Gesundheitsprobleme im Pflegeberuf

Das Gesundheits- und Pflegepersonal ist hohen körperlichen und seelischen Arbeitsbelastungen ausgesetzt. Ein Kooperationsprojekt untersucht die Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung und Gesundheitsstörungen in Gesundheitsberufen für die Schweiz.

Ausgangslage

Erwerbstätige in Gesundheits- und Pflegeberufen arbeiten gemäss Umfragen aus benachbarten Ländern unter besonders hohen physischen und psychischen Belastungen. Es erstaunt deshalb nicht, dass Gesundheitsberufe nachweisbar eine überdurchschnittlich hohe Fluktuations- und Absenzrate verzeichnen. Dies belegen zum Beispiel der deutsche Fehlzeiten-Report 2004 zum Schwerpunktthema «Gesundheitsmanagement in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen» oder seit 2009 der jährlich stattfindende österreichische Gesundheitsmonitor. Auch zwei wichtige amerikanische Gesundheitsbehörden, das National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) sowie das Center for Disease Control (CDC) stellen in «health care occupations» erhöhte Raten an Suchtmittelmissbrauch, Suiziden sowie verschiedenen Stressfolgeerkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Burnout oder krankheitsbedingte Ausfälle fest.

Sie empfehlen verschiedene betriebliche und andere Massnahmen, um dem Problem erhöhter Belastungen in den Gesundheitsberufen vorzubeugen. Zudem engagieren sich erwerbstätige Gesundheitsfachpersonen in ihrem Privatleben häufiger als andere Berufsgruppen für ihre erkrankten, behinderten oder älteren Angehörigen. Dies zeigen Betriebsumfragen von Careum Forschung und die internationale Forschungsliteratur.

Projekt

Die Betriebsumfrage zu Arbeitsbedingungen und Gesundheitsproblemen soll Erkenntnisse liefern über Zusammenhänge zwischen Gesundheitsproblemen und Arbeitsbelastung in Pflege- und Gesundheitsberufen. Dabei spielen Fragen der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege («work & care») eine besondere Rolle.

Auf diese Weise sollen Lösungsvorschläge für gesellschaftspolitische und (über-)betriebliche Interventions- und Präventionsmassnahmen erarbeitet werden. Das Kooperationsprojekt mit dem Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich liefert einen Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung für die Problematik der erhöhten Arbeitsbelastungen und Gesundheitsstörungen im Gesundheitswesen. Es unterstreicht die Bemühungen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva), berufsassoziierte Gesundheitsstörungen zu mindern oder gar zu verhindern.

Konkrete Ziele der Befragung:

  • Erstmalige und umfassende Bestandsaufnahme der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsbelastung, der Gesundheit und der Gesundheitsstörungen in Gesundheits- und Pflegeberufen.
  • Individuelle und berufsgruppenspezifische Bedürfnisse des Gesundheits- und Pflegepersonal werden ermittelt. Wie können eigene Arbeitsbedingungen und Gesundheit verbessert werden?
  • Welche für Politik und Betriebe wichtigen Erkenntnisse lassen sich durch eine vergleichende Analyse von Arbeitsbelastungen und damit verbundenen Gesundheitsstörungen, Berufsausstiegswünschen, Kündigungsabsichten und Arbeitsabsenzen gewinnen?

 

Projektteam Kooperationsprojekt

UZH, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention: PD Dr. Oliver Hämmig, MPH (Lead), Nadine Häusler MSc Public Health (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Careum Forschung: Prof. Dr. Iren Bischofberger (Programmleitung «work & care»), Anke Jähnke RN, M.A., MPH (wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Finanzielle Unterstützung

SUVA

Laufzeit

2014–2016