Gesundheitskompetenz als Thema am HackZurich 2020

«From Couch Potato to Fitness Hero»: So lautete die Challenge von CSS Versicherung, Auto-ID Labs und Careum Gesundheitskompetenz – vertreten durch Saskia De Gani und Daniela Nowak – am HackZurich 2020. Total wurden dazu 23 Projekte eingereicht.

Saskia De Gani und Daniela Nowak von Careum Gesundheitskompetenz am grössten Hackathon Europas (v.l.).

Am Wochenende vom 18. bis 20. September 2020 fand im Zürcher Technopark der grösste Hackathon Europas statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Anlass dieses Jahr erstmals in hybrider Form mit ungefähr 300 Teilnehmenden vor Ort und 850 Online-Teilnehmenden durchgeführt. Gemeinsam mit der CSS Versicherung, den Auto-ID Labs der ETH Zürich und der Universität St. Gallen war Careum Gesundheitskompetenz mit dem Thema «From Couch Potato to Fitness Hero» am HackZurich 2020 vertreten. Das Ziel der Challenge war, Ideen, Projekte und Anwendungen zu entwickeln, um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und einen gesunden Lebensstil zu fördern.

Intelligente Termine für Pausen und Aktivitäten

Die Herausforderung lag insbesondere darin, diejenigen Bevölkerungsgruppen, die häufiger Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen und gesundheitsförderlichem Verhalten haben, anzusprechen und zu motivieren. Insgesamt wurden 23 Projekte für diese Challenge eingereicht und daraus ein Gewinner erkoren. Das Siegerteam entwickelte die Anwendung «Active4Swag», welche – basierend auf vorhandenen Kalendereinträgen – intelligente Termine für Pausen und Aktivitäten in den Kalender bucht. Bei auswärtigen Terminen wird darüber hinaus die Distanz und Gehzeit berechnet und gleich ein Vorschlag für einen Spaziergang dorthin gemacht, basierend auf der verfügbaren Zeit und der Distanz. Zusätzlich ist ein Belohnungssystem integriert, um auf ein persönliches Ziel hin zu sparen. Das können zum Beispiel neue Laufschuhe sein oder eine Belohnung durch die Krankenversicherung.

Im Bereich Mixed Reality überzeugte das Team «MR Shopper» mit einer futuristischen Anwendung für Online-Lebensmitteleinkäufe, wobei die körperliche Aktivität durch das Einsammeln der erworbenen Produkte mit dem virtuellen Einkaufen verknüpft wird. Dabei werden die gewählten Lebensmittel hinsichtlich ihrem Einfluss auf die Gesundheit bewertet und das Ausmass der körperlichen Anstrengung diesbezüglich angepasst. Der HackZurich 2020 war für Careum Gesundheitskompetenz ein sehr spannender Anlass in einer bis dato noch eher fremden Welt. Es konnten viele Eindrücke zu digitalen Möglichkeiten, Ideen und Technologien gesammelt sowie Kontakte zu spannenden potentiellen Kooperationspartnern gewonnen werden.

Über 200 Prototypen entwickelt

Insgesamt haben die Entwicklerinnen und Entwickler sowie Programmiererinnen und Programmierer am HackZurich 2020 innerhalb von 40 Stunden mehr als 200 innovative, technische Prototypen entwickelt. Besonders bemerkenswert waren nicht nur die Vielfalt und die hohe Qualität der Resultate, sondern auch die Art und Weise, wie die Teams sowohl virtuell aus mehr als 50 Nationen als auch vor Ort in Zürich miteinander zusammengearbeitet haben, wie es in einer Medienmitteilung von HackZurich heisst. Den Gesamtwettbewerb gewonnen hat das Team «AI-Search for spoken audio» aus Zürich. Es hat eine Anwendung entwickelt, die es ermöglicht, die gesprochene Sprache in Podcasts zu analysieren, um mittels Stichworten Segmente zu finden, welche für einen besonders relevant sind.


Sportmedizin: Besser versorgt im Team

Dr. Gert Ulrich von Careum Bildungsmanagement hat mit einem amerikanischen Kollegen eine internationale Studie zur Interprofessionalität in der Sportmedizin durchgeführt. Erste Ergebnisse werden in einem Online-Vortrag präsentiert.

