Workshops bringen neue Erkenntnisse

Eine geballte Ladung an Wissen und Ideen: Die zweite Netzwerktagung lockte rund 150 Vertreterinnen und Vertreter von Caring Communities ins Migros-Hochhaus in Zürich.

Die zweite Tagung des Netzwerks Caring Communities Schweiz in Zürich. Bild: Anna-Tina Eberhard/zvg

Sie alle kamen mit einem gemeinsamen Anliegen: Caring Communities sollen sich in der Schweiz als neue Kraft im Schweizer Versorgungssystem etablieren. Denn sorgende Gemeinschaften schliessen Lücken und vernetzen Menschen, die einander im Alltag Sorge tragen.

Das Programm an der zweiten Tagung des Netzwerks Caring Communities Schweiz im Migros-Hochhaus in Zürich war dicht: Nach Robert Sempachs Begrüssung zeigten Sonya Kuchen von Pro Senectute und Antonia Jann von der Age-Stiftung eindrückliche Praxisbeispiele von Caring Communities im In- und Ausland: von der Siedlungs- und Wohnassistenz in der Gemeinde Horgen bis zur Alters-Community Ashby Village in Berkeley CA.

Die geballte Ladung an Wissen und Ideen der Teilnehmenden machte sich auch in den Workshops bemerkbar: Die angeregten Diskussionen in den 12 Workshops brachten neue Erkenntnisse für die weitere Arbeit hervor und boten einen Nährboden für neue Kontakte. Die Careum Stiftung ist Mitinitiatorin und Mitträgerin des Netzwerks Caring Communities Schweiz.

*Autorin: Anina Torrado (Migros-Genossenschafts-Bund)

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Präsentationen, Resultate und Impressionen von der Caring Communities Tagung


Tipps zur digitalen Transformation der Bildung

Das Berufsfeld der Gesundheitsberufe wird immer mehr digital transformiert. Das hat Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung, wie Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsentwicklung in einem Artikel in der Netzwoche ausführt.

Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich als Moderatorin am Careum Forum 2019. Bild: Frederike Asael

Digitalisierung durchdringt unser Leben in allen Facetten. Auch die zentralen Lebensbereiche wie Bildung und Gesundheit sind davon betroffen. Dennoch finden sich derzeit wenige Publikationen zu den Herausforderungen der digitalen Transformation der Bildung im Gesundheitssystem. Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsentwicklung, rät in einem kürzlich erschienen Artikel in der Netzwoche, dass neben der Digitalisierung als solche auch immer die Entwicklungen im Bildungs- und Gesundheitssektor gemeinsam betrachtet werden sollten. «Im Sinne eines Bildungsmanagements im Gesundheitssystem.»

Was ist zu tun?

Das Careum Working Paper 8 nimmt die Überschneidungen zwischen Digitalisierung, Gesundheit und Bildung auf. Es enthält 11 Postulate und 17 Handlungsempfehlungen, welche die aktuellen Herausforderungen und mögliche Lösungswege aufzeigen. Das Careum Working Paper 8 ist das Ergebnis aus dem Careum Dialog 2019, bei dem 70 Experten aus dem deutschsprachigen Europa zur Thematik «Digitale Transformation der Bildung im Gesundheitswesen» diskutiert haben.

Im Artikel in der Netzwoche geht Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich näher auf diejenigen Empfehlungen ein, denen die Teilnehmenden am Careum Dialog 2019 die höchste Relevanz beigemessen haben. Es sind dies: Digitale Transformation durch Co-Design gestalten, Multiplikatoren qualifizieren, digitale Experimentier- und Diskursräume schaffen, Gender- und Diversity-Aspekte berücksichtigen.

Patienten und Angehörige im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehen für Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich die Patienten und ihre Angehörigen: «Sie stehen als Partner zur Verfügung und gestalten gemeinsam Bildung im digitalen Zeitalter im Gesundheitssystem, zukunftsfähig und ethisch verantwortlich.» Ihr Aufruf: «Lassen Sie uns gemeinsam diskutieren und tun!»

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Artikel in der Online-Ausgabe der Netzwoche

Careum Working Paper 8


«Die Organisation ist eine Dauerbaustelle»

Der Unternehmenswert Mensch stand im Mittelpunkt der Careum Führungstagung 2019. Knapp 400 Teilnehmende holten sich in Aarau Tipps für eine nachhaltige Unternehmens- und Personalstrategie.

