Corona-Krise: Hacker entwickeln über 300 Lösungen

Der Hackathon #CodeVsCOVID19 hat 3000 kluge Köpfe aus über 80 Ländern mobilisiert. Innerhalb von 72 Stunden hat die Online-Community über 300 Lösungen zur Corona-Krise entwickelt.

Screenshot mit Teilnehmenden des Hackathons #CodeVsCOVID19. Bild: pd.

Der Hackathon #CodeVsCOVID19 von HackZurich hat im Kampf gegen das Coronavirus ungeahnte Kräfte mobilisiert: 2600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie 350 Mentorinnen und Mentoren aus 85 Ländern und 22 Zeitzonen sind von Freitagabend bis Montagabend, 27. bis 30. März 2020, auf zwei Online-Plattformen zusammengekommen.

Sie haben total 100 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden gegen das Coronavirus investiert. Dies, obwohl viele von ihnen, wie etwa die Gesundheitsfachpersonen, in diesen Tagen besonders unter Druck stehen, wie der Organisator HackZurich in einer Medienmitteilung schreibt.

Starke Ergebnisse in kürzester Zeit

In interdisziplinären Teams aus Techtalenten, Medizinerinnen und Medizinern, Epidemiologinnen und Epidemiologen sowie weiteren Fachpersonen wurden in kürzester Zeit gemeinsame Lösungsansätze ausgearbeitet. Entstanden sind 306 technologiebasierte Lösungen, um das Leben in der Corona-Krise zu erleichtern. Die Resultate sind open-source basierte Prototypen wie Mobile- und Webapps. Sie adressieren dringende gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen. Die Projekte sind öffentlich zugänglich und können hier eingesehen werden.

Grösster Beliebtheit erfreuten sich Prototypen für Themen wie den Ressourcenabgleich von Material, Personal und Kapazitäten in Spitälern, die Vereinfachung von Nachbarschaftshilfe, die zuverlässige Visualisierung zur Ausbreitung des Virus, die Sicherstellung der richtigen und regelmässigen Händehygiene, die Vereinfachung von Social Distancing und die Vermeidung von Menschenansammlungen, die Prognose von Kapazität und Auslastung von Einkaufsläden zur Vermeidung von Warteschlangen, vielseitige Diagnosetools, Tools für Kommunikation und soziale Interaktion im Home Office, für den Heimunterricht und für ältere Menschen, Lösungen zur Vereinfachung der richtigen Selbstisolation sowie Plattformen zur Übersicht von Testkapazitäten weltweit und von bereits immunisierten Personen.

Aufruf zur Weiterenwicklung und Unterstützung

Für die Organisatoren und Teilnehmenden stand von Anfang der grösstmögliche Nutzen aller Projekte im Vordergrund. Deswegen wurde auf eine explizite, individuelle Prämierung einiger weniger Gewinner verzichtet. Die Projektteams können sich aber unter Angabe konkreter nächster Schritte um einen finanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung bewerben.

Im Vordergrund steht nun, verschiedene Lösungsansätze schnell weiterzuentwickeln, und wo immer möglich im Alltag anzuwenden. Interessierte, die zur Weiterentwicklung der Projekte beitragen wollen, können sich direkt bei den Organisatoren melden. Die Community wird auch in den kommenden Wochen weiterhin aufrechterhalten und aktiv unterstützt, so dass der Austausch fortgesetzt werden kann.

Unkomplizierte und schnelle Zusammenarbeit

Die gemeinnützige Initiative #CodeVsCOVID19 wurde von HackZurich innert kürzerster Zeit unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) ins Leben gerufen. Unter anderem hat sich auch die Careum Stiftung als Partner für die Initiative engagiert und vor dem Start bereits Wünsche von drei Expertinnen an die Online-Community eingeholt. Die Videos dazu können hier angeschaut werden.

Der dreitägige Hackathon hat laut den Organisatoren gezeigt, welche ungeahnten Kräfte freigesetzt werden können, wenn kluge Köpfe und Organisationen unkompliziert, schnell und mit einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten. Nun bleibt es spannend, wie die Ideen in Taten umgesetzt werden.

Mehr erfahren

Videos mit drei Expertinnen zu den Erwartungen an den Hackathon
Webseite mit den Projekten aus dem Hackathon
Webseite zur Initiative #CodeVsCOVID19