Die Qualität der Patientenversorgung profitiert von interprofessionellen Teams - auch in der Sportmedizin. Bild: Serafino Mozzo/Shutterstock.com

Die Careum Stiftung setzt sich schon seit Langem für interprofessionelle Zusammenarbeit und Ausbildung ein. Ein Beispiel dafür ist die Zürcher interprofessionelle klinische Ausbildungsstation (ZIPAS). Für die Qualität der Versorgung ist es wichtig, dass möglichst viele an der Patientenversorgung beteiligte Berufsgruppen einen Platz «am interprofessionellen Tisch» einnehmen können.

Interprofessionelle Massnahmen erst im nordamerikanischen Raum

Wie auch in anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung könnte die Qualität der Patientenversorgung im Bereich der Sportmedizin von einer interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Berufsgruppen profitieren. Denn in der Sportmedizin arbeiten viele unterschiedliche Professionen zusammen, wie zum Beispiel Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Ernährungswissenschaftlerinnen und Ernährungswissenschaftler, Pflegende und Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker. Allerdings wird der Bereich der Sportmedizin, beziehungsweise der Einbezug von Berufen mit sportwissenschaftlichem Hintergrund, in der wissenschaftlichen Literatur nur randständig berücksichtigt.

Dennoch zeigte sich in den bisher publizierten Studien, dass Professionen in der Sportmedizin durchaus gewillt sind, gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen zu interagieren, um die Patientenversorgung zu verbessern. Der Grossteil der wenigen themenspezifischen Studien beschränkt sich vorwiegend auf den nordamerikanischen Raum. In den USA und in Kanada fanden bereits vielfältige Massnahmen statt, die interprofessionelle Ausbildung auch in den sportwissenschaftlich verwandten Disziplinen zu stärken und die interprofessionelle Zusammenarbeit in den jeweiligen Praxissettings zu forcieren.

Internationale Studie mit führendem Wissenschaftler auf dem Gebiet

Dr. Gert Ulrich aus dem Team von Careum Bildungsmanagement ist es gelungen, mit einem der führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet, Prof. Dr. Anthony Breitbach von der St. Louis Universität (USA), ein gemeinsames wissenschaftliches Projekt zu starten. Gert Ulrich und Anthony Breitbach haben dazu Anfang 2020 eine Online-Umfrage zur Interprofessionalität in der Sportmedizin entwickelt, die international eingesetzt werden konnte. Konkret ging es dabei darum, Einstellungen zu Interprofessionalität zu erheben und Verknüpfungen zu sozio-demographischen Merkmalen sowie der Arbeitszufriedenheit bei verschiedenen Professionen im Bereich der Sportmedizin und der Sportwissenschaft herzustellen und gegebenenfalls internationale Unterschiede aufzudecken. Insgesamt konnten vollständige Datensätze von 320 Teilnehmenden aus den USA, Kanada sowie aus acht europäischen Ländern – unter anderem auch der Schweiz – erhoben werden.

Studienergebnisse werden online vorgestellt

Erste Ergebnisse liegen dazu bereits vor. Gert Ulrich und Anthony Breitbach werden diese auf Einladung der World Federation of Athletic Training and Therapy am 23. September 2020 um 19 Uhr (Schweizer Zeit) in einem Online-Vortrag präsentieren und mit dem Publikum diskutieren. Die Teilnahme ist für alle Interessierten offen. Allerdings ist hier vorgängig eine Registrierung nötig. Wer sich registriert, kann sich dafür das Video auch zu einem späteren Zeitpunkt noch anschauen.

Mit den Ergebnissen können die Interprofessionalität in der Sportmedizin beziehungsweise in der Sportwissenschaft in der Schweiz vorangetrieben und wertvolle Impulse für Aus- und Weiterbildungsprogramme gesetzt werden.

Anmeldung

Registrierungslink für Online-Vortrag


SwissSkills: Monika Signer gewinnt FaGe-Wettkampf

Monika Signer vom Kantonsspital Münsterlingen ist FaGe-Schweizermeisterin 2020. Die Kandidatin aus dem Kanton Thurgau sichert sich Gold vor Kilian Schmid (Luzern) und Lenia Butzerin (Graubünden).