Die Careum Führungstagung 2019 lockte knapp 400 Interessierte nach Aarau. Bild: Careum Weiterbildung

«Unsere Mitarbeitenden sind unser Kapital.» Welches Unternehmen würde sich diesen Satz nicht auf die Fahne schreiben? Gleichzeitig kennt die Unternehmensbilanz Mitarbeitende ausschliesslich als (den massgeblichen) Kostenfaktor. Wachstum und Optimierung gehen nicht selten mit dem Rotstift beim Personalaufwand einher. Und die Menschen im Unternehmen werden bei Veränderungsprozessen trotz besseren Wissens wenig systematisch einbezogen.

Nachhaltig erfolgreiche Unternehmen synchronisieren deshalb ihre Organisationsstrategie mit ihrer Personalentwicklungsstrategie. Sie gestalten das Wachsen und Reifen von Mensch und Unternehmen als einen Entwicklungsprozess. Aber was braucht es dazu? Antworten auf diese Frage lieferte die Führungstagung von Careum Weiterbildung am 10. September 2019 im Kultur & Kongresshaus in Aarau.

Agilere Strukturen gefordert

Prof. Dr. Theo Wehner, emeritierter Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Zürich, zeigte in seinem Referat unter anderem auf, dass sich die Bedürfnisse der Menschen im Unternehmen wandeln. Immer mehr Arbeitnehmende verzichten für sinnvolle Arbeitsaufgaben auf einen Karriereschritt, auf Status und sogar auf mehr Einkommen. Sinnfinsternis am Arbeitsplatz werde nicht länger hingenommen.

«Die Organisation ist eine Dauerbaustelle», betonte Matthias Mölleney, ehemaliger Swissair-Personalchef und Inhaber der Beratungfirma peopleXpert gmbh in Uster. Neue Organisationsformen bieten und fordern sehr viel mehr Flexibilität von Führungskräften und von Mitarbeitenden. Laut Mölleney braucht es neue Ansätze, um den Mitarbeitenden mehr Autonomie zu geben, ohne sie zu überfordern, und um die Führungskräfte zu Coaches von agiler Kooperation weiterzuentwickeln.

Im Kanton Nidwalden macht die Spitex Ernst mit der Umsetzung ihrer Unternehmens- und Personalstrategie. Geschäftsführer Walter Wyrsch präsentierte einen Werkstattbericht: «Ein sorgfältiger Strategieprozess und anschliessend eine gescheite Umsetzung sind für jeden Betrieb eine Notwendigkeit. Gelingt dieser Prozess, gibt dies der Unternehmung und den Mitarbeitenden eine grosse und sehr positive Kraft.»

Tipps für den Aufbau eines Talentmanagements

Für Prof. Dr. Renate Tewes, Inhaberin der Unternehmensberatung Crown Coaching International, ist klar: Für die schnelllebige Welt mit ihren stetig neuen Errungenschaften benötigen Mitarbeitende im Gesundheitswesen besondere Kompetenzen, die bisher wenig geschult wurden. «Je mehr die technischen Neuheiten das Gesundheitswesen revolutionieren, desto mehr benötigen wir kommunikative und kooperative Kompetenzen.» Doris Rathgeb-Lutz, Leiterin Beratung und Entwicklung bei der Solothurner Spitäler AG, präsentierte derweil eine Reihe von Tipps , die für den Aufbau eines Talentmanagements in der eigenen Organisation hilfreich sein können. Sie betonte, dass es sich beim Talentmanagement um einen Prozess handle, der kontinuierlich weiterentwickelt werden muss.

Karin A. Peter von der Berner Fachhochschule Gesundheit stellte in ihrem Referat die nationale STRAIN Studie (work-related stress amongt health professionals in Switzerland) vor. Und Berater, Coach und Mediator Johannes Czwalina kam auf die Chancen und Stolpersteine des Effizienzdrucks zu sprechen. «Wir werden einen Weg finden müssen, um den Spagat zwischen Leistungsdruck und Lebensqualität zu verkraften.» Zum Abschluss brachte Bühnenpoetin Patti Basler das Publikum zum Lachen, indem sie die Referate in humoristischer Weise zusammenfasste.

*Textauszug von Hans Balmer (Clinicum). Ein ausführlicher Bericht zur Careum Führungstagung 2019 wird in der Ausgabe 5 im Clinicum erscheinen.

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Abstracts, Präsentationen und Bildergalerie der Careum Führungstagung 2019


Forum 2019: Digital – genial oder fatal?

