Mit CareNet+ Komplexfälle besser managen

Die Alterung der Gesellschaft, immer mehr und lang andauernde chronische Erkrankungen sowie häufigere Multimorbidität fordern das System der Altenhilfe in der Schweiz massiv heraus: Gerade unter den Älteren gibt es vermehrt Menschen in besonders komplexen Bedarfslagen.

Themenbild: Pexel/Matthias Zomer

Kommt zu einer oder mehreren chronischen Krankheiten ein weiteres kritisches Lebensereignis oder eine Akuterkrankung hinzu, bestehen zudem Mobilitätseinschränkungen, und fehlt ausgerechnet diesen Menschen vor Ort ein tragfähiges soziales Netz – dann sprechen wir von besonders komplexen Lebens- und Gesundheitssituationen. Dann vermischt sich das Medizinisch-Pflegerische zunehmend mit dem Sozialen und es werden oft verschiedene Leistungen aus den so unterschiedlich organisierten Bereichen Medizin, Pflege und Soziales nötig. Die Leistungserbringer sind aber oft nicht gut aufeinander abgestimmt, einzelne Leistungen werden isoliert erbracht, vielerorts herrscht ein «Gärtlidenken». Die Hilfeprozesse sind nicht optimal, die Betroffenen oft überfordert, und die Versorgung zuhause gerät vorschnell an ihre Grenzen.

Das Innovationsprojekt CareNet+

Hier setzt das integrierte Altersversorgungsnetzwerk CareNet+ an: ein zweijähriges Modellprojekt im Bezirk Affoltern am Albis – getragen von der Pro Senectute Kanton Zürich. Zielgruppe sind Menschen über 50 in hochkomplexen Versorgungs- und Betreuungssituationen. CareNet+ knüpft am bestehenden Versorgungssystem an und zielt auf eine besonders intensiv koordinierte fallbezogene Zusammenarbeit unter den bestehenden Leistungserbringern. Durch die ergänzenden Koordinationsleistungen sollen die gemeinsam mit allen Beteiligten getroffenen Massnahmen bestmöglich aufeinander abgestimmt – und damit der Einsatz der personellen und finanziellen Mittel optimiert – werden. Das Koordinationszentrum für Gesundheit und Soziales versteht sich als unabhängige und neutrale Stelle, die keine eigenen Interessen vertritt.

Die Evaluation

In der Evaluation werden Ergebnis- und Wirkungsaspekte der Pilot-Fälle analysiert – Infras und das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit arbeiten hier zusammen. Sie werten insbesondere qualitative Interviews mit den verschiedenen involvierten Akteuren aus und analysieren die bisherigen CareNet+-Fälle mit Dokumentenanalysen, prozessgenerierten Falldaten, Fokusgruppengesprächen sowie Interviews mit Fachpersonen und Betroffenen. Es interessieren nicht zuletzt auch die Wirkungen auf gesundheitsökonomischer Ebene: lässt sich die Hilfe damit auch unter finanziellen Gesichtspunkten verbessern, ermöglicht eine so koordinierte ambulante Versorgung dann einen längeren Verbleib zu Hause?

Das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit bringt eine gezielte Expertise im Themenfeld Angehörigenforschung, Koordination, Case Management und integrierte Versorgungsprozesse am «Gesundheitsstandort Privathaushalt» ein. Ziel dieses Evaluationsteils ist es, die Perspektive der Pflegebedürftigen bzw. deren Angehöriger mit ins Zentrum zu stellen. Dazu werden diese mittels leitfadengestützten Fragebögen zu mehreren Zeitpunkten befragt. Über den gesamten Pilotverlauf hinweg sollen mindestens 50 Fälle bearbeitet werden.

Die Evaluation soll insbesondere klären, ob das Projekt nicht nur in einen Regelbetrieb im Knonaueramt überführt, sondern auch auf weitere Regionen ausgeweitet werden soll.

