Symposium der Allianz Gesundheitskompetenz

Im Zentrum der Veranstaltung standen drei Publikationen, die kürzlich von der WHO bzw. der Allianz und der Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) herausgegeben wurden.

Gesundheitskompetent ist, wer im Alltag Entscheidungen treffen kann, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Dabei geht es um die Fähigkeit, sich beispielsweise im Gesundheitssystem orientieren zu können, die Ärztin zu verstehen oder Krankheitssymptome richtig einzuordnen. Das WHO-Regionalbüro für Europa, die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und die Allianz Gesundheitskompetenz befassten sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Gesunheitskompetenz. Als Ergebnis liegen nun drei wegweisende Publikationen zur Gesundheitskompetenz vor.

«Gesundheitskompetenz. Die Fakten» ist ein umfassender Grundlagenbericht für den deutschsprachigen Raum. Dahinter stehen das WHO Regionalbüro für Europa und das ehemalige Kompetenzzentrum Patientenbildung der Careum Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und dem AOK Bundesverband (Deutschland).

«Gesundheitskompetenz in der Schweiz – Stand und Perspektiven» heisst der Bericht, der von der SAMW in Zusammenarbeit mit der Allianz Gesundheitskompetenz herausgegeben wurde. Er vereint Beträge von Exponenten aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und aus Patientensicht. Damit entsteht ein umfassendes Bild zur Gesundheitskompetenz in der Schweiz.

«Gesundheitskompetenz fördern – Ansätze und Impulse / Ein Action Guide» ist ein Leitfaden für die Praxis, herausgegeben von der Allianz Gesundheitskompetenz. Mit Praxisbeispielen bietet diese Publikation konkrete Hilfestellung für die Umsetzung von Projekten zur Gesundheitskompetenz.

Politische Bedeutung wächst

Die Kernbotschaft aus den beiden einführenden Referaten von Prof. Dr. Thomas Zeltner, Präsident der Stiftung Science-et-Cité, und Dr. Salome von Greyerz, Leiterin Abteilung Gesundheitsstrategien beim Bundesamt für Gesundheit, war klar:  «Gesundheitskompetenz und damit verbunden die Selbstbestimmung des Bürgers und Patienten gewinnen auch aus politischer Sicht an Bedeutung.»

In der Abschlussdiskussion kamen die Praktikerinnen und Praktiker selbst zu Wort. Irene Abderhalden, Direktorin Sucht Schweiz und Dr. Reto Auer, Oberarzt an der Universitätspoliklinik Lausanne, vermittelten einen Einblick in die Herausforderungen, Gesundheitskompetenz erfolgreich in die Praxis zu integrieren. Die gemeinsame Erkenntnis: «Es hat sich bewährt, die Projekte in bestehende Strukturen einzubetten und die Betroffenen aktiv einzubeziehen.»

Exponenten und Zitate

Ursula Zybach, Präsidentin Public Health Schweiz: «Schweizer Untersuchungen zeigen, dass ein Viertel bis über die Hälfte der befragten Personen ihre Gesundheitskompetenz als begrenzt einschätzen.»

Barbara Weil, Leiterin Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention FMH: «Der unmittelbare Austausch am Symposium ist wichtig, um interessierte Kreise gezielt zu informieren und Fragen direkt zu klären.»

Dr. Jörg Haslbeck vom ehemaligen Kompetenzzentrum Patientenbildung bei Careum: «Die Informationen zur Gesundheitskompetenz sind im WHO-Grundlagenbericht so zugänglich gemacht, dass wir breite Kreise für das Thema sensibilisieren können.»

Dr. Hermann Amstad, Generalsekretär der SAMW: «Unser Bericht vereint Beiträge von Exponenten aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und aus Patientensicht. Das vermittelt einen wertvollen Überblick, wie das Thema von verschiedenen Akteuren angegangen wird und wo welche Herausforderungen vor uns stehen.»

Iris Leu, Projektleiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement FMH: «Mit dem Action Guide unterstützt die Allianz Gesundheitskompetenz Verantwortliche in der Praxis bei der Umsetzung von Gesundheitskompetenz-Projekten.»

Catherine Favre Kruit, Leiterin Partner Relations Gesundheitsförderung Schweiz:  «Mit diesem praxisnahen Leitfaden schliessen wir eine wichtige Lücke. Das Dokument stellt einen ersten Schritt dar und soll in den nächsten Jahren mit weiteren bewährten Praxisbeispielen ergänzt werden.»

