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null Impulse fuer interprofessionelle Ausbildung

Wichtige Impulse für interprofessionelle Ausbildung

Trotz günstiger Voraussetzungen hinkt die Schweiz bei der interprofessionellen Zusammenarbeit und Ausbildung im Gesundheitswesen im Vergleich mit einigen anderen Ländern hinterher. Daher will Careum mit dem Working Paper 9 weitere wichtige Impulse setzen.

Demographischer Wandel, Kostenexplosion, Zunahme chronischer Krankheiten: Die Herausforderungen für das Gesundheitssystem in der Schweiz sind enorm. Die interprofessionelle Zusammenarbeit ist zwar nicht das Allheilmittel für alle Probleme, trotzdem wird sie als essenzieller Bestandteil der zukünftigen Gesundheitsversorgung gesehen.

Weniger Behandlungsfehler, grössere Patientenzufriedenheit

Interprofessionalität fokussiert auf die berufs- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Fachpersonen aus Gesundheit und Medizin. Sie bezieht aber auch explizit die Zusammenarbeit mit Patienten und deren Angehörigen mit ein. Ihr werden Effekte wie eine Reduktion der Behandlungsfehler, eine verbesserte und effizientere Versorgungsqualität, eine grössere Patientensicherheit und –zufriedenheit oder ein besseres gegenseitiges Verständnis und Vertrauen in die Zusammenarbeit zugeschrieben.

Auch wenn der Schweiz günstige Rahmenbedingungen für interprofessionelle Zusammenarbeit und Ausbildung attestiert werden, hinkt sie im Vergleich zu den Entwicklungen in manch anderen Ländern hinterher. Genau bei diesem Handlungsbedarf möchte das Careum Working Paper 9 mit dem Titel «Interprofessionelle Ausbildung im Schweizer Gesundheitssystem: Situationsanalyse und Perspektiven» ansetzen und für die zukünftige interprofessionelle Ausbildung in der Schweiz weitere wichtige Impulse setzen.

31 Massnahmen und 6 Handlungsempfehlungen

Das Autorenteam Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsmanagement, Dr. Hermann Amstad, ehemaliger Generalsekretär der Schweizer Akademie der Medizinischen Wissenschaften, und Dr. Gert Ulrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Careum Bildungsmanagement, nimmt darin eine Standortbestimmung zum Thema «Interprofessionalität in der Ausbildung» vor und stellt darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für die Schweiz zur Diskussion.

Diese Standortbestimmung beruht auf zwei Pfeilern: Einerseits wurden aktuelle Reviews in Fachzeitschriften analysiert und die Effekte, Einflussfaktoren und Lösungsansätze im Bereich interprofessioneller Ausbildung bilanziert. Andererseits wurden international anerkannte Expertinnen und Experten um eine Einschätzung gebeten. Zusätzlich konnten eine Patientin sowie ein Medizin-Studierender als Betroffene der interprofessionellen Ausbildung zu deren Eindrücken interviewt werden.

Die im Working Paper gewonnenen Einblicke in die Literatur und insbesondere die aussagekräftigen Erfahrungen und das Know-How von Experten und Betroffenen unterstützen klar den Wert und das Potenzial der Interprofessionalität. Auf dieser Grundlage hat das Autorenteam schliesslich 31 Massnahmen zur zukünftigen interprofessionellen Ausbildung in der Schweiz formuliert, die in insgesamt 6 Handlungsempfehlungen geclustert wurden.

Workshop mit Expertinnen und Experten

Die beschriebenen Massnahmen und Handlungsempfehlungen verstehen sich als Denkanstösse, die nun in einem nächsten Schritt schweizweit diskutiert werden sollen. Hierzu plant die Careum Stiftung im Sommer 2020 einen zweisprachigen Workshop, zu dem Expertinnen und Experten aus der ganzen Schweiz eingeladen werden, um im Idealfall wegweisende Ideen und Stossrichtungen zur Umsetzung für die Schweiz abzuleiten.

Die Careum Stiftung versteht sich als Vordenkerin der Interprofessionalität und engagiert sich schon seit über zehn Jahren für qualitativ hochwertige Projekte im Bereich der interprofessionellen Ausbildung und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. In den Working Papers nimmt Careum jeweils Trends in den Bereichen Bildung und Gesundheit auf.

PDF-Version zum Download

Careum Working Paper 9 (Deutsche Version)
Careum Working Paper 9 (version française)

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