Evivo: Ausbau dank neuem Geschäftsmodell

Das Programm Evivo gilt als Musterbeispiel in der Präventionsförderung bei chronischer Krankheit. Es bietet ein Selbstmanagement-Training an, das allen 2.1 Millionen Betroffenen in der Schweiz und ihren Angehörigen offen steht. Ab Herbst 2018 baut Evivo aus und arbeitet mit einem neuen, innovativen Geschäftsmodell sowie neuen Partnern.

Seit 2012 bietet der Verein Evivo das Trainingsprogramm «Gesund und aktiv leben» in der Schweiz an. Das an der Stanford University entwickelte Selbstmanagement-Programm setzt gezielt auf Patientenemanzipation und Selbstbestimmung von Erkrankten. In insgesamt nur 15 Stunden Training lernen Betroffene, ihren Alltag trotz chronischer Krankheit gesundheitsbewusst und aktiv zu gestalten. Das Training richtet sich dabei nicht nur an die Betroffenen selbst, sondern auch an deren Angehörige.

Das Programm konnte mit allen Kursen durchweg positive Resultate und eine hohe Zufriedenheit bei den Teilnehmenden verzeichnen. Einzig die Verbreitung der Kurse in den ausgewählten Regionen erreichte die Erwartungen noch nicht vollständig. Daher hat Evivo eine grundsätzliche Neuausrichtung des Angebots vorgenommen und geht mit einem innovativen Geschäftsmodell neue Wege. Dieses umfasst die folgenden zentralen Elemente:

1. Konsequentes Pricing
Das Training wird konsequent zum Preis von CHF 480 (CHF 32 pro Stunde) ausgeschrieben und ist nicht mehr wie bis anhin kostenlos. Evivo verfolgt damit ein Marktmodell mit «Abfederung», wie die folgenden Punkte zeigen.

2. Kostenträgerschaft durch Zusatzversicherung
Die SWICA hat als erste Krankenkasse Evivo in ihren Leistungskatalog für Zusatzversicherte aufgenommen. Ist eine betroffene Person oder ein Angehöriger bei SWICA versichert, übernimmt die Kasse einen grossen Teil der Kosten. Evivo ist mit weiteren möglichen Kostenträgern im Gespräch.

3. Gutscheine
Mitglieder, Förderer und Partner von Evivo, die einen finanziellen oder einen Sachbeitrag leisten, können eine limitierte Anzahl Gutscheine für eine vergünstigte Teilnahme an ihre Kunden und Kontakte abgeben. Die Gutscheine stellen einen niederschwelligen Zugang auch für sozial Schwache sicher.

4. Zentrale Vermarktung, lokal ausgerichtet und unterstützt
Evivo steuert die Vermarktung der Trainings neu zentral und schaltet ab 1. Oktober 2018 eine zentrale Online-Plattform auf. Evivo wird dabei von den Mitgliedern und weiteren Partnern mit lokaler und nationaler Ausstrahlung unterstützt (z. B. Careum Stiftung, Ebnet Stiftung, Krebsliga Schweiz, PKRück, Pharmasuisse, Medbase). Die heute rund 20 Mitglieder von Evivo umfassen eine Vielfalt an «Playern» aus dem Gesundheits- und Sozialwesen: Kantone, Gesundheitsligen, Spitäler, Ärzte-Netzwerke, Spitex-Organisationen.

5. Ausbau zu flächendeckendem Angebot
Evivo baut sein Netz an Standorten laufend aus und sucht weitere Partner. Noch im Jahr 2018 werden neu auch in der Ostschweiz und im Wallis Trainings durchgeführt.

Mit diesen Massnahmen treibt Evivo die breite Verankerung des Trainings in der Bevölkerung voran und zeigt Wege auf, wie die Gesundheitsförderung mit innovativen Methoden sowohl inhaltlich wie auch wirtschaftlich in die Tat umgesetzt werden kann.

 

Kontakt:
Bruno Umiker
Leiter Netzwerkstelle Verein Evivo Netzwerk
Mühlemattstrasse 42
5000 Aarau
Tel. 062 837 58 33
E-Mail bruno.umiker@evivo.ch

 

Als Blog-Beitrag erschienen am 25.7.2018 in
Parlamentarische Gruppe nicht übertragbare Krankheiten NCD


Erstes vollwertiges, berufsbegleitendes Jus-Studium an einer Schweizer Fachhochschule

Als einzige Fachhochschule der Schweiz bietet die Kalaidos Fachhochschule ab diesem Herbst ein vollwertiges Jus-Studium an, das berufs- und familienbegleitend absolviert werden kann. Das Studium führt zum Bachelor of Law und Master of Law und richtet sich inhaltlich nach den klassischen Gebieten der Rechtswissenschaften. Es steht allen offen, die über die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Studium an einer Fachhochschule verfügen.