Die Digitalisierung ist in der Bildung und im Berufsalltag im Gesundheitsbereich angekommen. Trotzdem besteht die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten die Gesundheitsprofis digital überholen. So eine Erkenntnis aus dem Careum Forum 2019.

Podium am Forum (v.l.): Sylvia Kaap-Fröhlich, Hansueli Trüeb, Monika Wieland, Daniel Ammann. Bild: Frederike Asael

Gesundheitsapps, Elektronisches Patientendossier und neue klinische Informationssysteme: Es werden immer mehr Technologien entwickelt. Dadurch entsteht ein gewisser Handlungsdruck für Arbeitsprozesse und Bildung, wie Prof. Dr. Ines Trede, Leiterin Observatorium am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung, in ihrem Referat am Careum Forum 2019 vor knapp 200 Teilnehmenden im Careum Auditorium in Zürich aufzeigte. Doch nehmen Computer und Roboter den Gesundheitsprofis auch bald den Job weg? Nein. Das Risiko für Jobverlust ist bei Gesundheitsberufen relativ gering, wie Ines Trede anhand von Forschungsergebnissen zeigte.

Die Digitalisierung erfordert analytisches Denken und Reflexionsfähigkeit. Laut Ines Trede ist es daher die Aufgabe der Bildung, Handlungskompetenz zu vermitteln, um hilfreiche Technologien zu erkennen und eine differenzierte Haltung gegenüber Chancen und Risiken neuer Technologien zu entwickeln.

Ein digitaler «Meilenstein» am Unispital Zürich

Einen «Meilenstein» für die Digitalisierung des Bildungsmanagements präsentierte Dr. Eva-Maria Panfil, Leiterin Bildung Direktion Pflege und MTTB am Universitätsspital Zürich. Das Unispital hat ein Bildungsportal entwickelt, in dem die Prozesse für alle Mitarbeitenden zugänglich, bildungsgangübergreifend und interprofessionell dargestellt sind. Gleichzeitig ist es eine Wissensdatenbank, die aktuelle Dokumente und Informationen enthält sowie eine Übersicht über die wichtigsten Rollen und Funktionen bietet.

Tatsächlich konnten durch die Prozessdarstellungen überflüssige Schritte identifiziert, Dokumente vereinheitlicht und vorhandene Schätze identifiziert werden. So muss nicht jeder Bildungsgang oder Medizinbereich das Rad neu erfinden. Damit schafft Digitalisierung auch wertvolle Ressourcen. Doch noch wichtiger: «Wir haben eine gemeinsame Sprache gefunden», so Eva-Maria Panfil. Dies sei die Basis für eine interprofessionelle Zusammenarbeit und die Entwicklung der Bildung in der Praxis.

Mehr Verständnis für digitale Möglichkeiten gefordert

Moderatorin Dr. Sylvia Kaap-Fröhlich, Leiterin Careum Bildungsentwicklung, wollte es in der Podiumsdiskussion noch einmal genauer wissen: Ist digitales Lernen nun genial oder fatal? «Es ist ganz einfach normal», erwiderte Daniel Ammann, Leiter Höhere Fachschule Pflege am Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Chur. Wenn die Welt immer digitaler werde, könne die Bildung nicht hintenanstehen. Auch Monika Wieland, Bildungskoordinatorin am Kantonsspital Baden, pflichtete bei: «Die Digitalisierung ist im Spitalalltag angekommen.» Und Kerstin Schmölzer, Bildungsverantwortliche der Spitex Zürich Limmat, hob die Chancen der Digitalisierung speziell für dezentrale Organisationsformen wie etwa die Spitex hervor.

Allerdings kommt dies alles beim Patienten offenbar noch nicht an. «Es besteht die Gefahr, dass die Patienten die Gesundheitsprofis digital überholen», sagte Hansueli Trüeb, Patientenvertreter vom Diabetesclub Schweiz. Betroffene von Diabetes seien sehr digital unterwegs, in Spitälern fehle jedoch manchmal das Verständnis für die digitalen Möglichkeiten.

«Ein kleines Stück Software kann einen grossen Wandel verursachen»

Das Schlusswort oblag Fabio Feubli, Chief Digital Officer von Careum. Er betonte, dass es sowohl konkrete Digitalisierungsprojekte als auch die Vogelperspektive auf den digitalen Wandel braucht. Er plädierte für eine Digitalisierung in «kleinen Häppchen»: «Ein kleines Stück Software kann einen grossen Wandel verursachen.»

