Forschung an Fachhochschulen

Wie funktioniert Forschung an Fachhochschulen? Broschüre und Webauftritt «Forschungsmosaik» von Swissuniversities illustrieren die vielfältigen Aspekte praxisbezogener Forschung. Prominent mit dabei: Das Forschungsprojekt «Double Duty Caregiving» der Careum Hochschule Gesundheit.

An Fachhochschulen wird geforscht – und zwar vielfältig und praxisnah. Geforscht wird dabei in allen Fachbereichen und relevanten Arbeitswelten unserer Gesellschaft, sei es in der Technik, der Wirtschaft, in Gesundheit und Life Sciences, in Sozialer Arbeit, Musik, Kunst, Theater, Angewandter Psychologie oder Architektur. Eine viersprachige Broschüre und der Webauftritt «Forschungsmosaik» von swissuniversities (Kammer Fachhochschulen) beleuchten nun diese Vielfältigkeit praxisorientierter Forschung. Die Kammer Fachhochschulen setzt sich zusammen aus den Rektorinnen und Rektoren der acht öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen der Schweiz sowie der privaten Fachhochschule Kalaidos.

In der Doppelrolle Pflegefachperson/Angehörige – das Projekt «Double Duty Caregiving»
Der Forschungsbereich der Careum Hochschule Gesundheit untersucht in den drei Forschungsprogrammen «Young Carers», «work & care» und «Ageing at home» aktuelle Fragen der Pflege- und Versorgungsforschung. Dabei liegt ein Forschungsschwerpunkt auf Angehörigen aller Lebensphasen. Denn ohne betreuende und pflegende Angehörige wäre unsere Gesundheitsversorgung nicht vorstellbar.
In der neuen Broschüre «Forschungsmosaik Fachhochschulen und ihre Forschung» wird das Forschungsprojekt «Double Duty Caregiving» (Forschungsprogramm «work & care», Programmleitung Prof. Dr. Iren Bischofberger) als einziges Gesundheitsforschungsprojekt der Schweizer Fachhochschulenlandschaft ausführlich und prominent vorgestellt. Das Projekt untersuchte eine in der Gesundheitsbranche häufig vorkommende Situation: Pflegefachpersonen, die sowohl beruflich wie auch privat betreuen und pflegen. Im Rahmen der Studie wurden zunächst dreissig, dann über tausend Fachpersonen aus Pflege, Medizin und Therapie in fünf Gesundheitsbetrieben befragt. Etwa die Hälfte davon hat bereits regelmässig kranke, gebrechliche oder behinderte Angehörige unterstützt. Während sie in ihrer beruflichen Tätigkeit eine gewisse Balance zwischen Nähe und Distanz aufbauen konnten, fiel ihnen dies in der privaten Betreuungssituation schwerer. Auch zeigten sie eine gewisse Scheu, im Umgang mit anderen Pflegepersonen oder Ärzten offenzulegen, selbst vom Fach zu sein. Sie wollten nicht negativ auffallen oder als schwierig eingestuft werden. Oftmals meldeten sie sich erst zu Wort, wenn bei ihren Nächsten Behandlungsfehler begangen oder ihre Angehörigen einem Risiko ausgesetzt wurden. Dabei, so eine Erkenntnis des Forschungsteams, sind «Double-Duty Caregivers» von unschätzbarem Wert für die Patientensicherheit. In Folgeprojekten werden die Themen Angehörigenfreundlichkeit und Patientensicherheit weiter untersucht.

Weitere Hinweise

Website Forschungsmosaik der swissuniversities
Forschungsprogramm work & care  
Weitere Forschungsprojekte der Careum Hochschule Gesundheit

 


Careum Working Paper 8: Die Bildung der Gesundheitsberufe im digitalen Zeitalter

Die digitale Transformation verlangt einen Wandel im Bildungssystem der Gesundheitsberufe. Das Careum Working Paper 8 liefert dazu Postulate und Handlungsempfehlungen.

Die digitale Transformation des Gesundheitssystems stellt einen fundamentalen Veränderungs- und Innovationsprozess dar. Der digitale Wandel verändert Rollen, Kompetenzen und Kooperationen von allen Gesundheitsberufen massiv. Die heutigen Gesundheitsfachkräfte und die sich derzeit in Ausbildung befindende Generation sind darauf jedoch nicht vorbereitet. Darüber hinaus findet diese Qualifizierungslücke bisher wenig Beachtung in den Diskussionen zur Digitalisierung des Gesundheitssystems. Provokant lässt sich die Frage stellen: «Wir investieren aktuell Milliarden in Technologien. Müssen wir nicht parallel in die Qualifikation der Mitarbeiter im Gesundheitssystem investieren?»