Erste Ergebnisse

  • Ein wichtiges Kennzeichen des Projekts ist, dass viele wichtige Akteure der Altersarbeit aktiv ins Pilotprojekt eingebunden werden konnten. Gemeinsam eine ganze Reihe nicht gerade einfacher Probleme gelöst zu haben und weiter zu lösen – diese partizipative Einbindung scheint ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Gelingen des Projekts.
  • Es ist gar nicht einfach, die Betroffenen Älteren und ihre Angehörigen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Unter anderem können sie sich nur schwer vorstellen, was der konkrete Nutzen von CareNet+ für sie sein soll. Fachlich gesehener Bedarf und hohe individuelle Belastung erzeugt hier deshalb nicht einfach Nachfrage.
  • Und auch beim nächsten Schritt – wenn Personen bereit sind, in das Koordinationsmodell einzusteigen – sind noch bessere Lösungen gefragt: die Abklärung potenzieller Klientinnen und Klienten macht bisher zu viel Aufwand.
  • Ein wichtiges Instrument von CareNet+ sind die Fallkonferenzen. Sie sind zeitintensiv, aber offenbar wirksam für eine integrierte Fallführung. Als sehr bedeutsam erwies sich, dass neben den Patientinnen und Patienten – teilweise den Angehörigen – und den beteiligten Leistungserbringern auch die beteiligten Krankenversicherer mit am Tisch sitzen.
  • Die Seite der Zufriedenheit: Klientinnen und Klienten berichten, dass es zu einer subjektiv empfundenen Entlastung komme. Sowohl sie als auch die Akteure beurteilen die sehr umfassende Fallabwicklung insgesamt als sehr positiv.
  • Die objektivierenden Befunde etwa zur Lebensqualität sind ebenso positiv wie diejenigen zur erhöhten und angemesseneren Versorgungsqualität. Die Fallkonferenzen spielen hier eine wesentliche Rolle.
  • Schliesslich weist die Zwischenbilanz auch auf das vorhandene Potenzial zur Dämpfung des Kostenwachstums hin. Auch wenn es noch etwas zu früh für eine abschliessende Beurteilung ist, dürften durch CareNet+ aus Sicht der Evaluatorinnen und Evaluatoren mittel- bis längerfristig Kosten eingespart werden. Weil Notfallsituationen und Spitaleinweisungen vermieden und Heimeintritte verzögert werden können. Und weil vieles auf effizientere Versorgungsprozesse hinweist.

Die Zwischenbilanz zeigt: Es ist gar kein triviales Projekt. Aber im Kontext der integrierten und koordinierten Versorgung komplexer Lebens- und Gesundheitssituationen Älterer am «Gesundheitsstandort Privathaushalt» ist es eben auch eines der ambitioniertesten Schweizer Projekte derzeit. So kann es gar nicht anders sein, als dass noch Entwicklungsarbeit und Optimierungen möglich und nötig sind. Aber mindestens ebenso klar ist: CareNet+ scheint ein besonders innovatives und geeignetes Konzept mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen zu sein.

 

Weiterführende Informationen

 


Von Dirigenten und Orchestern

Das Zusammenspiel macht die Musik: Das gilt auch für die häusliche Betreuung. Wie orchestrieren Gemeinden und Regionen harmonierende Unterstützungssysteme? Die Careum Hochschule Gesundheit (Bereich Forschung) recherchierte im Auftrag der Age-Stiftung im Vorfeld einer erneuten Ausschreibung des Socius-Programms. Der Hintergrundbericht «Damit Zuhause-Älterwerden gelingt – die Gemeinde oder Region als Dirigentin des Unterstützungsorchesters?» ist neu auch online verfügbar.

Ein abgestimmtes Zusammenspiel für eine gute Unterstützung. Bild: Pixabay/yunje5054

2014 lancierte die Age-Stiftung das Programm «Socius – wenn Älterwerden Hilfe braucht». Damals wurden für das Programm «Socius 1» zehn Akteure in Schweizer Gemeinden oder Regionen gesucht, die den Aufbau und Betrieb von bedürfnisorientierten Unterstützungssystemen für ältere Menschen organisieren wollten.