Die auf den 1. Juli 2017 neu gegründete Kalaidos Law School bietet Aus- und Weiterbildungsstudiengänge im Bereich Recht an. Sie richtet sich insbesondere an berufs- und familientätige Personen. Die Kalaidos Law School legt besonderen Wert darauf, dass ihre Studieninhalte die klassischen Gebiete der Rechtswissenschaften widerspiegeln und wissenschaftlich fundiert sind, wofür eine entsprechend akademisch ausgewiesene Fakultät sorgt. Fachhochschul-typisch werden die Inhalte besonders praxis- und transferorientiert vermittelt. Die Kalaidos Fachhochschule als Trägerin der Kalaidos Law School ist spezialisiert auf Studiengänge, mit denen sich Studium, Beruf und Privatleben unter einen Hut bringen lassen.

Berufsbegleitend Jus studieren

Das Studienangebot der Kalaidos Law School umfasst Studiengänge zum Bachelor of Law und zum Master of Law sowie Weiterbildungsstudiengänge (CAS, DAS und MAS) in verschiedenen Rechtsgebieten. Die Kalaidos Law School ist neben Wirtschaft, Gesundheit und Musik der vierte Fachbereich der eidgenössisch akkreditierten und beaufsichtigten Kalaidos Fachhochschule, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert und inzwischen über 2700 immatrikulierte Studierende zählt. Careum hält eine Beteiligung von 75 Prozent an der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit.

Bachelor of Law und Master of Law

Der Bachelor of Law Studiengang (BLaw) vermittelt die juristischen, analytischen, methodischen und sprachlichen Kompetenzen, um als Jurist oder Juristin in der Praxis erfolgreich sein zu können. Ein BLaw ist zudem Voraussetzung, um zum konsekutiven Masterstudiengang (MLaw) zugelassen zu werden. Dieser Studiengang vermittelt breiteres und vertieftes rechtswissenschaftliches Wissen, wobei besonderes Gewicht auf praxisrelevante wirtschaftsrechtliche Aspekte gelegt wird. Verschiedene Weiterbildungsstudiengänge der Kalaidos Law School erlauben es Juristinnen und Juristen, ihr Wissen auch nach dem Studium aktuell zu halten oder spezifische juristische Fachbereiche zu vertiefen.


Wie künftig Kooperation besser funktionieren kann

In einem Workshop haben 24 Expertinnen und Experten über die Zukunft der interprofessionellen Ausbildung im Schweizer Gesundheitswesen diskutiert. Die Erkenntnisse fliessen in eine erweiterte Version des Careum Working Papers zum Thema.

Expertenworkshop zum Careum Working Paper 9 im Kongresshotel Kreuz in Bern. Bild: Careum

Anfang Juli 2020 fand zur Diskussion des Careum Working Papers 9 «Interprofessionelle Ausbildung im Schweizer Gesundheitssystem: Situationsanalyse und Perspektiven» im Kongresshotel Kreuz in Bern ein Expertenworkshop statt. An dieser Veranstaltung nahmen 24 Expertinnen und Experten im Bereich interprofessioneller Zusammenarbeit und Ausbildung aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz teil. Das interprofessionelle Teilnehmerfeld war bunt gemischt, mit Vertretenden aus Bildung, Forschung, Versorgungspraxis, Stiftungen, Verbänden und Vereinen sowie einem Studenten und einer Patientin. Die gesamte Veranstaltung fand unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen statt.

Felix Dettwiler, CEO a. i. und Verlagsleiter bei Careum, sagte einleitend, dass sich das Gesundheitswesen in einem Umbruch befinde: «Es geht um globale Vernetzung und das Verschieben von institutionellen Grenzen.» Danach gab Gert Ulrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Careum Bildungsmanagement, Einblicke in den Entstehungsprozess des Working Papers.

Handlungsempfehlungen priorisiert und nächste Schritte definiert

Um die im Working Paper abgeleiteten Handlungsempfehlungen und Massnahmen zur Zukunft der interprofessionellen Ausbildung für die Schweiz zu diskutieren und zu konkretisieren, wurden die Teilnehmenden anschliessend je nach Expertise und Sprache einem von vier Workshops zugeteilt. In den Workshops ging es dann in erster Linie darum, von den Expertinnen und Experten priorisierte Handlungsempfehlungen bzw. Massnahmen ähnlich einer Road-Map mit konkreten nächsten Schritten zu beschreiben und diesen Schritten potentielle Akteure zuzuordnen.

Die drei deutschsprachigen Workshops wurden geleitet von den Autoren des Working Papers, Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsmanagement, Hermann Amstad, ehemaliger Generalsekretär der Schweizer Akademie der Medizinischen Wissenschaften, und Gert Ulrich. Olivier Glardon, Präsident der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte, führte die Teilnehmenden durch den französischsprachigen Workshop. Die wertvollen und interessanten Ideen und Impulse, die die Expertinnen und Experten in den Workshops erarbeiten konnten, wurden schliesslich im Plenum vor allen Teilnehmenden zusammengetragen.

Erweiterte Version des Working Papers mit Erkenntnissen geplant

Careum möchte damit als Katalysator für die Transformation von Denk- und Handlungsmustern agieren. Die Handlungsempfehlungen waren Denkanstösse für nächste Schritte, um die Qualität der Schweizer Gesundheitsversorgung durch die interprofessionelle Ausbildung zu stärken. Die Careum Stiftung versteht sich dabei als koordinierende Akteurin und impulsgebende Partnerin für interprofessionelle Ausbildung und möchte alle relevanten Stakeholder innerhalb der Schweiz vernetzen helfen.