11 Postulate und 17 Handlungsempfehlungen

Die Entwicklung geeigneter Bildungskonzepte ist ein nicht ausreichend adressierter Teil der Digitalisierungsstrategie. Das Careum Working Paper 8 nimmt sich diesem Thema unter besonderer Beachtung des DACH-Raums und interprofessioneller Kooperationen an. 11 Postulate und 17 Handlungsempfehlungen zeigen die aktuellen Herausforderungen und mögliche Lösungswege für die Aus-, Weiter- und Fortbildung der Gesundheitsberufe im digitalen Zeitalter auf. Das Careum Working Paper 8 bewegt sich in der Schnittmenge «Gesundheit – Digitalisierung – Bildung» und ist das Ergebnis eines mehrstufigen Prozesses zweier Expertenkommissionen.

Am Careum Dialog 2019 diskutiert

Beim Careum Dialog 2019 wurde das Working Paper mit rund 70 Entscheidungsträgern der Gesundheitsberufe, Patienten und deren Vertretern sowie Kostenträgern, Wirtschaft, Politik, Studierenden und Gesellschaft diskutiert. Die Handlungsempfehlungen wurden bezüglich Zustimmung und Relevanz eingeordnet und in einem abschliessenden kollaborativen Schreibprozess geschärft. Die Sichtweisen der Zielgruppen des Gesundheits- und Bildungssystems – Patienten und Studierende – wurden in zwei separaten Beiträgen aufgenommen. Eindrücke, Meinungen und Stimmungsbilder der Dialog-Teilnehmenden sind in das Working Paper eingebettet. Das Working Paper hat zum Ziel, die weitere Diskussion zu diesem hochrelevanten Thema anzuregen und strategische Prozesse auf Institutions- und Akteursebene im Sinne eines Bildungsmanagements im Gesundheitssystem zu fördern.

Der Careum Dialog 2019 nahm Bezug auf die Vorjahresveranstaltung. Am Careum Dialog 2018 diskutierten die Teilnehmenden über Chancen, Herausforderungen und Gefahren der Digitalisierung und erarbeiteten eine gemeinsame Erklärung zur digitalen Transformation in der Pflege.

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Careum Working Paper 8 im PDF-Format
Kurzfassung des Careum Working Papers 8 im PDF-Format

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Sie möchten ein gedrucktes Exemplar des Working Papers 8 oder der Kurzfassung? Bestellungen nehmen wir gerne unter info@careum.ch entgegen.


Schnelle Innovationen im Gesundheitswesen gesucht

Hackathon vom 20. bis 22. September 2019 im Careum Auditorium: sciana.innovate.healthcare sucht Personen, die innerhalb von 48 Stunden Innovationen für das Gesundheitswesen ausarbeiten.

Die Veranstaltung sciana.innovate.healthcare ist ein Hackathon für Innovatorinnen und Innovatoren, die daran interessiert sind, das Gesundheitswesen mit fortschrittlichen Ideen und kreativem Denken zu revolutionieren. Egal aus welcher Branche: Ob Wirtschaft, Informatik, Technologie, Design oder Gesundheitswesen. Mitmachen können alle, die etwas für Patientinnen und Patienten bewegen wollen. Das Ziel ist es, bei der Lösung einer realen Herausforderung im Gesundheitswesen zu helfen, zusammen mit Personen aus den Netzwerken von Sciana, Careum, Health Foundation und Robert Bosch Stiftung.

Zu Gast im Careum Auditorium

Der Hackathon findet am Wochenende vom 20. bis 22. September 2019 im Careum Auditorium in Zürich statt. Die Teams haben 48 Stunden Zeit, um Lösungen für die Herausforderungen auszuarbeiten, die aus Beiträgen von Einzelpersonen und Industriepartnern ausgewählt werden. Dabei werden die Teams von erfahrenen Coaches unterstützt. Neben der Erarbeitung eines Lösungsvorschlages besteht auch die Möglichkeit, an Vorträgen teilzunehmen, erfahrene Coaches zu treffen und Unterstützung in Form eines Elektronik-Workshops oder eines 3D-Druckers in Anspruch zu nehmen.