Im Fokus des Programms «Socius» steht die Lebensphase, wenn das Älterwerden schwierig wird. Wenn ältere Menschen trotz zunehmendem Unterstützungsbedarf zu Hause leben wollen oder müssen. Darauf sind weder unsere Sozialversicherungen noch unsere Strukturen optimal ausgerichtet. Es braucht deshalb neue Wege der Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren und niederschwellige Angebote. Es ist notwendig, dass verschiedene Leistungsanbieter (professionelle und nichtprofessionelle) koordiniert zusammenarbeiten. Und es braucht entsprechende Strukturen und Haltungen, um dies nachhaltig zu ermöglichen.

Einträchtiges Zusammenspiel erzeugt Harmonie

Die Age-Stiftung schreibt nun das Programm «Socius» erneut aus («Socius 2.0», Laufzeit 2019 – 2023). Es richtet sich an Gemeinden und Regionen – denn diese sind in der finanziellen Verantwortung und steuern und koordinieren massgeblich die bedürfnisorientierten Unterstützungssysteme. Oder bildlich gesprochen: Sie stehen am Dirigentenpult. Mit der zweiten Auflage des Programms möchte die Age Stiftung sie dabei unterstützen, ihre Rolle wahrzunehmen und Erfahrungen zu sammeln, mit welchen Instrumenten ein vielfältiges, fein abgestimmtes Orchester zusammengestellt werden kann. Damit die Unterstützung gelingt – oder nochmals mit der Musikmetapher: Damit Wohlklang und harmonierendes Zusammenspiel entsteht!

Recherchebericht erschienen

Ziel des Hintergrundbericht vom Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit «Damit Zuhause-Älterwerden gelingt – die Gemeinde oder Region als Dirigentin des Unterstützungsorchesters?» war es, das Programm «Socius 2.0» im aktuellen Umfeld zu verorten:

  • In welchen anderen Diskursen wird ebenfalls auf den kommunalen oder regionalen Zusammenklang Wert gelegt?
  • Was wird aktuell auf dem politischen Parkett angestossen, welche Vorstösse sind hängig und welche Politikerinnen und Politiker beschäftigen sich aktiv mit der Thematik?
  • Welche Synergien lassen mit Aktivitäten anderer Organisationen nutzen?
  • Was ist der State of the Art in der wissenschaftlichen Diskussion der jüngeren Zeit dazu?

Der Forschungsbereich der Careum Hochschule Gesundheit arbeitet seit Jahren intensiv zur Angehörigenforschung sowie zu Fragen des Einsatzes verschiedenster Kategorien von «Nicht-Profis» im Sozial-, Gesundheits- und Pflegesektor. Von der Expertise zeugen die vielfältigen Forschungsprojekte und Veröffentlichungen, z. B. im Bereich «uberisierte» Pflege-Plattform, Zeitvorsorge, Altersversorgungsnetzwerke, Älter werden im Quartier, Caring Communities oder im Bereich Active & Assisted Living.

Mehr Informationen

  • Otto, U., Hegedüs, A., & Schürch, A. (2019): Damit Zuhause-Älterwerden gelingt – die Gemeinde oder Region als Dirigentin des Unterstützungsorchesters? Rechercheauftrag für Socius 2.0: Bericht an die Age-Stiftung. (Unter Mitarbeit von Johannes Heichel). Zürich: Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit. Link
  • Projektseite «Gemeinden als Dirigenten des lokalen Orchesters der Altershilfe»
  • Programm Socius, ein Programm der Age-Stiftung

Älter werden mit Behinderung und die Lebendigkeit bewahren

Die zunehmende Hochaltrigkeit ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Auch Menschen mit Querschnittlähmung werden immer älter. So gewinnt eine neue Frage immer mehr Bedeutung: Wie geht man im Alter mit Behinderung um? Damit setzte sich am 24. November die Abendveranstaltung vom Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit und der Spitex Zürich Limmat auseinander.

Die zunehmende Hochaltrigkeit ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Auch Menschen mit Querschnittlähmung werden immer älter. So gewinnt eine neue Frage immer mehr Bedeutung: Wie geht man im Alter mit Behinderung um? Damit setzte sich am 24. November die Abendveranstaltung vom Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit und der Spitex Zürich Limmat auseinander. Gut 40 Personen folgten den Referaten und der engagierten Diskussion.