Mehr Informationen und Impressionen

www.careum.ch/forum19


Der FaGe-Schweizermeistertitel 2018 geht ins Wallis

Amélia Brossy aus Sitten hat eine Spitzenleistung gezeigt und die Goldmedaille an den SwissSkills 2018 in Bern gewonnen. Die 20-jährige Fachfrau Gesundheit aus dem Wallis ist damit Schweizermeisterin.

Sabrina Marchetti (GR), Celine Hess (LU) und Amélia Brossy (VS) mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann (v.l.) bei der Medaillenvergabe. Bilder: SwissSkills 2018 / Stefan Marthaler

Amélia Brossy hat sich gegen 19 Konkurrentinnen und Konkurrenten aus zehn Schweizer Kantonen und Regionen durchgesetzt und an den SwissSkills 2018 die höchste Auszeichnung geholt. Die 20-jährige Fachfrau Gesundheit (FaGe) aus dem Wallis ist damit Schweizermeisterin. Auf dem zweiten Platz rangiert Celine Hess vom Luzerner Kantonsspital. Bronze geht an Sabrina Marchetti vom Kantonsspital Graubünden. Durchgeführt hat die Berufs-Schweizermeisterschaften der Fachmänner und Fachfrauen Gesundheit vom 12. bis 15. September 2018 OdASanté, die Nationale Dach-Organisation der Arbeitswelt Gesundheit.

Kandidatinnen und Kandidaten aus zwei Sprachregionen

An den Wettkämpfen im Gesundheitsbereich beteiligten sich 17 Kandidatinnen und Kandidaten aus der Deutschschweiz und drei aus der französischen Schweiz, wie OdASanté in einer Medienmitteilung schreibt. Sie vertraten die Kantone Zürich, Genf, Appenzell, St. Gallen, Basel, Solothurn, Luzern, Aargau, Graubünden, Wallis, Thurgau und Bern inklusive des Berner Jura. Den Wettkampf bestritten sie jeweils in ihrer Muttersprache, also auf Deutsch oder Französisch.

Während des Wettkampfs mussten die Kandidatinnen und Kandidaten in einer Wettkampfsequenz an Patientenschauspielerinnen und -schauspielern ihre Kompetenz beweisen. Beurteilt wurde der Gesamtprozess, der sich aus mehreren Pflegesituationen zusammensetzt. Dabei wurde bewertet, ob die Kandidatinnen und Kandidaten in der Lage sind, diesen Prozess professionell umzusetzen. Neben den Fertigkeiten waren speziell Fähigkeiten wie Kommunikationsvermögen und Arbeitsorganisation gefordert. Die Bewertung erfolgte nach ähnlichen Kriterien, wie sie im Rahmen eines Qualifikationsverfahrens zur Anwendung kommen.

Medaillenvergabe in der Postfinance Arena

Die drei Finalistinnen durften am Samstagabend, 15. September, ihre verdienten Medaillen in der Postfinance Arena in Bern entgegennehmen. Dazu Urs Sieber, Geschäftsführer von OdASanté: «Die drei Medaillenträgerinnen haben einen super Job gemacht: Sie haben sich gegen die Besten der Besten aus zehn Kantonen behauptet und dürfen zurecht stolz sein auf ihre Leistung. Die Branche ist jedenfalls sehr stolz auf sie!»

Michael Gysi, CEO der Careum Stiftung, ist begeistert von der Plattform für die jungen Berufsleute: «Mit den Wettkämpfen für Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit gewinnen die Gesundheitsberufe an Sichtbarkeit beim jungen Publikum, sind es doch alles attraktive Professionen mit Perspektiven für ein ganzes Berufsleben. Berufe mit Zukunft eben!» Um die Wichtigkeit der Berufs-Schweizermeisterschaften zu unterstreichen, hat Careum die eigene Fachveranstaltung extra im Rahmen der SwissSkills 2018 in Bern durchgeführt. Die gut 80 Teilnehmenden haben am Careum Forum 2018 im Stade de Suisse mit FaGe-Weltmeisterin Irina Tuor darüber diskutiert, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachleute im Gesundheitswesen schon heute gelingt und morgen noch besser wird.

Nächstes Ziel Kasan?

In den kommenden Monaten klärt OdASanté ab, ob eine Teilnahme der Gesundheitsbranche an den WorldSkills Competitions 2019 in Kasan möglich ist, um den Titel von FaGe-Weltmeisterin Irina Tuor verteidigen zu können. Den Entscheid fällt und kommuniziert sie spätestens Ende November 2018.

Weitere Informationen

SwissSkills2018

OdASanté