Woher kommen die Besten?

Globaler Wettbewerb in der Ausbildung – wer bildet zukunftsfähige Health Professionals aus?

Das Gesundheitspersonal wird auf der ganzen Welt gefordert. Neue Lernformen, die weniger das Wissen und mehr die Problemlösefähigkeiten und die interprofessionelle Teamarbeit in den Vordergrund stellen, haben sich etabliert. Das Problembasierte Lernen (PBL) hat sich inzwischen in vielen Ausprägungen als Standard für die Ausbildung in den Gesundheitsberufen durchgesetzt.

Die Ausgaben für die Ausbildung von Health Professionals sind hoch. Die Schweiz investiert rund eine Milliarde Franken pro Jahr in die Ausbildung – drei Viertel davon fliessen in die Ausbildung der Ärzte.

Die gesundheitspolitischen Herausforderungen und Lösungsansätze werden in den Industrieländern immer ähnlicher. Darum sind die Voraussetzungen gegeben, dass sich in der Ausbildung ein internationaler Wettbewerb und ein grenzüberschreitender Austausch entwickeln. Zurzeit gibt es jedoch nur einen Wettbewerb um die Arbeitskräfte. Weil die Gesundheitssysteme national begrenzt sind, erfindet jedes Land die Ausbildungsgänge neu. Denn die Health Professionals werden primär für die Berufsausübung im Binnenmarkt geschult. Potenziale und Chancen für grenzüberschreitende Kooperationen bleiben weitgehend ungenutzt.

Im Careum Working Paper 2 werden die Kompetenzprofile für die Ausbildung zukunftsfähiger Health Professionals abgeleitet. Des Weiteren vertieft Careum vier Thesen zur Ausbildung für das Gesundheitswesen 2032. Die Thesen plädieren für eine Grenzverschiebung: Zukunftsfähige Health Professionals entstehen, wenn das Bildungs- und das Gesundheitssystem die «exception médicale» beseitigen und die Bildungsstätten sich als Kompetenzzentren in einem arbeitsteiligen System aufstellen.

Künftige Bildungsstätten sollen nur einen Teil der standardisierten Inhalte selbst aufbauen und diese vermehrt mit anderen Partnern zur Vervollständigung des Portfolios austauschen.

Working Paper 2

Panfil, E. M., & Sottas, B. (2009). Woher kommen die Besten? Careum: Zürich. PDF