Die Erkenntnisse aus der Veranstaltung werden nun vom Autorenteam des Working Papers 9 ausgewertet und in einer erweiterten Version in drei verschiedenen Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch) den interessierten Leserinnen und Lesern zur Verfügung gestellt. In den Working Papers nimmt Careum jeweils Trends in den Bereichen Bildung und Gesundheit auf.


Gemeinschaftliche Wohnformen als Versuchslabor für gesellschaftliche Fragen

Im Feiertagsprogramm strahlte SRF4News eine Reportage zum kollektiven Wohnen aus. Prof. Dr. Ulrich Otto, Forschungsleiter an der Careum Hochschule Gesundheit, erläuterte die Gründe für den Wunsch nach gemeinschaftlichen Wohnformen.

Gemeinschaftliches Wohnen liegt im Trend. Denn immer mehr Menschen, die eine Wohnung suchen, wollen nicht einfach nur ein Dach über dem Kopf. Sozial durchmischte Wohnprojekte, häufig mitten in der Stadt, sind an verschiedenen Orten am Entstehen. Die Bewohnerinnen und Bewohner organisieren sich selber, teilen Räume und Infrastruktur.

Im Feiertagsprogramm strahlte SRF4News eine Reportage zum kollektiven Wohnen aus. SRF-Redaktorin Maj-Britt Horlacher besuchte genossenschaftliche Wohnprojekte und sprach mit Fachleuten. Prof. Dr. Ulrich Otto, Forschungsleiter an der Careum Hochschule Gesundheit, erläuterte die Gründe für den Wunsch nach gemeinschaftlichen Wohnformen. Er betonte, dass heute nicht mehr nur Personen aus dem alternativen Milieu kollektive Wohnformen nutzten. «Alle möglichen Bevölkerungskreise finden sich inzwischen in gemeinschaftlichen Wohnalternativen», sagte er. Damit ändere sich die öffentliche Wahrnehmung kollektiven Wohnens, das nicht mehr so exotisch sei. Gemeinschaftliche Wohnformen seien gesellschaftspolitisch als Versuche bedeutend, um Antworten auf Fragen wie Wohnen im Alter und Flächenverbrauch zu finden.

Ulrich Otto beschäftigt sich im laufenden Forschungsprojekt «Gemeinschaftliche Wohnformen in der zweiten Lebenshälfte» mit kollektivem Wohnen. Das gemeinsame Projekt mit dem ETH-Wohnforum zielt unter anderem auf eine Bestandsaufnahme der Vielfalt gemeinschaftlicher Wohnprojekte im Kanton Zürich, inklusive generationen-über­grei­fender Formen.

Weitere Informationen zum Projekt «Gemeinschaftliche Wohnformen in der zweiten Lebenshälfte» hier


Fördermittel des Schweizerischen Nationalfonds für Young Carers-Projekte

Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das Forschungs- und Entwicklungsprogramm «Young Carers and Young Adult Carers ins Switzerland». Im Rahmen verschiedener Projekte untersucht das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit quantitativ und qualitativ Natur und Charakteristik von pflegenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz.

Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das Forschungs- und Entwicklungsprogramm «Young Carers and Young Adult Carers ins Switzerland». Im Rahmen verschiedener Projekte untersucht das Forschungsinstitut der Careum Hochschule Gesundheit quantitativ und qualitativ Natur und Charakteristik von pflegenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz.

Dass in der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren tätig sind, ist noch kaum bekannt. In der Schweiz besteht zu ihrer Situation eine Forschungslücke. Mit standardisierten Instrumenten werden im Rahmen des vom Nationalfonds geförderten Projekts 3900 Schülerinnen und Schüler befragt, um Anzahl und Aufgaben pflegender Kinder und Jugendlicher quantitativ zu erheben. Im Rahmen eines landesweiten Online-Surveys wird das Bewusstsein von Fachpersonen aus dem Gesundheits- und dem Bildungsbereich zur Situation pflegender Kinder und junger Erwachsener untersucht. Mit semi-strukturierten qualitativen Interviews werden Kinder bzw. Jugendliche und ihre pflegebedürftigen Angehörigen in 20 Familien befragt, um die Ergebnisse aus den quantitativen Teilprojekten zu validieren.

Das Projekt ordnet sich in enger Zusammenarbeit mit der University of Birmingham in die internationale Young Carers-Forschung ein. Es will verlässliche Daten zu Umfang und Charakteristik der Pflege- und Unterstüztungsaufgaben gewinnen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Schweiz übernehmen. Auf der Basis dieser quantitativen und qualitativen Ergebnisse werden Empfehlungen und konkrete Instrumente erarbeitet, die Fachpersonen unterstützen, die Zeichen der Pflege- und Unterstützungstätigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und präventiv zu agieren oder behandelnd zu reagieren.