Das Podest der FaGe-Schweizermeisterschaften 2020: Lenia Butzerin, Monika Signer und Kilian Schmid (v.l.). Bild: pd

18 Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) aus elf Deutsch- und Westschweizer Kantonen haben sich den SwisSkills Championships 2020 gestellt. In einem von OdASanté organisierten, zweiteiligen Wettkampf haben sie an den Berufs-Schweizermeisterschaften in Zürich ihr Können unter Beweis gestellt. Als Siegerin aus dem Wettbewerb ging Monika Signer vom Kantonsspital Münsterlingen hervor. Auf Platz zwei und drei landeten Kilian Schmid und Lenia Butzerin aus den Kantonen Luzern und Graubünden, wie es in einer Mitteilung von OdASanté heisst.

Szenario mit Schauspielpatienten

Die Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit mussten in einem fiktiven Szenario zwei Klientinnen und Klienten gleichzeitig betreuen. Konfrontiert waren sie mit diversen Situationen aus dem pflegerischen Alltag in der Spitex, im ambulanten oder Langzeitbereich. Dazu gehören beispielweise die Vitalzeichenkontrolle, der Verbandwechsel, die Essberatung oder auch das Verabreichen von Augentropfen. Gearbeitet wurde mit professionellen Schauspielpatientinnen und -patienten unter den wachsamen Augen von sieben Expertinnen. Das Wettkampfszenario wurde im Vorfeld sorgfältig von einer Fachgruppe ausgearbeitet.

Aufgrund der Corona-Situation fanden die SwissSkills Championships für Fachpersonen Gesundheit am 10. und 12. September 2020 unter speziellen Umständen statt. Die Wettkämpfe wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im neuen ÜK-Zentrum der OdA Gesundheit Zürich durchgeführt. Careum unterstützt die FaGe-Schweizermeisterschaft als Sponsor.

WorldSkills Competitions 2021 in Shanghai

OdASanté wird nun in den kommenden Wochen mit den drei Bestplatzierten, den zuständigen kantonalen Organisationen der Arbeitswelt und den Betrieben Gespräche führen bezüglich einer möglichen Teilnahme an den WorldSkills Competitions 2021 in Shanghai.

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Eindrücke von den SwissSkills Championships 2020 für FaGe auf Facebook und Instagram


Hans C. Werner wird neuer Stiftungsratspräsident

Wechsel an der Spitze: Hans C. Werner löst am 1. Februar 2021 Hans Gut als Stiftungsratspräsidenten bei Careum ab, der in den letzten 20 Jahren die Stiftung massgeblich geprägt hat.

Hans C. Werner übernimmt ab Februar 2021 das Stiftungsratspräsidium bei Careum. Bild: pd

Dr. Hans C. Werner übernimmt am 1. Februar 2021 die Nachfolge von Hans Gut als Präsident des Stiftungsrats von Careum. Damit wird für Careum der geplante Führungswechsel vollzogen. Bereits am 1. Oktober 2020 tritt Dr. Stefan Spycher, langjähriger Vizedirektor des Bundesamtes für Gesundheit, als CEO die operative Leitung bei Careum an (siehe News vom 1. April 2020).

Kenner der digitalen Welt

Hans C. Werner, der im April 2020 in den Stiftungsrat von Careum gewählt wurde, ist ein exzellenter Kenner der digitalen Welt. Seit September 2011 und noch bis zu seinem Antritt bei Careum ist der 60-Jährige Leiter Group Human Resources und Mitglied der Konzernleitung bei der Swisscom. In seinen früheren Tätigkeiten war Hans C. Werner unter anderem Human Resources Vice President Europe North and East bei Schindler und Head Global Human Resources der Swiss Re. Zuvor war er Rektor der Kantonsschule Büelrain in Winterthur. Hans C. Werner ist auch Mitglied des Verwaltungsrats der Kantonsspital Aarau AG.

In mehreren Gesprächen zwischen dem designierten CEO Stefan Spycher und dem designierten Stiftungspräsidenten Hans C. Werner hat es sich gezeigt, dass die Chemie zwischen den beiden Persönlichkeiten stimmt. «Die Berufserfahrungen der neuen Führungscrew ergänzen sich in idealer Weise», sagt der abtretende Stiftungsratspräsident Hans Gut. Er zeigt sich glücklich darüber, die Leitung an ein solch kompetentes und erfahrenes Führungsduo übergeben zu dürfen: «Ich bin überzeugt, dass sie Careum in eine erfolgreiche Zukunft führen werden.»