Petra Beck, Policy & Stakeholder Manager bei MSD Merck Sharp & Dohme AG: «Die grosse Nachfrage von über 100 Teilnehmern an unserem Symposium zeigt: Gesundheitskompetenz ist ein wichtiges Thema.»


Careum Hochschule Gesundheit: Aktiv am ICN-Kongress 2017

Pflegefachpersonen aus aller Welt trafen sich am International Council of Nurses. Auch die Careum Hochschule Gesundheit war durch Prof. Dr. Iren Bischofberger vertreten.

v.l.n.r. Rachel Jenkins, Iren Bischofberger, Mary Jo Vetter.

Barcelona war vom 27. Mai bis zum 1. Juni 2017 Treffpunkt für Tausende von Pflegefachpersonen aus aller Welt, die sich über Gesundheitsversorgung, Ressourcen und Nachhaltigkeit austauschten, Erfahrungen teilten und sich vernetzten.

Der ICN-Kongress ist die grösste internationale Veranstaltung für Pflegefachpersonen. Auch die Careum Hochschule Gesundheit war aktiv vor Ort mit dabei: Leiterin MScN Prof. Dr. Iren Bischofberger (auch Programmleiterin «work & care») präsentierte gemeinsam ein Poster mit Prof. Dr. Mary Jo Vetter (New York University) und der MScN-Studentin Rachel Jenkins (Spitex Zürich Limmat AG) zum Thema «Innovative nurse practitioner education model focussing on primary care – a transatlantic journey!».

Die Autorinnen zeigen mit dem Poster die innovative, transatlantische Zusammenarbeit für den MSc in Nursing Schwerpunkt «Clinical Excellence». Damit beteiligen sie sich an der regen Diskussion am Kongress über die klinische Ausbildung in der Pflegewissenschaft und den Beitrag der klinischen Pflegeexpertinnen MSc in der modernen Gesundheitsversorgung.


Lesetipp Pflegewissenschaft

Der Band «Pflegewissenschaft 2» wurde 2018 in der 3. Auflage vollständig überarbeitet und aktualisiert.

Seit der mittlere Teil der dreiteiligen Buchreihe «Pflegewissenschaft» vor zehn Jahren erschienen ist, haben sich Disziplin und Forschung stetig weiterentwickelt. Mit dem seit 2014 geltenden Humanforschungsgesetz wurden auch die Rahmenbedingungen zur Forschungsethik neu geregelt, wenn es um empirische Projekte mit Menschen geht. Grund genug, das bewährte Lehr- und Arbeitsbuch, das in die Methoden der Pflegeforschung einführen will, nun 2018 im Rahmen der 3. Auflage vollständig neu zu überarbeiten, zu aktualisieren und zu erweitern.

Hilfsmittel für die kritische Analyse, Rezeption und Anwendung

Die Herausgeber, Hermann Brandenburg, Eva-Maria Panfil, Herbert Mayer und Berta Schrems nahmen sich der Aufgabe unter Mitarbeit eines Autorenteams an. Das Geleitwort verfasste Iren Bischofberger, Programmleiterin beim Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit. Sie zeigt darin unter anderem auf, wie sich der stufenweise Aufbau von Forschungskompetenz in den pflegewissenschaftlichen Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengängen weitgehend etabliert hat. Auch wenn der Schwerpunkt in der Praxis oftmals auf der Forschungsanwendung und intensivem klinischen Training liegt, benötigen klinische Pflegeexpertinnen und -experten gemäss Iren Bischofberger das Rüstzeug, um datengestützt solide zu argumentieren und die Forschungsliteratur gründlich zu analysieren.

Verstehen von Forschungsprozessen

Ziel des Bandes ist es, Lesenden die Aspekte und Methoden der (Pflege-)Forschung und den Forschungsprozess verständlich zu machen. Die dritte Auflage wurde ergänzt durch die Vorstellung und Diskussion neuerer Forschungsansätze und Methoden. Auch der Teil über wissenschaftstheoretische Hintergründe wurde verständlicher formuliert. Erweitert wurde der Band im Bereich Literaturrecherche (Systematic und Scoping Reviews, Rechercheprotokolle und Bewertungskriterien). Neu wird auch der Methodenmix (mixed methods) beleuchtet.