Der Abend darf als gelungenes Beispiel für Patientenzentrierung und Nutzerorientierung bezeichnet werden, basierte er doch auf dem Buch «Warum das Leben weiter geht – auch im Alter und mit Behinderung». Herausgegeben wurde es von Peter Lude, Fritz Vischer und Mechtild Willi Studer 2014 im Verlag Johannes Petri. Es entstand ganz wesentlich mit der Beteiligung von Patientinnen und Patienten und rückt so die Patientenzentrierung in den Mittelpunkt.

Ins Thema der Veranstaltung führte der Mitherausgeber Dr. Peter Lude (Praxis für Psychotherapie und Dozent für Rehabilitationspsychologie) ein. «Eine Querschnittlähmung ist von aussen betrachtet eine Katastrophe», sagte er. Aus seiner eigenen Erfahrung konnte er aber feststellen, dass die Innensicht anders sei: Jede Lebensbedrohung habe auch lebenszuwendende Prozesse zur Folge. Sie mobilisieren Ressourcen. Es gehe darum, innerlich aktiv zu sein. Untersuchungen zeigen, dass vor allem Angehörige so reagieren, wie man es von Patientinnen und Patienten erwarte: Mit Krise und Stress. Es sei daher zentral, auch Angehörige in den Rehabilitationszentren zu betreuen.

Christina Brunnschweiler, CEO Spitex Zürich Limmat, hob die verschiedenen Facetten von Autonomie hervor: körperliche, gefühlsmässige, soziale und rechtliche. «Die Spitex sieht in Autonomie und Pflegebedürftigkeit keinen Widerspruch, sondern einen gemeinsamen Weg», sagte sie. Denn es gehört zum Grundauftrag der Spitex, die Autonomie zu stärken. Freilich gibt es dabei eine Reihe von Herausforderungen: zum Beispiel pflegerische Standards, die fortwährende Anpassung der benötigten Unterstützung oder sich ändernde Fragestellungen mit zunehmendem Alter. Es brauche daher eine hohe Aushandlungs- und Kooperationsbereitschaft, sagte sie.

Anke Jähnke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsinstituts der Careum Hochschule Gesundheit, stellte das laufende Forschungsprojekt «Arrangements von Menschen mit Querschnittlähmung» vor. Es geht von der Frage aus, wie querschnittgelähmte Personen Pflege, Betreuung und Unterstützung zu Hause organisieren. Erste Erkenntnisse aus den bereits geführten Interviews zeigen: Es sind personell meist sehr komplexe Arrangements mit teilweise bis zu 12 Personen, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Auch bezüglich Finanzierung besteht eine grosse Vielfalt. Die Arrangements entstehen im Rahmen spezifischer Lebenskontexte und verändern sich im Lebenslauf entsprechend. Finanzierungshürden und -logiken können dabei die Bestrebungen zur Selbstbestimmung einschränken.

Dass Hochaltrige mit Behinderung ein neueres Phänomen sind, zeigte auch die anschliessende Diskussion, die von Prof. Dr. Ulrich Otto, Forschungsleiter an der Careum Hochschule Gesundheit, moderiert wurde. Die Kombination aus Altersbeschwerden und Querschnittlähmung könne sehr schwierig sein, wurde klar festgehalten. Noch gibt es weder Alters- und Pflegeinstitutionen noch Spitex-Dienste, die spezialisiert auf hochaltrige Menschen mit Behinderungen sind. Die Diskussion zeigte aber auch, dass dem Thema zunehmend Beachtung geschenkt wird, etwa mit dem Ageing-Projekt der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.


Pflegende Angehörige als Mentor/innen für Studierende der Pflegewissenschaft

Iren Bischofberger und und Elsbeth Fischer-Doetzkies informieren am Deutschen Pflegetag in Berlin über das Patienten- und Angehörigen-Mentorat im Studiengang MSc in Nursing.

