes Wissen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege vorhanden ist. Die befragten Unternehmen sind dem Thema gegenüber jedoch offen und grundsätzlich positiv eingestellt.

Die Bedingungen, damit Beruf und Angehörigenpflege unter einen Hut gebracht werden können, sind vielfältig. Allgemein werden folgende Kriterien genannt: genügend flexible und transparente Kommunikationskultur, Anlauf- und Informationsstelle, Absenzenmanagement, Sensibilisierung für das Thema bei der Belegschaft und bei den Führungspersonen auf allen Hierarchiestufen. Die Untersuchung offenbart zudem, dass bewusst oder unbewusst unterschieden wird, ob es sich bei der zu pflegenden Person um eine junge, eine ältere oder eine alte Person handelt.

Projektteam

Hochschule Luzern: Prof. Christoph Buerkli, Prof. Yvonne Siegrist Mastai, Kathrin Jehle
Careum Forschung: Andrea Radvasky, Prof. Dr. Iren Bischofberger

Laufzeit

Dezember 2013–Juni 2015

Weitere Informationen

Radvanszky, A. (2015). Umfrage zu «work & care». Themenapéro «Unternehmen Verantwortung». HSLU Soziale Arbeit, Luzern, 18.11.2015. PDF