Die einzelnen Kapitel befassen sich u. a. mit:

  • Wissenschaftstheoretische Positionen, Designs und Methoden
  • Forschung und Forschungsprozess
  • Literaturrecherche
  • Qualitative und quantitative Designs
  • Datenerhebungsmethoden und ihre Gütekriterien
  • Stichprobemauswahl und -grösse
  • Qualitative und quantitative Datenanalyse
  • Pflegeforschungsethik
  • Analyse von Forschungsstudien
  • Pflegewissenschaft zwischen Theorie und Praxis

Literaturhinweis

Brandenburg, E.-M. Panfil, H. Mayer, & B. Schrems (2018), Pflegewissenschaft 2 (3. Aufl.). Bern: Hogrefe. Verlagshinweis


Herzliche Gratulation!

Prof. Dr. Iren Bischofberger in den Vorstand der Spitex Schweiz gewählt

An der letzten Delegiertenversammlung der Spitex Schweiz wurden drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt – darunter auch Prof. Dr. Iren Bischofberger von der Careum Hochschule Gesundheit, die mit dem Ressort Bildung betraut wurde. Iren Bischofberger leitet an der Careum Hochschule Gesundheit den Studiengang «Master of Science in Nursing (MScN)» mit zwei Schwerpunkten «Applied Research» und «Clinical Excellence» und ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Seit über zehn Jahren trägt sie zudem als Programmleiterin des Forschungsprogramms «work & care» zusammen mit ihrem Team massgeblich dazu bei, die praxisorientierte Forschung über die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege voranzutreiben.

Die Careum Hochschule Gesundheit freut sich sehr über die Wahl von Iren Bischofberger in den Vorstand der Spitex Schweiz und gratuliert herzlich!


10 Jahre MScN: Jubiläumsfest mit Stabübergabe

Die Careum Hochschule feiert 10 Jahre Master of Science in Nursing. Im Jubiläumsjahr übergibt Iren Bischofberger die Studiengangsleitung an Careum Alumna und SNF-Doktorandin Marianne Frech.

Jubiläumsfeier im Careum Auditorium. Bild: Yvonne Vignoli (Careum)

Der Studiengang Master of Science in Nursing (MScN) existiert nun schon seit 10 Jahren. Grund genug zum Feiern: Die Careum Hochschule Gesundheit beging das Jubiläum am 27. Juni 2019 im Careum Auditorium mit einem Fest für Studierende, Alumni, Dozierende, Mentorinnen und Mentoren sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis.

Abgerundet durch die kraftvolle Sprachkunst von Patti Basler präsentierten 10 Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland 10 Geschichten, die für die Pflegewissenschaft wichtig sind. Diese Persönlichkeiten – einschliesslich mehrerer Alumnae – haben massgeblich an der Erfolgsgeschichte des Masterstudiengangs mitgeschrieben.

Das in englischer Sprache durchgeführte Podiumsgespräch mit Dr. Daniel Scheidegger, Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Mary Jo Vetter, Director Doctorate in Nursing Practice (DNP) aus den USA und Dr. Peter Lude, Vizeammann der Gemeinde Bad Zurzach und Psychologe, beleuchtete den Stellenwert des Masterstudiengangs in der Hochschul- und Gesundheitswelt.

Drei Videointerviews zum Jubiläum

Als dritter Fachbeitrag wurden drei Videointerviews von Prof. Dr. Iren Bischofberger mit Prof. Dr. David Schwappach zur Patientensicherheit, mit Dr. Stefan Spycher zur Bedeutung der Berufsausübung von Master-Absolventen und mit Urs Zanoni zur integrierten Versorgung und der Bedeutung für die Zukunft gezeigt.

Ehrung und Stabübergabe

Prof. Dr. Iren Bischofberger wurde in diesem festlichen Rahmen für Ihre grossartige 10-jährige Leistung als Studiengangsleiterin geehrt. Das Jubiläum markiert auch einen weiteren Meilenstein: Iren Bischofberger hat sich entschieden, dem Nachwuchs Platz zu machen. Sie übergibt die Leitung des Studiengangs per 1. November 2019 an die Careum Alumna und SNF-Doktorandin Marianne Frech. Iren Bischofberger arbeitet weiterhin in der erweiterten Geschäftsleitung der Careum Hochschule Gesundheit, in der Forschung und verstärkt in mehreren massgeblichen Gremien und in der Praxisentwicklung. Erst kürzlich wurde sie an der Delegiertenversammlung von Spitex Schweiz in den Vorstand gewählt. Dort wird sie das Ressort Bildung betreuen.

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Master of Science FH in Nursing an der Careum Hochschule Gesundheit