Jury vergibt drei hochwertige Preise

Von den Teams wird erwartet, dass sie am Sonntagabend einen Pitch präsentieren und auch einen Prototyp (App, Software, Hardware usw.) vorführen, den sie in 48 Stunden erstellt haben. Eine Jury aus renommierten Branchenexperten wird dann drei hochwertige Preise in den Kategorien «Innovativste Lösung», «Höchste Wirtschaftlichkeit» und «Grösster Patientennutzen» vergeben. Zusätzlich wird es auch einen Publikumspreis geben. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgeführt. Es ist möglich, während des Hackathons auf dem Gelände zu übernachten.

Anmeldung und weitere Informationen

Registrieren Sie sich noch heute unter http://sciana.innovate.healthcare. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Anlass. Anmeldeschluss ist am Mittwoch, 31. Juli 2019.


Herzliche Gratulation!

Prof. Dr. Iren Bischofberger in den Vorstand der Spitex Schweiz gewählt

An der letzten Delegiertenversammlung der Spitex Schweiz wurden drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt – darunter auch Prof. Dr. Iren Bischofberger von der Careum Hochschule Gesundheit, die mit dem Ressort Bildung betraut wurde. Iren Bischofberger leitet an der Careum Hochschule Gesundheit den Studiengang «Master of Science in Nursing (MScN)» mit zwei Schwerpunkten «Applied Research» und «Clinical Excellence» und ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Seit über zehn Jahren trägt sie zudem als Programmleiterin des Forschungsprogramms «work & care» zusammen mit ihrem Team massgeblich dazu bei, die praxisorientierte Forschung über die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege voranzutreiben.

Die Careum Hochschule Gesundheit freut sich sehr über die Wahl von Iren Bischofberger in den Vorstand der Spitex Schweiz und gratuliert herzlich!


10 Jahre MScN: Jubiläumsfest mit Stabübergabe

Die Careum Hochschule feiert 10 Jahre Master of Science in Nursing. Im Jubiläumsjahr übergibt Iren Bischofberger die Studiengangsleitung an Careum Alumna und SNF-Doktorandin Marianne Frech.

Der Studiengang Master of Science in Nursing (MScN) existiert nun schon seit 10 Jahren. Grund genug zum Feiern: Die Careum Hochschule Gesundheit beging das Jubiläum am 27. Juni 2019 im Careum Auditorium mit einem Fest für Studierende, Alumni, Dozierende, Mentorinnen und Mentoren sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis.

Abgerundet durch die kraftvolle Sprachkunst von Patti Basler präsentierten 10 Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland 10 Geschichten, die für die Pflegewissenschaft wichtig sind. Diese Persönlichkeiten – einschliesslich mehrerer Alumnae – haben massgeblich an der Erfolgsgeschichte des Masterstudiengangs mitgeschrieben.

Das in englischer Sprache durchgeführte Podiumsgespräch mit Dr. Daniel Scheidegger, Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Mary Jo Vetter, Director Doctorate in Nursing Practice (DNP) aus den USA und Dr. Peter Lude, Vizeammann der Gemeinde Bad Zurzach und Psychologe, beleuchtete den Stellenwert des Masterstudiengangs in der Hochschul- und Gesundheitswelt.

Drei Videointerviews zum Jubiläum

Als dritter Fachbeitrag wurden drei Videointerviews von Prof. Dr. Iren Bischofberger mit Prof. Dr. David Schwappach zur Patientensicherheit, mit Dr. Stefan Spycher zur Bedeutung der Berufsausübung von Master-Absolventen und mit Urs Zanoni zur integrierten Versorgung und der Bedeutung für die Zukunft gezeigt.

Ehrung und Stabübergabe

Prof. Dr. Iren Bischofberger wurde in diesem festlichen Rahmen für Ihre grossartige 10-jährige Leistung als Studiengangsleiterin geehrt. Das Jubiläum markiert auch einen weiteren Meilenstein: Iren Bischofberger hat sich entschieden, dem Nachwuchs Platz zu machen. Sie übergibt die Leitung des Studiengangs per 1. November 2019 an die Careum Alumna und SNF-Doktorandin Marianne Frech. Iren Bischofberger arbeitet weiterhin in der erweiterten Geschäftsleitung der Careum Hochschule Gesundheit, in der Forschung und verstärkt in mehreren massgeblichen Gremien und in der Praxisentwicklung. Erst kürzlich wurde sie an der Delegiertenversammlung von Spitex Schweiz in den Vorstand gewählt. Dort wird sie das Ressort Bildung betreuen.

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Master of Science FH in Nursing an der Careum Hochschule Gesundheit