Versorgungskoordination für Angehörige

Pflegende Angehörige fungieren oft als Pflegemanagerinnen und Pflegemanager, was sehr zeitintensiv und anspruchsvoll ist. Ein Forschungsprojekt soll ein umfassendes Bild über den Aspekt der Koordination in der häuslichen Versorgung möglich machen – aus der Perspektive der Anbieter wie auch der Nutzenden, mit Blick auf Koordination durch und Koordinationsleistungen für Angehörige.

Ausgangslage

Pflegende Angehörige unterstützen ihre Nächsten angesichts vielfältiger und oft kontinuierlich steigender Anforderungen. Koordination ist dabei in unterschiedlichsten Formen erforderlich, z. B. für Absprachen zwischen den verschiedenen Fachpersonen, für das Management von Therapien oder für Anträge an Behörden. Weil von professioneller Seite wenig systemübergreifende Koordinationshilfe vorhanden ist, müssen sich viele pflegende Angehörige notgedrungen selber helfen und die Rolle des Managers oder der Managerin übernehmen. Von ihrer Umsetzung hängen massgeblich die Qualität der Versorgung und die finanzielle und personelle Situation der Betreuten und Angehörigen ab. Verschiedene Institutionen wie Pro Senectute, Pro Infirmis, Spitex oder auch Krankenversicherer bieten Koordinationsleistungen an. Aus Sicht der pflegenden Angehörigen decken sie dabei aber jeweils nur einen Teil des Koordinationsbedarfs ab – meist nach Massgabe des gesetzlichen Rahmens oder der Versicherungsdeckung.

Projekt

Das Forschungsprojekt erarbeitet Erkenntnisse zur Verbesserung der Koordination aus Sicht der pflegenden Angehörigen. Koordinationsaufgaben, die pflegende Angehörige übernehmen, werden dabei einerseits mit dem Bedarf und andererseits mit den Leistungen der Fachpersonen und Institutio­nen abgeglichen. Dabei wird die Aufgabenteilung zwischen Angehörigen, Fachpersonen, Freiwilligen und weiteren Akteuren des sozialen Umfelds untersucht. Basierend auf den Ergebnissen und zusammen mit der Praxis werden Lösungsansätze und Empfehlungen für eine bedarfsgerechtere koordinative Unterstützung der Angehörigen formuliert.

Methodisches Vorgehen
Für die Untersuchung werden sowohl qualitative, als auch quantitative Methoden eingesetzt: Literatur- und Dokumentenanalysen, Inhalts­analysen der Webseiten von Leistungserbringern, Experteninterviews, qualitative Interviews mit Anbietern von Koordinationsleistungen sowie mit pflegenden Angehörigen in möglichst unterschiedlichen Situationen, eine Online-Befragung pflegender Angehöriger, Fokusgruppen und ein Validierungsworkshop.

Projektteam

 

Finanzierung

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Förderprogramm «Entlastungsangebote für pflegende Angehörige»

Laufzeit

Juli 2017–Juni 2019