Wer selbst krank ist oder sich für kranke oder behinderte Angehörige engagiert, erlangt oft viel Fachwissen und Erfahrung im alltäglichen Umgang mit Krankheit und Behinderung. Dieses Know-how macht sich auch der Studiengang MSc in Nursing (MScN) der Careum Hochschule Gesundheit zu Nutze und zieht Patientinnen und Patienten sowie Angehörige als Mentorinnen und Mentoren hinzu. Dieses Konzept orientiert sich am strategischen Ziel der Koproduktion, d.h. der Zusammenarbeit zwischen Nutzenden und Profis, um eine Dienstleistung aus beiden Perspektiven zu prägen.

In diesem Sinne stellten Iren Bischofberger, Prorektorin und MScN-Studiengangsleiterin, und Elsbeth Fischer-Doetzkies, Angehörige und begleitende Mentorin, am Deutschen Pflegetag anfangs März in Berlin das Konzept vor und erläuterten dessen Struktur mit den verschiedenen Mentoratsformaten.

Die MScN-Studierenden wählen sich jeweils ihren Mentor oder ihre Mentorin im beruflichen Umfeld selbst aus. Auch der Ablauf des Mentorats wird durch die Studierenden massgeblich gesteuert. Sie üben jedoch im Mentorat – entgegen ihrem Berufsalltag – keine Beratungsfunktion aus. Im Studiengang haben die Mentoratspersonen Dozierendenstatus, beurteilen jedoch keine Leistungsnachweise.

Das Mentorat leistet einen wichtigen Beitrag zu einer patienten- und angehörigenfreundlichen Gesundheitsversorgung. Die Patienteninnen und Patienten sowie Angehörigen machen den Alltag kranker Menschen für Studierende nachhaltig erfahrbar: Sie ermöglichen einen Blick über Spitalmauern, berichten von ihren Alltagserfahrungen – zum Beispiel über Medikamentenkosten oder Ferienvorbereitungen – und bieten so einen eindrücklichen Einblick in ihre Lebenswelt.

Weitere Informationen zum Mentorat: Bischofberger, I. (2016). Das Patienten- und Angehörigen-Mentorat. In Forum Managed Care (Hg.), Patientenbilder 2024 (p. 35). Neuägeri: Forum Managed Care.


Altersfreundliche Quartierentwicklung unter der Lupe

Das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit evaluierte das Projekt «Älter werden im Quartier» in Frauenfeld.

Die Stadt Frauenfeld lancierte im Quartier Kurzdorf das Pilotprojekt «Älter werden im Quartier (AWIQ)». Das erklärte Ziel war, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um älteren Menschen das selbständige Wohnen und Leben in ihrer gewohnten Umgebung in sinnvoller Weise zu ermöglichen.

Das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit evaluierte das von der Age Stiftung und der Gesundheitsförderung Schweiz finanzierte Pilotprojekt. Nach drei Projektjahren läuft nun die Finanzierung durch die Stiftungen aus. Die entstandenen Angebote wie Kurz-Dorf-Träff, Nachbarschaftshilfe und Talentbörse bestehen aber weiter, ab jetzt selbstständig. Anstatt von einem Projektende spricht man deshalb von einem Etappenhalt.

Feier und erste Bilanz

Mit einem Festakt wurde dieser Etappenhalt am Montag, 19. Juni, im neuen Begegnungszentrum VIVA in Frauenfeld feierlich begangen. Geladen waren Gemeinderäte, Freiwillige aus dem AWIQ-Projekt, Projektmitwirkende und Interessierte. Das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit (Programm Ageing at home) war durch Anna Hegedüs vertreten, welche in ihrem Referat die Resultate der Evaluation präsentierte. Die aus AWIQ gewonnen Erkenntnisse können ähnlichen Vorhaben in anderen Quartieren und Gemeinden als Leitlinie dienen.
 

Weitere Informationen

Projektseite AWIQ

Jakovac, A. Rudolf (2016). Fünf Fragen an Careum Forschung: Anna Hegedüs, 29. Stadt Frauenfeld. AWIQ Newsletter (2), S. 6. PDF

Aktuell: NZZ-Artikel zum Thema Wohnen im Alter und im Quartier