Wie künftig Kooperation besser funktionieren kann

In einem Workshop haben 24 Expertinnen und Experten über die Zukunft der interprofessionellen Ausbildung im Schweizer Gesundheitswesen diskutiert. Die Erkenntnisse fliessen in eine erweiterte Version des Careum Working Papers zum Thema.

Expertenworkshop zum Careum Working Paper 9 im Kongresshotel Kreuz in Bern. Bild: Careum

Anfang Juli 2020 fand zur Diskussion des Careum Working Papers 9 «Interprofessionelle Ausbildung im Schweizer Gesundheitssystem: Situationsanalyse und Perspektiven» im Kongresshotel Kreuz in Bern ein Expertenworkshop statt. An dieser Veranstaltung nahmen 24 Expertinnen und Experten im Bereich interprofessioneller Zusammenarbeit und Ausbildung aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz teil. Das interprofessionelle Teilnehmerfeld war bunt gemischt, mit Vertretenden aus Bildung, Forschung, Versorgungspraxis, Stiftungen, Verbänden und Vereinen sowie einem Studenten und einer Patientin. Die gesamte Veranstaltung fand unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen statt.

Felix Dettwiler, CEO a. i. und Verlagsleiter bei Careum, sagte einleitend, dass sich das Gesundheitswesen in einem Umbruch befinde: «Es geht um globale Vernetzung und das Verschieben von institutionellen Grenzen.» Danach gab Gert Ulrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Careum Bildungsmanagement, Einblicke in den Entstehungsprozess des Working Papers.

Handlungsempfehlungen priorisiert und nächste Schritte definiert

Um die im Working Paper abgeleiteten Handlungsempfehlungen und Massnahmen zur Zukunft der interprofessionellen Ausbildung für die Schweiz zu diskutieren und zu konkretisieren, wurden die Teilnehmenden anschliessend je nach Expertise und Sprache einem von vier Workshops zugeteilt. In den Workshops ging es dann in erster Linie darum, von den Expertinnen und Experten priorisierte Handlungsempfehlungen bzw. Massnahmen ähnlich einer Road-Map mit konkreten nächsten Schritten zu beschreiben und diesen Schritten potentielle Akteure zuzuordnen.

Die drei deutschsprachigen Workshops wurden geleitet von den Autoren des Working Papers, Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsmanagement, Hermann Amstad, ehemaliger Generalsekretär der Schweizer Akademie der Medizinischen Wissenschaften, und Gert Ulrich. Olivier Glardon, Präsident der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte, führte die Teilnehmenden durch den französischsprachigen Workshop. Die wertvollen und interessanten Ideen und Impulse, die die Expertinnen und Experten in den Workshops erarbeiten konnten, wurden schliesslich im Plenum vor allen Teilnehmenden zusammengetragen.

Erweiterte Version des Working Papers mit Erkenntnissen geplant

Careum möchte damit als Katalysator für die Transformation von Denk- und Handlungsmustern agieren. Die Handlungsempfehlungen waren Denkanstösse für nächste Schritte, um die Qualität der Schweizer Gesundheitsversorgung durch die interprofessionelle Ausbildung zu stärken. Die Careum Stiftung versteht sich dabei als koordinierende Akteurin und impulsgebende Partnerin für interprofessionelle Ausbildung und möchte alle relevanten Stakeholder innerhalb der Schweiz vernetzen helfen.

Die Erkenntnisse aus der Veranstaltung werden nun vom Autorenteam des Working Papers 9 ausgewertet und in einer erweiterten Version in drei verschiedenen Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) den interessierten Leserinnen und Lesern zur Verfügung gestellt. In den Working Papers nimmt Careum jeweils Trends in den Bereichen Bildung und Gesundheit auf.