Von der Schwesternschule zum interprofessionellen Campus

Hans Gut trat 1998 nach der Schliessung des Rotkreuzspitals in Zürich als Stiftungsrat bei der Careum Stiftung ein, die er ab 2000 präsidierte. Er beteiligte sich massgeblich bei der Neuorientierung der Stiftung und beim Aufbau des Careum Bildungszentrums. Unter seiner Ägide ist aus dem ehemaligen Krankenhaus mit Schwesternschule ein interprofessionell ausgerichteter Campus entstanden, der als Ort des Lernens, Forschens und Austauschs in der Gesundheitswelt dient.


Digital und gut vernetzt: Beispiele aus der Praxis

Wie funktioniert digitales Lernen und Zusammenarbeiten in der Gesundheitswelt? Am Careum Forum 2020 tauschten sich rund 130 Teilnehmende online über Praxisbeispiele aus. Sie sind in einem Poster-Band und auf einer Online-Plattform in Kurzform dargestellt.

Sylvia Kaap-Fröhlich und Raffaele Sciortino moderierten das erste digitale Careum Forum. Bild: Careum

Am Careum Forum 2020 kam es gleich zu einer doppelten Premiere: Aufgrund der Corona-Situation waren Referierende und Publikum erstmals nur virtuell und nicht vor Ort dabei. Neu war auch das Format: Die Veranstaltung war als Mitmachtagung konzipiert.

Gesucht waren Beispiele aus der Praxis, wie digitales Lernen und Zusammenarbeiten in der Gesundheitswelt funktioniert. Auf einen entsprechenden Aufruf wurden total 24 Digitalisierungsprojekte aus den Bereichen Bildung und Arbeitsalltag eingereicht. Acht davon bekamen am Careum Forum 2020 vom 27. August ihren grossen Auftritt: Sie wurden den rund 130 Teilnehmenden in zwei Vorstellungsrunden online präsentiert.

Lernen in der Cloud oder mit Virtual Reality

Darunter war ein Lernangebot am Berner Bildungszentrum Pflege, das auf Virtual Reality basiert. In einem anderen Projekt ging es um Erfahrungen mit Blended Learning – also einer Kombination von Präsenzunterricht und E-Learning – an der Berufsfachschule am Careum Bildungszentrum.

Die Spitex Zürich Limmat stellte eine «Fern-Lernbegleitung» von angehenden Fachpersonen Gesundheit mit Hilfe einer webbasierten Plattform vor, die Lernende, Berufsbildende und Bildungsverantwortliche miteinander verbindet. In einer anderen Präsentation demonstrierte das Berufsbildungszentrum Herisau ein cloudbasiertes Lernportfolio, in dem Lernende ihren Lernprozess selber dokumentieren können.

Von der Dokumentationsplattform bis zur digitalen Entscheidungshilfe

Auch die digitalen Kompetenzen von Patientinnen und Patienten waren am virtuellen Careum Forum 2020 ein Thema. Danilo Alessio Licitra präsentierte als Betroffener seine Dokumentationsplattform für Epileptiker und Nahestehende, die personenbezogene Daten sicher speichert und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung stellt. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein teilte derweil seine Erfahrungen mit einem Programm für die gemeinsame Entscheidungsfindung von Patientinnen und Patienten und Gesundheitsfachpersonen mit dem Onlinepublikum.

Vorgestellt wurden ausserdem eine onlinebasierte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer von Eskamedia sowie Wecoach Care, ein digitales Tool zur Teamentwicklung, das an die Bedürfnisse von Pflegenden angepasst worden ist. Über die 16 anderen Projekte konnte sich das Publikum ebenfalls digital informieren und sich mit den Verantwortlichen vernetzen.

Projektporträts in Poster-Band und auf Webplattform verfügbar

Für Interessierte sind alle 24 für das Careum Forum 2020 eingereichten Digitalisierungsprojekte in einem Poster-Band zusammengefasst. Alle Projekte können auch einzeln über eine Webplattform aufgerufen und kommentiert werden. Sie sind in die Kategorien Bildung und Schule, Lernbegleitung und Lernort, Patienten und Lernen sowie Vernetzung und Organisation unterteilt.

Moderiert wurde das virtuelle Careum Forum von Raffaele Sciortino, Digital Tutor und Webinar-Designer, und von Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsmanagement. Die beiden forderten die Teilnehmenden in der Schlussrunde auf, die Projekte auch nach der Veranstaltung über die Webplattform zu kommentieren und sich mit den Verantwortlichen zu vernetzen.

Mehr erfahren

Online-Plattform mit Projektübersicht
Poster-Band mit Projektbeschrieben als PDF-Download