Warum Gesundheitskompetenz so wichtig ist

Gastauftritt an der 21. Nationalen Gesundheitsförderungs-Konferenz in Bern: Dr. Dominique Vogt von Careum zeigte in ihrem Eröffnungsvortrag auf, warum Gesundheitskompetenz so wichtig ist.

Dr. Dominique Vogt an der Gesundheitsförderungs-Konferenz. Bild: Gesundheitsförderung Schweiz

Die 21. Nationale Gesundheitsförderungs-Konferenz befasste sich mit den Themen Gesundheitskompetenz und Technologiewandel. Dr. Dominique Vogt, Leiterin des Bereichs Gesundheitskompetenz bei Careum, konnte im Kursaal in Bern vor gut 500 Teilnehmenden den Eröffnungsvortrag halten. Drei Fragen standen dabei im Fokus: Warum wird Gesundheitskompetenz zunehmend diskutiert? Wo stehen wir in Sachen Gesundheitskompetenz? Und wo wollen wir hin? Gesundheitskompetenz wird als die Fähigkeit des Einzelnen verstanden, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Digitalisierung und Patientenrolle als einschneidende Entwicklungen

Dr. Dominique Vogt zeigte in ihrem Vortrag auf, dass besonders zwei einschneidende Entwicklungen die Gesundheitskompetenz so relevant machen. Einerseits hat die digitale Transformation die Landschaft der Gesundheitsinformationen revolutioniert. Den Menschen steht inzwischen eine Vielzahl an Informationsquellen zur Verfügung. Andererseits hat sich die Rolle der Patientinnen und Patienten verändert. Sie sind nicht mehr nur passive Empfänger von Gesundheitsleistungen, sondern sind gefordert, sich aktiv für ihre Gesundheit zu engagieren. Beide Entwicklungen bergen Herausforderungen und bedingen Kompetenzen – von Patientinnen und Patienten und ebenso von Health Professionals.

Zentraler Einflussfaktor für die Gesundheit

Laut Dr. Dominique Vogt zeigt die Forschungslage bereits, dass Gesundheitskompetenz ein zentraler Einflussfaktor für die Gesundheit der Bevölkerung ist und hoch oben auf die politische Agenda gehört. Eine hohe Gesundheitskompetenz hilft dabei, sich im Dschungel der Gesundheitsinformationen und in einem immer komplexer werdenden Gesundheitssystem besser zurechtzufinden.

Um die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken, sind aber nicht nur Ansätze auf individueller Ebene, sondern auch Massnahmen und Impulse auf struktureller Ebene erforderlich. Deshalb stellte das Team Gesundheitskompetenz von Careum in einem Workshop am Nachmittag ein Selbstcheck-Tool für die Selbstbeurteilung der organisationalen Gesundheitskompetenz für Arztpraxen und Spitex-Organisationen aus dem Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» vor. In der Diskussion stand die Frage im Vordergrund, wie Organisationen des Gesundheitssystems die Gesundheitskompetenz der Nutzer fördern und sich beim Thema besser aufstellen können. Dabei wurde auch diskutiert, wie wichtig die Public Health-Perspektive bei dieser Frage ist.

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