Sportmedizin: Besser versorgt im Team

Dr. Gert Ulrich von Careum Bildungsmanagement hat mit einem amerikanischen Kollegen eine internationale Studie zur Interprofessionalität in der Sportmedizin durchgeführt. Erste Ergebnisse werden in einem Online-Vortrag präsentiert.

Die Qualität der Patientenversorgung profitiert von interprofessionellen Teams - auch in der Sportmedizin. Bild: Serafino Mozzo/Shutterstock.com

Die Careum Stiftung setzt sich schon seit Langem für interprofessionelle Zusammenarbeit und Ausbildung ein. Ein Beispiel dafür ist die Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation (ZIPAS). Für die Qualität der Versorgung ist es wichtig, dass möglichst viele an der Patientenversorgung beteiligte Berufsgruppen einen Platz «am interprofessionellen Tisch» einnehmen können.

Interprofessionelle Massnahmen erst im nordamerikanischen Raum

Wie auch in anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung könnte die Qualität der Patientenversorgung im Bereich der Sportmedizin von einer interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Berufsgruppen profitieren. Denn in der Sportmedizin arbeiten viele unterschiedliche Professionen zusammen, wie zum Beispiel Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Ernährungswissenschaftlerinnen und Ernährungswissenschaftler, Pflegende und Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker. Allerdings wird der Bereich der Sportmedizin, beziehungsweise der Einbezug von Berufen mit sportwissenschaftlichem Hintergrund, in der wissenschaftlichen Literatur nur randständig berücksichtigt.

Dennoch zeigte sich in den bisher publizierten Studien, dass Professionen in der Sportmedizin durchaus gewillt sind, gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen zu interagieren, um die Patientenversorgung zu verbessern. Der Grossteil der wenigen themenspezifischen Studien beschränkt sich vorwiegend auf den nordamerikanischen Raum. In den USA und in Kanada fanden bereits vielfältige Massnahmen statt, die interprofessionelle Ausbildung auch in den sportwissenschaftlich verwandten Disziplinen zu stärken und die interprofessionelle Zusammenarbeit in den jeweiligen Praxissettings zu forcieren.

Internationale Studie mit führendem Wissenschaftler auf dem Gebiet

Dr. Gert Ulrich aus dem Team von Careum Bildungsmanagement ist es gelungen, mit einem der führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet, Prof. Dr. Anthony Breitbach von der St. Louis Universität (USA), ein gemeinsames wissenschaftliches Projekt zu starten. Gert Ulrich und Anthony Breitbach haben dazu Anfang 2020 eine Online-Umfrage zur Interprofessionalität in der Sportmedizin entwickelt, die international eingesetzt werden konnte. Konkret ging es dabei darum, Einstellungen zu Interprofessionalität zu erheben und Verknüpfungen zu sozio-demographischen Merkmalen sowie der Arbeitszufriedenheit bei verschiedenen Professionen im Bereich der Sportmedizin und der Sportwissenschaft herzustellen und gegebenenfalls internationale Unterschiede aufzudecken. Insgesamt konnten vollständige Datensätze von 320 Teilnehmenden aus den USA, Kanada sowie aus acht europäischen Ländern – unter anderem auch der Schweiz – erhoben werden.

Studienergebnisse werden online vorgestellt

Erste Ergebnisse liegen dazu bereits vor. Gert Ulrich und Anthony Breitbach werden diese auf Einladung der World Federation of Athletic Training and Therapy am 23. September 2020 um 19 Uhr (Schweizer Zeit) in einem Online-Vortrag präsentieren und mit dem Publikum diskutieren. Die Teilnahme ist für alle Interessierten offen. Allerdings ist hier vorgängig eine Registrierung nötig. Wer sich registriert, kann sich dafür das Video auch zu einem späteren Zeitpunkt noch anschauen.

Mit den Ergebnissen können die Interprofessionalität in der Sportmedizin beziehungsweise in der Sportwissenschaft in der Schweiz vorangetrieben und wertvolle Impulse für Aus- und Weiterbildungsprogramme gesetzt werden.

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