Initiative zur Förderung der Gesundheitskompetenz

Die Careum Stiftung und die Gesundheitsdirektion spannen im Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» zusammen, um die Gesundheitskompetenz der Einwohnerinnen und Einwohner wie auch der Gesundheitsorganisationen im Kanton Zürich zu stärken. Das erste Projekt ist ein Selbstcheck für Gesundheitsorganisationen.

Medienkonferenz unter anderem mit Hans Gut (2.v.l.), Ulrich Otto (2.v.r.) und Ilona Kickbusch (1.v.r.) von Careum. Bild: Fabio Mauerhofer (Careum)

Die Gesundheitswelt ist offener, komplexer und unübersichtlicher geworden. Der Alltag verlangt von jedem Einzelnen laufend Entscheidungen, die sich auch auf die Gesundheit auswirken. Gleichzeitig nehmen die verfügbaren Informationen exponentiell zu.

Vor diesem Hintergrund kommt den Fähigkeiten des Einzelnen, im Meer der oft widersprüchlichen Informationen geschickt zu navigieren, verfügbares Wissen zu bewerten und darauf gestützt gut fundierte Entscheide fällen zu können immer grössere Bedeutung zu. Zum Beispiel beim Entscheid für oder gegen eine bestimmte Behandlung. Diese Fähigkeit wird als Gesundheitskompetenz bezeichnet.

Handlungsbedarf ist ausgewiesen

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Menschen in der Schweiz grosse Probleme haben, grundlegende Gesundheitsinformationen zu verstehen und im Alltag anzuwenden. Im europäischen Vergleich schneidet die Schweiz hier unterdurchschnittlich ab. Das zeigt den Handlungsbedarf. Eine geringe Gesundheitskompetenz kann beispielsweise dazu führen, dass das Versorgungssystem zu früh oder sogar unnötig in Anspruch genommen wird. Es kann aber auch passieren, dass Patientinnen und Patienten zu spät handeln, wenn eine Krankheit schon weit fortgeschritten und die Behandlung wesentlich schwieriger ist.

Hier setzt das Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» der Careum Stiftung und der Zürcher Gesundheitsdirektion an. Es umfasst Massnahmen auf zwei Ebenen: Mit verschiedenen Projekten sollen einerseits den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons Zürich grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Gesundheitsinformationen vermittelt werden. Andererseits sollen Gesundheitsorganisationen dabei unterstützt werden, bestehende Defizite in der Bereitstellung und Vermittlung der wesentlichen Informationen für ihre Klientinnen und Klienten zu erkennen und gezielt zu verbessern.

Erstes Umsetzungsprojekt startet im Frühjahr 2019

Das erste Projekt – «Selbstcheck gesundheitskompetente Organisationen» – zielt auf Letzteres ab. Es hat zum Ziel, den ambulanten Leistungserbringern im Kanton Zürich und darüber hinaus ein einfaches, aussagekräftiges Werkzeug für die Selbstevaluation zur Verfügung zu stellen. Das Werkzeug soll helfen, Schwachstellen zu identifizieren und konkrete Möglichkeiten zu ihrer Behebung aufzuzeigen. Dabei geht es etwa um Defizite in der Kommunikation zwischen Fachpersonen und Klientinnen und Klienten oder in der Förderung des Selbstmanagements chronisch kranker Personen.

Dr. Thomas Heiniger, Zürcher Gesundheitsdirektor, Hans Gut, Präsident der Careum Stiftung, und die Projektverantwortlichen der beteiligten Organisationen haben am 8. Januar 2019 an einer Medienkonferenz im Konferenzzentrum Walcheturm über das Programm und das erste Umsetzungsprojekt informiert. Regierungspräsident Thomas Heiniger sagte zum Vorhaben: «Was wir tun und was nicht, müssen wir alle selbst entscheiden. Der Staat ermöglicht durch geeignete Rahmenbedingungen das eigenverantwortliche Handeln.» Stiftungspräsident Hans Gut unterstrich: «Das gemeinsame Vorhaben mit der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich fügt sich nahtlos an das bisherige grosse Engagement der Careum Stiftung für die Gesundheitskompetenz an.»

Mehr erfahren

Webseite des Projekts «Gesundheitskompetenz Zürich»
Ausführliche Medienmitteilung
Bericht zur Medienkonferenz auf NZZ Online
Factsheet zum Programm «Gesundheitskompetenz Zürich»
Factsheet zum Thema Gesundheitskompetenz